Ver­brau­cher­zen­tra­le oh­ne An­lauf­pro­ble­me

Die ers­te Jah­res­bi­lanz fällt po­si­tiv aus. Die neu­en Rä­um­lich­kei­ten wer­den bis­lang gut an­ge­nom­men. Das An­ge­bot wur­de er­wei­tert.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - NEUSS - VON SIMON JANSSEN

NEUSS Do­ro­thea Khai­rat re­la­ti­vier­te gleich zu Be­ginn. „Die ers­te Jah­res­bi­lanz ist nicht hun­dert­pro­zen­tig re­prä­sen­ta­tiv“, sag­te die Lei­te­rin der Neus­ser Ver­brau­cher­zen­tra­le über die von Mai bis De­zem­ber 2016 er­fass­ten Zah­len, die sie mit ih­rem Kol­le­gen Chris­ti­an Fuchs ges­tern vor­stell­te. Ihr Ein­wand hat­te ei­nen Grund: Denn in die­sem Über­brü­ckungs-Zei­t­raum war ein pro­vi­so­ri­sches Büro in der ers­ten Eta­ge des ehe­ma­li­gen So­zi­al­amts an der Ober­stra­ße 108 als An­lauf­punkt für rat­su­chen­de Ver­brau­cher ein­ge­rich­tet. Den­noch ver­mel­de­te Khai­rat, die in die­sem Zei­t­raum qua­si ei­ne One-Wo­man-Show mit ein­ge­schränk­tem Be­ra­tungs­an­ge­bot leis­te­te, ei­ne Zahl von 1867 An­fra­gen von Rat­su­chen­den. „Be­reits in dem Pro­vi­so­ri­um war die Be­ra­tungs­stel­le hoch fre­quen­tiert“, sagt Khai­rat. Die häu­figs­ten Be­weg­grün­de für Ver­brau­cher, das An­ge­bot zu nut­zen, wa­ren Pro­ble­me mit Te­le­fon und In­ter­net (28 Pro­zent).

Als letz­te Groß­stadt in Nord­rhein­West­fa­len hat­te Neuss am 11. Ja­nu­ar dann ganz of­fi­zi­ell ih­re ei­ge­ne Ver­brau­cher­zen­tra­le be­kom­men. Zur Er­öff­nung der neu­en Rä­um­lich­kei­ten am Mee­rer­hof 1a wa­ren Ver­tre­ter aus Po­li­tik, Ver­wal­tung und Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner emp­fan­gen wor- den. Zeit, sich zu ak­kli­ma­ti­sie­ren, hat­ten Khai­rat und Co. nicht. Denn die neue Zen­tra­le samt er­wei­ter­tem Be­ra­tungs­an­ge­bot wur­den gleich gut an­ge­nom­men. „Es hat or­dent­lich Fahrt auf­ge­nom­men. Al­lein in die­sem Jahr ha­ben wir schon rund 2300 An­fra­gen er­fasst“, sagt Chris­ti­an Fuchs. Khai­rat fügt hin­zu: „Es wird an­ge­nom­men wie ei­ne be­reits gut ein­ge­führ­te Be­ra­tungs­stel­le.“

Zwar feh­len noch di­ver­se Trenn­wän­de, doch be­reits jetzt kön­nen im Mee­rer­hof Be­ra­tungs­räu­me ge­nutzt wer­den, in de­nen auch da­ten­schutz­tech­nisch sen­si­ble­re The­men be­spro­chen wer­den kön­nen. Ne­ben der Lei­tungs- gibt es ei­ne Be­ra­tungs­kraft­stel­le so­wie ei­ne hal­be Stel­le für die Bü­ro­or­ga­ni­sa­ti­on. Nach Ter­min­ver­ein­ba­rung kom­men dann Spe­zia­lis­ten hin­zu – et­wa im Be­reich Fi­nanz­dienst­leis­tung, Ener­gie oder auch bei Rechts­fra­gen. Ver­stärkt in den Fo­kus rückt zu­dem der Be­ra­tungs­be­darf für Ge­flüch­te­te, Mi­gran­ten und de­ren eh­ren­amt­li­che Hel­fer. Ver­trags­pro­ble­me mit Mo­bil­funk­an­bie­tern, Fra­gen rund ums Ban­ken­we­sen und Ver­si­che­run­gen stün­den laut Khai­rat da­bei im Mit­tel­punkt.

Ak­tu­ell hat die Ver­brau­cher­zen­tra­le auch In­for­ma­tio­nen rund um den Weg­fall der Roa­ming-Ent­gel­te beim Sur­fen, Sim­sen und Te­le­fo­nie­ren ins oder aus dem eu­ro­päi­schen Aus­land auf dem Ra­dar. Eben­so pran­ger­te sie jüngst zwei­fel­haf­te Ge­schäf­te von In­kas­so­bü­ros mit nicht­be­zahl­ten Rech­nun­gen an. Doch die Ver­brau­cher­zen­tra­le ist nicht nur in ih­ren ei­ge­nen Räu­men zu fin­den, son­dern mischt sich auch „un­ters Volk“. Zum Bei­spiel im De­zem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res bei ei­ner Kam­pa­gne zum Ther­mo­sta­tCheck. Ge­mein­sam mit der St­abs­stel­le für Kli­ma­schutz und -an­pas­sung der Stadt or­ga­ni­siert, hat­ten Neus­ser Bür­ger im Foy­er des Rat­hau­ses die Mög­lich­keit, ih­re Glüh­bir­nen kos­ten­frei ge­gen LEDLeuch­ten aus­zu­tau­schen.

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