Jun­ge Mu­si­ker dre­hen mäch­tig auf

Jun­ge Sin­fo­nie und Mu­sik­schu­le Koll brach­ten Alan Par­sons Pro­ject ins AEG.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KAARST/KORSCHENBROICH - VON KLAUS NIEHÖRSTER

KAARST Das Pu­bli­kum hält dem Al­bert-Ein­stein-Fo­rum fest die Treue, auch wenn das Wet­ter wah­re Son­nen­sprün­ge mach­te und es die bes­te Kaf­fee-und- Ku­chen-Zeit war. Zu Recht, wie sich bald her­aus­stell­te, denn das Kon­zert ent­lohn­te die Zu­hö­rer reich­lich für den nur schein­ba­ren Ver­zicht. Chris­ti­an Del­la­cher, Di­ri­gent der Ju­gend­sin­fo­nie Kaarst, rück­te das sonn­täg­li­che Mu­si­zie­ren in ei­nen er­staun­li­chen Zu­sam­men­hang: „Wir ver­su­chen im­mer, ei­nen Bo­gen von po­pu­lä­rer zu klas­si­scher Mu­sik zu span­nen und des­halb ha­ben wir uns für die­ses Kon­zert et­was über­legt.“Er­staun­lich, dass er es nicht an­ders­her­um for­mu­liert. Das Be­son­de­re: Alan Par­sons wird mit sei­ner „ganz pro­gres­si­ven, in­tel­li­gen­ten Mu­sik“zu­min­dest ver­bal eng mit Wolf­gang Ama­de­us Mo­zart ver­ban­delt. Klas­sik reins­ten Was­sers sitzt hier al­so mit Rock-Pop-Mu­sik der 70er Jah­re in ei­nem Boot.

So kön­ne man das Pu­bli­kum durch­aus for­dern, meint der jun­ge Di­ri­gent. Die Klän­ge, Rhyth­men und Aus­sa­gen vom Alan Par­sons Pro­ject sieht der Di­ri­gent, und das ist ein ziem­lich selbst­be­wuss­tes Ur­teil, als äqui­va­lent zu den hoch­ge­ehr­ten Klas­si­kern an. „Auf je­den Fall“, lässt Del­la­cher kei­nen Zwei­fel auf­kom­men. Die­se emi­nent wich­ti­ge Per­son Par­sons ha­be im Mu­sik­le- Chris­ti­an Del­la­cher ben der 70er blei­ben­de Zei­chen ge­setzt. Und ge­nau die­se Tat­sa­che ist den Ver­an­stal­tern ein Tri­but­kon­zert für den „Pro­gres­siv-Rock-Klang­künst­ler“wert.

Al­le Ar­ran­ge­ments sind vom Di­ri­gen­ten ge­schrie­ben. Die Jun­ge Sin­fo­nie und die Mu­sik­schu­le Mark Koll bil­den ein im­po­nie­rend gro­ßes En­sem­ble, er­gänzt durch die Sän­ge- rin Kim Han­nah und sie Sän­ger Jo­nas Kopp so­wie Alex­an­der Mik­liss. Pro­jekt­lei­ter Frank Henn („Mu­sik und Ent­wick­lung sind zen­tra­le Be­grif­fe in mei­nem Le­ben“) über­nahm Mo­de­ra­ti­on und An­sa­ge. Er hat es sehr kennt­nis­reich und ein­fühl­sam ge­tan, auch wenn die Stü­cke ge­le­gent­lich sehr aus­ge­fal­len ti­tu­liert sind. „In the Lap of the Gods”, „To one in Pa­ra­di­se“, „Sha­dow of a lo­nely Man”, „Not­hing left to do“sind nur ei­ni­ge ty­pi­sche Num­mern, den äl­te­ren Se­mes­tern aber durch­aus ein Be­griff.

Die­se Mu­sik aus den Stu­dio-Al­ben „Ta­les of Mys­te­ry and Ima­gi­na­ti­on“so­wie „I Ro­bot“und „Py­ra­mid“hat An­stö­ße ge­ge­ben; sie wirkt fort in der Pop­sze­ne. Es wer­de ein span­nen­des Kon­zert, stimm­te Frank Henn die Be­su­cher ein, und er selbst kön­ne es kaum er­war­ten. So nahm die mu­si­ka­li­sche Sym­bio­se aus kopf­star­kem Orches­ter und – im wahrs­ten Wort­sinn – schlag­kräf­ti­ger Band ih­ren Ver­lauf und wuchs auf der Büh­ne et­was zu­sam­men, was of­fen­bar tat­säch­lich eins ist.

„Wir ver­su­chen im­mer, ei­nen Bo­gen von po­pu­lä­rer zu klas­si­scher Mu­sik zu span­nen“ Ju­gend­sin­fo­nie Kaarst

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.