Prag­ma­ti­sches An­ge­bot ge­gen Woh­nungs­not

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - STIMME DES WESTENS - VON THO­MAS REISENER

Der Vor­stoß der LEG ist mu­tig, weil er miss­ver­stan­den wer­den kann: Es geht eben nicht dar­um, äl­te­re Men­schen aus ih­ren Woh­nun­gen zu drän­gen. Son­dern dar­um, den viel zu knap­pen Wohn­raum bes­ser zu ver­tei­len. Die Ga­ran­tie, die der Kon­zern den wech­sel­wil­li­gen Se­nio­ren gibt, ist fair: Wenn sie in ei­ne neue und klei­ne­re Woh­nung in der Nach­bar­schaft um­zie­hen, wer­den sie auf kei­nen Fall mehr pro Qua­drat­me­ter zah­len als für die al­te. Nie­mand muss das An­ge­bot an­neh­men. Aber vie­le Se­nio­ren, de­ren Kin­der längst aus dem Haus sind, wer­den sich über die sel­te­ne Chan­ce auf ei­ne deut­lich güns­ti­ge­re Mie­te freu­en. Wenn so auch noch Hun­der­te gro­ße Woh­nun­gen für Fa­mi­li­en frei wer­den, ist al­len ge­dient.

Es ist wich­tig, die LEG für die­sen Vor­stoß nicht zu dä­mo­ni­sie­ren. Denn so­lan­ge es in gro­ßen Tei­len von NRW wei­ter­hin Woh­nungs­not gibt, sind die Bür­ger dar­auf an­ge­wie­sen, dass un­kon­ven­tio­nel­le Kon­zep­te wie die­ses aus­pro­biert wer­den. Lang­fris­tig müs­sen aber vor al­lem mehr Woh­nun­gen für Nor­mal­ver­die­ner ge­baut wer­den. Ei­nen Bei­trag da­zu könn­te die neue Lan­des­re­gie­rung leis­ten, in­dem sie nicht wie an­ge­kün­digt nur Erst­käu­fer för­dert, son­dern die Grund­er­werb­steu­er für al­le In­ves­to­ren ab­senkt. BE­RICHT LEG: SE­NIO­REN SOL­LEN. . ., TITELSEITE

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