Geer­lings will Hel­mut-Kohl-Stra­ße in Neuss

Der Neus­ser CDU-Vor­sit­zen­de setzt sich da­für ein, ei­ne Stra­ße oder ei­nen Platz in der Qui­ri­nus-Stadt nach dem ver­stor­be­nen Alt-Bun­des­kanz­ler zu be­nen­nen. Die SPD be­für­wor­tet den Plan – aber es gibt Vor­ga­ben zu be­ach­ten.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - UNTERHALTUNG - VON SI­MON JANS­SEN

NEUSS In Ham­burg und Ber­lin sind Po­li­ti­ker be­reits vor­ge­prescht. Und auch für den Frank­fur­ter Flug­ha­fen gibt es ers­te An­re­gun­gen zur Um­be­nen­nung: Nur we­ni­ge Ta­ge nach dem Tod von Alt-Bun­des­kanz­ler Hel­mut Kohl wer­den zahl­rei­che Vor­schlä­ge ge­macht, wie man den am Frei­tag ver­stor­be­nen CDU-Po­li­ti­ker ad­äquat eh­ren kann.

Auch in Neuss könn­te es in Zu­kunft ei­ne Hel­mut-Kohl-Stra­ße ge­ben. Zu­min­dest, wenn es nach dem CDU-Vor­sit­zen­den Jörg Geer­lings geht. Die­ser kün­dig­te nun an, in der CDU-Mit­glie­der­ver­samm­lung am 4. Ju­li vor­schla­gen zu wol­len, die Be­nen­nung ei­ner wich­ti­gen Stra­ße oder ei­nes Plat­zes in Neuss nach Hel­mut Kohl zeit­nah zu be­schlie­ßen, da­mit ein ent­spre­chen­der An­trag in den Stadt­rat ein­ge­bracht wer­den kön­ne. „Mit Hel­mut Kohl ist der Ar­chi­tekt der Deut­schen Ein­heit und ein gro­ßer Eu­ro­pä­er ver­stor­ben“, er­klärt Geer­lings. „Sei­ne his­to­ri­sche Leis­tung kön­nen wir, die wir in Frie­den in ei­nem ge­ein­ten Land und fried­li­chem Eu­ro­pa le­ben, nicht hoch ge­nug be­wer­ten.“

Zwar ha­be er be­reits Ide­en, an wel­cher Stel­le bald der Na­me des Alt-Kanz­lers in Neuss zu fin­den sein könn­te, „aber das soll­te man den zu­stän­di­gen Gre­mi­en über­las­sen. Da muss man sich in Ru­he Ge­dan­ken ma­chen“. Es sei je­doch von Vor­teil, wenn kei­ne be­zie­hungs­wei­se mög­lichst we­ni­ge Häu­ser von der Än­de­rung be­trof­fen wä­ren.

Of­fen­heit für Geer­lings Vor­schlag gibt es auch von der SPD. „Hel­mut Kohl war ei­ner der gro­ßen Eu­ro­pä­er, die wir heu­te bei der CDU so sehr ver­mis­sen“, sagt der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Ar­no Jan­sen, der an ei­nen Vor­schlag des Orts­ver­eins Stadt­mit­te er­in­nert. Der hat­te be­reits im ver­gan­ge­nen Jahr dis­ku­tiert, Stra­ßen oder Ge­bäu­de in Neuss nach dem im No­vem­ber 2015 ver­stor­be­nen Alt­kanz­ler Hel­mut Schmidt und dem ehe­ma­li­gen Bun­des­prä­si­den­ten Jo­han­nes Rau zu be­nen­nen. „In Neuss ist es gu­ter Brauch, be­deu­ten­de Staats­män­ner an­ge­mes­sen zu wür­di­gen“, sagt Jan­sen. Auch Rau und Schmidt sei­en in der Be­völ­ke­rung sehr anerkannte Po­li­ti­ker ge­we­sen, die noch heu­te als Vor­bild dien­ten. Die Wür­di­gung be­deu­ten­der Staats­män­ner dür­fe je­doch nicht vom Par­tei­buch ab­hän­gen.

Fe­der­füh­rend bei der Be­nen­nung von Stra­ßen, We­gen und Plät­zen ist der Kul­tur­aus­schuss. Des­sen Vor­sit­zen­der Hart­mut Roh­mer (SPD) macht auf die be­ste­hen­den Vor­ga­ben auf­merk­sam. Die­se be­sa­gen un­ter an­de­rem, dass ei­ne Be­nen­nung nach ei­ner Per­son des öf­fent­li­chen Le­bens grund­sätz­lich frü­hes- tens drei Jah­re nach ih­rem Tod er­fol­gen kann. „Ich hal­te es für ei­nen Schnell­schuss, we­ni­ge Ta­ge nach dem Tod über ört­li­che Maß­nah­men zu spre­chen“, sagt Roh­mer.

Bür­ger­meis­ter Rei­ner Breu­er be­für­wor­tet Geer­lings Vor­schlag, spricht sich je­doch für ein Ge­samt­kon­zept aus: „Po­li­tisch be­deut­sa­me Per­sön­lich­kei­ten soll­te man an­ge­mes­sen eh­ren, gleich­zei­tig je­doch die be­schlos­se­nen Grund­sät­ze ein­hal­ten. Zum an­de­ren könn­te man über­le­gen, ob man nicht die ge­sam­te Rie­ge der ver­stor­be­nen Alt-Bun­des­kanz­ler ehrt.“

FO­TO: DPA

Hel­mut Kohl starb am ver­gan­ge­nen Frei­tag in Og­gers­heim. Vor sei­nem Haus plat­zier­ten Men­schen Blu­men, Schrif­ten und Por­träts.

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