Über­fall auf Wett­bü­ro an der Renn­bahn

Zwei mas­kier­te und be­waff­ne­te Män­ner er­beu­te­ten Bar­geld in noch un­be­kann­ter Hö­he. Po­li­zei setzt bei Fahn­dung Hub­schrau­ber ein.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - NEUSS - VON CHRIS­TOPH KLEINAU

NEUSS Die Tä­ter müs­sen den Tat­ort sorg­fäl­tig aus­ge­späht ha­ben: Das Re­stau­rant am Renn­bahn­park hat­te Ru­he­tag, die letz­ten Be­su­cher der Sha­ke­speare-Auf­füh­rung ge­ra­de das Glo­be und die Renn­bahn ver­las­sen, da dran­gen zwei mas­kier­te und be­waff­ne­te Män­ner am Mon­tag­abend in das Wett­bü­ro in das Erd­ge­schoss des „Haus am Renn­bahn­park“ein – fünf Mi­nu­ten, be­vor das Lo­kal ge­schlos­sen wor­den wä­re.

Zu die­ser spä­ten St­un­de hielt sich nur noch ei­ne 49-jäh­ri­ge An­ge­stell­te in dem Wett­bü­ro auf. Die Tä­ter be­droh­ten sie mit vor­ge­hal­te­ner Pis­to­le und nö­tig­ten sie so, Bar­geld her­aus­zu­ge­ben und in ei­nen Ju­te-Beu­tel zu stop­fen. An­schlie­ßend er­grif­fen die Räu­ber die Flucht in un­be­kann­te Rich­tung.

Die zeit­nah alar­mier­te Po­li­zei setz­te so­fort mehr als zehn Strei­fen­wa­gen­be­sat­zun­gen aus dem gan­zen Rhein-Kreis ein, um nach den Tä­tern zu fahn­den. Auch ein Hub­schrau­ber stieg auf, um sich an der Su­che zu be­tei­li­gen. Bis zum Mor­gen gab es aber noch kei­ne Spur von den Flüch­ti­gen, teilt die Po­li­zei mit. Auch zu der Hö­he der Beu­te kann sie noch nichts sa­gen.

Tim Sie­berts, In­ha­ber die­ses Wett­bü­ros und ei­nes wei­te­ren am Mee­rer­hof, wur­de schon kurz nach dem Über­fall alar­miert. Für ihn war es nicht der ers­te Über­fall auf ei­nes sei­ner Ge­schäf­te. Auch das Wett­bü­ro an der Ga­lopp­renn­bahn wur­de be­reits ausgeraubt, er­in­nert er sich. Bei dem Über­fall vor drei oder vier Jah­ren – en­ger kann er den Zeit­punkt nicht ein­gren­zen – sei­en rund 1000 Eu­ro er­beu­tet wor­den, sagt er. Da­mals hat­te es sich um ei­nen Ein­zel­tä­ter ge­han­delt, der, so Sie­berts, auch schnell ding­fest ge­macht wer­den konn­te.

Die 49-jäh­ri­ge An­ge­stell­te, die noch in der Nacht auf dem Po­li­zei­re­vier ver­nom­men wor­den war, blieb ges­tern der Ar­beit fern. Sie sei krank ge­schrie­ben, sagt Sie­berts: „Ihr ging es nicht gut, sie war sehr ge­knickt.“Das Wett­bü­ro, sonst an 362 Ta­ge im Jahr von 11 bis 23 Uhr ge­öff­net, blieb ges­tern ge­schlos­sen. Mor­gens tat dort die Spu­ren­si­che­rung der Kri­mi­nal­po­li­zei ih­re Ar­beit, die auch die Auf­zeich­nun­gen aus der Vi­deo-Über­wa­chung, die den Über­fall mit­ge­schnit­ten hat­te, si­cher­stell­te. Die Bil­der wer­den nun im Rah­men der wei­te­ren po­li­zei­li­chen Er­mitt­lun­gen aus­ge­wer­tet.

Dass Wett­bü­ros Ziel von be­waff­ne­ten Über­fäl­len wer­den, ist nicht neu. Zu­letzt war im Sep­tem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res ein sol­ches Bü­ro auf der Furth von ei­nem mas­kier­ten Mann über­fal­len wor­den.

Ges­tern be­klag­te Tim Sie­berts nur den Ver­lust von Bar­geld. „Die wa­ren nur auf Geld aus, da ist nichts zu Bruch ge­gan­gen“, sagt er. An­ders lag der Fall, als fast auf den Tag ge­nau vor fünf Jah­ren ein spek­ta­ku­lä­rer Ein­bruch in das Buch­ma­cher­ge­schäft an der Renn­bahn ver­übt wur­de. Da­mals wa­ren die Tä­ter sys­te­ma­tisch vor­ge­gan­gen: Erst bra­chen die ei­nen Schalt­kas­ten der Te­le­kom auf, durch­trenn­ten al­le Ka­bel und schal­te­ten so die Alarm­an­la­ge aus. Dann dran­gen sie in das Wett­bü­ro ein, wo sie ei­nen Tre­sor auf­bra­chen und 13.000 Eu­ro er­beu­te­ten. Die Spu­ren be­sei­ti­gen die Ein­bre­cher mit ei­nem Feu­er­lö­scher. Al­lein der Sach­scha­den war be­trächt­lich.

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