Ge­ne­ra­tio­nen auf Pa­py­rus fest­ge­hal­ten

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - NEUSS -

Im­mer wenn Li­lo Feis nach Ägyp­ten reist, hat sie zwei Din­ge zu er­le­di­gen. Zum ei­nen nutzt sie die Zeit, um aus­gie­big zu schnor­cheln. Aber die fünf Flug­stun­den nimmt die Neus­se­rin zwei­mal jähr­lich auch auf sich, um et­was zu kau­fen, was es in die­ser Qua­li­tät nur dort gibt – Pa­py­rus. Mit dem his­to­ri­schen Be­schreib­stoff fer­tigt sie et­was an, das sie in Nord­rhein-West­fa­len zu ei­nem Uni­kat macht. „Ich bin Stamm­baum-Zeich­ne­rin“, sagt Li­lo Feis. In mi­nu­ziö­ser Fe­in­st­ar­beit er­schafft sie die ein­zel­nen Ge­ne­ra­ti­ons­zwei­ge. Zu­nächst zeich­net sie ih­re Wer­ke mit Blei­stift vor, dann führt sie ei­nen so­ge­nann­ten Do­ku­men­ten­stift die Li­ni­en ent­lang, ehe sie dem Pa­py­rus mit Acryl- und Öl­far­be Le­ben ein­haucht. Seit Mit­te der Neun­zi­ger Jah­re bie­tet die Künst­le­rin ih­re Di­ens­te an. Ih­re Kun­den sind meist äl­te­re Men­schen, die sich be­reits mit Ah­nen­for­schung be­fasst ha­ben. „For­schen muss je­der selbst. Ich küm­me­re mich um die Gestal­tung“, sagt die Neus­se­rin. Ih­ren ers­ten Stamm­baum mal­te sie auf Ka­cheln. Da­mals hat­te Li­lo Feis noch ihr Ate­lier in Kle­ve, wo sie mehr als 20 Jah­re leb­te. Als sie ihr Ate­lier auf­gab und zu­rück nach Neuss zog, spe­zia­li­sier­te sie sich aus­schließ­lich aufs Stamm­baum­zeich­nen. Zu­vor war sie haupt­säch­lich mit Ma­jo­li­ka – al­so mit far­big be­mal­ter, zinn­gla­sier­ter ita­lie­ni­scher Ke­ra­mik – be­schäf­tigt. Doch ihr ers­ter Stamm­baum – üb­ri­gens ihr ei­ge­ner – hat­te ei­nen ent­schei­den­den Nach­teil: „Auf Ka­cheln kann ich nichts mehr hin­zu­fü­gen – beim Pa­py­rus schon“, sagt Li­lo Feis. So lässt sie auf den hauch­dün­nen Schei­ben meist et­was Raum, um neue Da­ten plat­zie­ren zu kön­nen. Auf Pap­pe zu zeich­nen, wä­re auf­grund der un­gleich­mä­ßi­gen Pa­py­rus-Struk­tur zwar viel ein­fa­cher, aber das Ma­te­ri­al hat es ihr ein­fach an­ge­tan. Und die Ver­wer­tung des qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Be­schreib­stof­fes wer­te ei­nen Stamm­baum, der von Fa­mi­lie zu Fa­mi­lie wei­ter­ge­ge­ben wer­den kann, zu­dem auf. Viel Wer­bung muss die ge­bür­ti­ge Rhe­ydte­rin nicht ma­chen. Meist läuft al­les über Mund-zu­Mund-Pro­pa­gan­da. Auch auf ver­schie­de­nen Märk­ten, wo Li­lo Feis aus­stell­te, wur­den die Men­schen auf ih­re in NRW ein­zig­ar­ti­ge Di­enst­leis­tung auf­merk­sam. Zu Be­ginn ih­rer Kar­rie­re fer­tig­te sie Kin­der-Por­träts an und stell­te sie in Neuss aus. Je nach For­mat be­nö­tigt Li­lo Feis für die Stamm­bäu­me – auf Wunsch fügt sie auch in­di­vi­du­el­le Zeich­nun­gen oder Fo­tos hin­zu – meh­re­re Wo­chen. „Ich kann täg­lich nur ei­ne bis an­dert­halb St­un­den dar­an ar­bei­ten, sonst ma­che ich Feh­ler“, sagt die Neus­se­rin. Im­mer wie­der gleicht sie die Da­ten ab, um auf Num­mer si­cher zu ge­hen. Meist kos­ten ih­re Stamm­bäu­me meh­re­re hun­dert Eu­ro. „Zwi­schen 60 und 70 Eu­ro pro Ge­ne­ra­ti­on“, sagt Li­lo Feis. Ak­tu­ell sitzt sie an ei­nem Stamm­baum für ei­nen Pro­fes­sor aus Mön­chen­glad­bach. 13 Ge­ne­ra­tio­nen ver­ewigt sie für ihn auf Pa­py­rus. Ne­ben Stamm- bäu­men fer­tigt sie auch so­ge­nann­te Ah­nen­ta­feln an. Der Un­ter­schied: Beim Stamm­baum sind die äl­te­ren Ge­ne­ra­tio­nen unten plat­ziert, bei der Ah­nen­ta­fel ist es an­ders­rum. Des­wei­te­ren be­schränkt sich die Ah­nen­ta­fel le­dig­lich auf El­tern und Kin­der. Wer In­for­ma­tio­nen ha­ben möch­te, kann sich an Li­lo Feis un­ter 021316635317 oder per Mail an li­lo.feis@ar­cor.de wen­den. ja­si

FO­TOS: WOI (2)/JA­SI (1)

Zu­nächst zeich­net Li­lo Feis ih­re Wer­ke mit Blei­stift vor, dann führt sie ei­nen so­ge­nann­ten Do­ku­men­ten­stift die Li­ni­en ent­lang, ehe sie dem Pa­py­rus mit Acryl- und Öl­far­be Far­be Le­ben ein­haucht. Seit Mit­te der Neun­zi­ger Jah­re bie­tet die Künst­le­rin ih­re Di­ens­te an.

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