An­lie­ger: Bür­ger­work­shop war ei­ne Far­ce

Ha­ben Stadt und Pla­nungs­grup­pe miss­lie­bi­ge Mei­nun­gen zur künf­ti­gen Gestal­tung des Plat­zes der Deut­schen Ein­heit im Bür­ger­work­shop dis­kre­di­tiert? Das wird von An­woh­nern be­haup­tet. Die Stadt­ver­wal­tung weist die­se Kri­tik zu­rück.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - GREVENBROICH & DORMAGEN - VON MAR­KUS PLÜM

GRE­VEN­BROICH „Kei­ne Denk­ver­bo­te“soll­te es ge­ben – so lau­te­te die An­sa­ge der Stadt Gre­ven­broich im Vor­feld des Bür­ger­work­shops zur künf­ti­gen Gestal­tung des Plat­zes der Deut­schen Ein­heit. Die Bür­ger soll­ten ak­tiv ih­re Ide­en und Mei­nun­gen ein­brin­gen kön­nen, aus den ge­sam­mel­ten Stim­men wür­den dann von Stadt und der Aa­che­ner Pla­nungs­grup­pe MWM Kon­zep­te und Lö­sun­gen ent­wi­ckelt.

Als An­woh­ner des Plat­zes nah­men auch Ca­ro­li­ne Uh­le-Ki­li­an und ihr Mann Ralf an dem Work­shop vor rund zwei Wo­chen im Ber­nar­dus­saal teil. Und sie be­rich­ten durch­aus von Denk­ver­bo­ten. „An je­dem Tisch sa­ßen Ver­tre­ter der Ver­ant­wort­li­chen von Stadt und Pla­nungs­grup­pe, die ver­sucht ha­ben, das Ge­spräch in ei­ne ge­wünsch­te Rich­tung zu len­ken“, sagt Uh­le-Ki­li­an.

Miss­lie­bi­ge Mei­nun­gen sei­en zu­dem dis­kre­di­tiert wor­den. „Statt­des­sen wur­de ver­sucht, die Dis­kus­si­ons­teil­neh­mer zu ma­ni­pu­lie­ren oder durch Sug­ges­tiv­fra­gen ge­dank­li­che Ge­burts­hil­fe zu leis­ten“, be­rich­tet Ralf Ki­li­an. Sei­ne Frau glaubt da­her, dass die Stadt­ver­wal­tung sehr wohl be­reits ein Kon­zept in der Hin­ter­hand ha­be. „Man woll­te die Teil­neh­mer für sei­ne Zwe­cke in­stru­men­ta­li­sie­ren. Da­her war der Work­shop ei­ne Far­ce.“

Der städ­ti­sche Bei­ge­ord­ne­te Flo­ri­an Her­pel be­dau­ert es, dass die Ver­an­stal­tung von ei­ni­gen als ma­ni­pu­la­tiv emp­fun­den wur­de. „Wir ha- ben dort er­geb­nis­of­fen Mei­nun­gen in gan­zer Band­brei­te ge­sam­melt. Von kom­plet­ter Zu­stim­mung bis hin zu to­ta­ler Ab­leh­nung ei­ner bau­li­chen Ve­rän­de­rung.“Den Vor­wurf, Stadt und Pla­nungs­grup­pe sei­en be­reits mit fer­ti­gen Kon­zep­ten in den Work­shop ge­gan­gen, weist er zu­rück. „Es gibt kei­ner­lei Vor­ga­ben an das Pla­nungs­bü­ro – nur die, dass ei­ne Um­ge­stal­tung vor­ge­nom­men wer­den muss. Nun wer­den wir Kon­zep­te er­stel­len, in de­nen die Bür­ger­wün­sche be­rück­sich­tigt wer­den.“

Das Ehe­paar Uh­le-Ki­li­an und wei­te­re An­woh­ner wün­schen sich al­ler­dings, dass al­les so bleibt, wie es ist. „Wir wol­len, dass bau­lich nichts ver­än­dert wird. Man muss es den Dro­gen­kran­ken ja nicht noch schöner ma­chen. Das ist ein so­zia­les Pro­blem, kein in­fra­struk­tu­rel­les.“Die An­lie­ger fin­den ih­re Mei­nung aber nicht aus­rei­chend be­rück­sich­tigt, denn: „Wenn man er­geb­nis­of­fen dis­ku­tie­ren will, dann darf es im Vor­feld auch kei­ne Vor­ga­ben ge­ben, dass ei­ne Um­ge­stal­tung vor­ge­nom­men wer­den muss.“

Dar­in sä­hen die An­lie­ger aber kei­nen Mehr­wert, be­haup­tet Ralf Ki­li­an. „Man zahlt viel Geld, das Um­feld än­dert sich nicht und die Häu­ser ver­lie­ren auch noch an Wert, da zwei Drit­tel der Park­plät­ze weg­fal­len wer­den.“Zu­mal auch die Fra­ge nach den An­lie­ger­kos­ten nicht be­ant­wor­tet wor­den sei. „Al­le, die hier woh­nen, wer­den Schwie­rig­kei­ten ha­ben, das Geld auf­zu­brin­gen. Aber kei­ner konn­te uns sa­gen, wel­che Kos­ten auf uns zu­kom­men“, sagt Uh­le-Ki­li­an. Flo­ri­an Her­pel be­tont in die­ser Sa­che, dass die Kos­ten noch nicht fest­ste­hen wür­den. „So lan­ge noch kei­ne Plä­ne ste­hen und es kein Kon­zept gibt, kön­nen wir auch kei­ne Kos­ten be­nen­nen.“

NGZ-FO­TO: SALZ

Ralf Ki­li­an und Ca­ro­li­ne Uh­le-Ki­li­an kri­ti­sie­ren den Bür­ger­work­shop zur Neu­ge­stal­tung des Plat­zes der Deut­schen Ein­heit.

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