Durch­wurf­hem­men­des Fens­ter­glas er­schwert Ein­bre­chern den Ein­stieg

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KULTUR IN NEUSS - VON SI­MO­NE A. MAYER

Ein­bre­cher su­chen sich meist die schwächs­te Stel­le am Haus aus, um ins Ge­bäu­de ein­zu­stei­gen – zum Bei­spiel die Fens­ter­schei­be.

Um sich vor Ein­bre­chern zu schüt­zen, si­chern vie­le Haus­be­sit­zer die Be­schlä­ge und Rah­men ih­rer Fens­ter in­zwi­schen bes­ser ab. So wird die Schei­be zur schwächs­ten Stel­le – und zur mög­li­chen Ein­tritts­pfor­te für Kri­mi­nel­le. Hel­fen kann hier ein Um­stieg auf Si­cher­heits­glas.

In vie­len Fens­tern hän­gen der­zeit gut däm­men­de Iso­lier­glas­schei­ben. Das sind zwei oder drei Glas­schei­ben, die über ei­nen Ab­stand­shal­ter luft­dicht ver­bun­den sind. Zwi­schen ih­nen be­fin­det sich zur Wär­me­iso­la­ti­on das Gas Ar­gon, bei äl­te­ren Schei­ben ist es ge­trock­ne­te Luft, er­läu­tert Pe­ter Birk­holz, Rat­ge­be­r­au­tor für die Stif­tung Wa­ren­test. Sol­che Iso­lier­glas­schei­ben be­schla­gen und ver­ei­sen im Win­ter nicht. Und man braucht nur zwei Sei­ten der Fens­ter zu put­zen – bei Dop­pel­fens­tern im Alt­bau sind es da­ge­gen vier.

Der Nach­teil von Iso­lier­glä­sern be­steht aber dar­in, dass die­se Schei­ben nicht ewig hal­ten: Nach 20 bis 30 Jah­ren lässt ih­re Dicht­heit nach. Das kön­nen Haus­be­sit­zer er­ken­nen, wenn die Schei­ben be­gin­nen, im Zwi­schen­raum zu be­schla­gen. „Sie wer­den blind“, sagt Pe­ter Birk­holz. „Auch win­zi­ge Be­schä­di­gun­gen wie ein kaum sicht­ba­rer Sprung ma­chen sie dann un­brauch­bar, denn ih­re Iso­lier­wir­kung ist da­mit da­hin.“

Birk­holz rät Haus­be­sit­zern, bei ei­nem oh­ne­hin fäl­li­gen Aus­tausch ab­zu­wä­gen, ob ei­ne durch­wurf­hem­men­de Ver­gla­sung – al­so ei­ne Art Si­cher- heits­glas – sinn­voll ist. „Liegt die Woh­nung im Erd­ge­schoss, hat sie von au­ßen leicht er­reich­ba­re Fens­ter, ei­ne zu­gäng­li­che Bal­kon- oder Ter­ras­sen­tür, über die Ein­bre­cher leicht ein­drin­gen kön­nen, so ist der re­la­tiv ge­rin­ge fi­nan­zi­el­le Auf­wand für ei­ne ein­bruch­hem­men­de Ver­gla­sung durch­aus zu recht­fer­ti­gen“, fin­det der Ex­per­te. Birk­holz rät da­zu, im Han­del be­wusst nach durch­wurf­hem­men­der Ver­g­la- sung zu fra­gen: „Gla­se­rei­be­trie­be be­ra­ten in die­ser Hin­sicht er­fah­rungs­ge­mäß erst bei ge­ziel­ter An­fra­ge und er­set­zen be­schä­dig­te Schei­ben üb­li­cher­wei­se in der ur­sprüng­li­chen Stan­dard­qua­li­tät.“

Doch was ge­nau be­deu­tet durch­wurf­hem­mend? Das Glas setzt sich aus zwei Schei­ben und ei­ner Spe­zi­al­fo­lie da­zwi­schen zu­sam­men. Wird ei­ne Schei­be zer­stört, haf­ten die Split­ter auf der Fo­lie. „Man braucht nicht gleich an Pan­zer­glas zu den­ken, hin­ter dem ein Bank­kas­sie­rer ar­bei­tet“, sagt Birk­holz. Schon die nied­rigs­te Klas­se ei­ner Durch­wurf­hem­mung sei aber wirk­sam, um zu ver­hin­dern, dass die Schei­be mit Hil­fe ei­nes St­eins oder Ham­mers zer­trüm­mert wer­den kann, so dass sie in sich zu­sam­men­fällt und dem Ein­dring­ling Tür und Tor öff­net.

Man darf aber auch nicht zu viel er­war­ten: „Na­tür­lich split­tert auch ei­ne ein­bruch­hem­men­de Ver­gla­sung bei ei­nem Ham­mer­schlag“, er­klärt der Au­tor. „Doch ei­ne zä­he Fo­lie schützt da­vor, dass sich der Ein­bre­cher ei­ne aus­rei­chend gro­ße Ein­stiegs­öff­nung ver­schafft.“Die Split­ter müss­ten erst in müh­sa­mer und ge­fähr­li­cher Ar­beit ent­fernt wer­den, um die­se Fo­lie zer­schnei­den zu kön­nen. Das rau­be Zeit und ber­ge ein Ver­let­zungs­ri­si­ko für den Ein­bre­cher.

„Na­tür­lich ist ei­ne durch­wurf­hem­men­de Glas­schei­be kein al­lei­ni­ges Mit­tel, ei­nen Ein­bruch zu ver­hin­dern. Da­zu ge­hö­ren auch so­li­de Ver­rie­ge­lun­gen an der Schließ- und Band­sei­te des Fens­ters so­wie der Tür“, be­tont Ex­per­te Pe­ter Birk­holz.

FO­TO: DA­NI­EL MAU­RER

Die Schei­ben sind meist die schwächs­te Stel­le ei­nes Fens­ters – und ei­ne mög­li­che Ein­tritts­pfor­te für Kri­mi­nel­le.

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