Re­form ge­plant für das Recht auf Zeug­nis­ver­wei­ge­rung

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - POLITIK -

BER­LIN (qua) Die Jus­tiz­mi­nis­ter wol­len das Recht auf Zeug­nis­ver­wei­ge­rung re­for­mie­ren. Bis­lang greift die­ses nur für Ver­hei­ra­te­te, Ver­lob­te und je­ne in El­tern-Kind-Be­zie­hun­gen. An­ge­sichts wach­sen­der Zah­len von Patch­work-Fa­mi­li­en soll das Zeug­nis­ver­wei­ge­rungs­recht „der Le­bens­wirk­lich­keit die­ser Nä­he­be­zie­hun­gen“an­ge­passt wer­den. Dar­auf ei­nig­ten sich die Jus­tiz­mi­nis­ter der Län­der ges­tern im rhein­land­pfäl­zi­schen Dei­des­heim.

NRW-Jus­tiz­mi­nis­ter Tho­mas Kut­scha­ty (SPD) zog zur Be­grün­dung ein pro­mi­nen­tes Bei­spiel her­an. „Am deut­lichs­ten wird es, wenn wir uns den frü­he­ren Bun­des­prä­si­den­ten Joa­chim Gauck an­schau­en. Der müss­te in ei­nem et­wai­gen Pro­zess ge­gen sei­ne Le­bens­ge­fähr­tin aus­sa­gen, ob­wohl er seit rund 20 Jah­ren mit ihr zu­sam­men­lebt“, sag­te Kut­scha­ty un­se­rer Re­dak­ti­on. Ge­gen sei­ne Frau müs­se er nicht aus­sa­gen, ob­wohl er sie viel­leicht schon seit 20 Jah­ren nicht mehr ge­se­hen ha­be. Die­ser Fall ma­che deut­lich, er­klär­te Kut­scha­ty „dass das schlich­te Ab­stel­len auf Ver­löb­nis und Ehe sei­nen ur­sprüng­lich völ­lig be­rech­tig­ten Zweck ver­lo­ren hat“. Statt­des­sen soll­te die Rechts­la­ge auf die Nä­he der Be­zie­hung zie­len.

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