Bür­ger­amt soll Di­ens­te mo­bil an­bie­ten

Ein Bür­ger­kof­fer für Haus­be­su­che, den Aus­bau von E-Go­vern­ment-Di­ens­ten und ei­ne drit­te Au­ßen­stel­le des Bür­ger­amts, die im Neus­ser Nor­den ent­ste­hen könn­te, ge­hö­ren zu den Maß­nah­men für mehr Ser­vice der Ver­wal­tung.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - NEUSS - VON ANDRE­AS BUCHBAUER

NEUSS Im Haupt­aus­schuss wird heu­te über die Ein­füh­rung von mo­bi­len Bür­ger­sprech­stun­den der Stadt­ver­wal­tung dis­ku­tiert. Ziel ist es, in den Stadt­tei­len ver­stärkt Ser­vice­diens­te an­zu­bie­ten – zum Bei­spiel bei An-, Ab- und Um­mel­dun­gen oder wenn ein neu­er Per­so­nal­aus­weis be­nö­tigt wird. Zur­zeit gibt es ne­ben dem Bür­ger­amt im Neus­ser Rat­haus zwei Au­ßen­stel­len, die sich in Norf und Holz­heim be­fin­den. Der Haupt­aus­schuss hat­te in sei­ner Fe­bru­ar-Sit­zung den Be­schluss ge­fasst, dass die Ver­wal­tung ei­ne Aus­wei­tung ih­res Ser­vice­an­ge­bots prü­fen soll. Da­für hat­te sich die SPD mit ei­nem An­trag stark­ge­macht. Die­se Lö­sungs­vor­schlä­ge kom­men nun in der heu­ti­gen Sit­zung des Gre­mi­ums, das ab 17 Uhr im Rat­haus tagt, auf den Tisch.

Die Ver­wal­tung hat ei­nen Ka­ta­log er­stellt, wie die Di­enst­leis­tun­gen nicht nur im Rat­haus und den Au­ßen­stel­len, son­dern auch zum Bei­spiel durch Haus­be­su­che er­wei­tert wer­den kön­nen. Bei letz­te­ren könn­te ein so­ge­nann­ter Bür­ger­kof­fer zum Ein­satz kom­men. Er ist mit Lap­top, Scan­ner, Än­de­rungs­ter­mi­nal, Si­gna­tur­pad und Ka­me­ra aus­ge­stat­tet und könn­te in Ein­zel­fäl­len bei Per­so­nen, die kör­per­lich be­ein­träch­tigt sind und das Bür­ger­amt nicht selbst auf­su­chen kön­nen, An­wen­dung fin­den. Auch in Pfle­ge­hei­men be­zie­hungs­wei­se Flücht­lings­un­ter­künf­ten könn­te er laut Ver­wal­tung ein­ge­setzt wer­den. Die An- schaf­fung ei­nes Bür­ger­kof­fers wird im Rat­haus mit Kos­ten in Hö­he von 5000 Eu­ro be­zif­fert. Al­ler­dings be­lässt es die Ver­wal­tung in ih­rer Kal­ku­la­ti­on nicht da­bei. Dar­in wird be­tont, dass ein Fahr­zeug an­ge­schafft wer­den müss­te, um mit dem Bür­ger­kof­fer, der ein Ge­wicht von rund 15 Ki­lo­gramm ha­be, im Stadt­ge- biet mo­bil zu sein. An­schaf­fungs­kos­ten: 30.000 Eu­ro. Hin­zu kä­men Ver­si­che­rung und Per­so­nal­kos­ten.

Als zwei­ten Lö­sungs­vor­schlag für ei­ne Aus­wei­tung des An­ge­bots im Bür­ger­amt wird von der Ver­wal­tung auf die Di­gi­ta­li­sie­rung ver­wie­sen. E-Go­vern­ment-Di­ens­te, die Bü­ro­kra­tie ab­bau­en und den Ser­vice für Bür­ger ver­bes­sern sol­len, müss­ten da­für suk­zes­si­ve aus­ge­baut wer­den. Die Zu­kunfts­kom­mis­si­on Di­gi­ta­le Agen­da wird 2018 ein um­fas­sen­des Kon­zept für die Stadt der Zu­kunft vor­le­gen. Ein wei­te­rer Lö­sungs­vor­schlag der Ver­wal­tung: die Schaf­fung ei­ner drit­ten Au­ßen­stel­le des Bür­ger­amts – nach Norf und Holz­heim wür­de sich der Neus­ser Nor­den da­für an­bie­ten. Auch hier sind die Kos­ten je­doch nicht zu knapp: Et­wa 50.000 Eu­ro wür­de die­se Au­ßen­stel­le laut Ver­wal­tung pro Jahr kos­ten – bei 15 St­un­den Öff­nungs­zei­ten pro Wo­che. Das al­ler­dings wür­de Aus­ga­ben be­deu­ten, zu de­nen sich die Po­li­tik in Zei­ten durch­rin­gen müss­te, wäh­rend de­rer die Ar­beits­grup­pe Haus­halts­kon­so­li­die­rung ei­nen Spar-Plan für die Stadt ent­wi­ckeln soll. Ziel ist es, den Haus­halt um jähr­lich zehn Mil­lio­nen Eu­ro struk­tu­rell zu ent­las­ten.

NGZ-FO­TO: LOTHAR BERNS

Das Bür­ger­amt – hier ei­ne Be­ra­tung mit To­nia Ale­belt – soll mo­bil wer­den und sei­ne Di­enst­leis­tun­gen in Zu­kunft auch ver­stärkt in den Stadt­tei­len an­bie­ten.

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