Das lan­ge War­ten auf den Re­gen

Die lang­an­hal­ten­de Tro­cken­heit macht Land­wir­ten, Hob­by­gärt­nern und auch dem Stadt­grün zu schaf­fen. Heu­te könn­te es Ge­wit­ter ge­ben. Doch star­ke Platz­re­gen nut­zen den Pflan­zen nicht. Kar­tof­feln sol­len teu­rer wer­den.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KAARST - VON DAG­MAR FISCH­BACH

KAARST Für heu­te mel­det der Deut­sche Wet­ter­dienst Tem­pe­ra­tu­ren bis zu 35 Grad und für den Nach­mit­tag die Ge­fahr von Ge­wit­tern, Stark­re­gen, Ha­gel. „Sol­che Re­gen­güs­se mit bis zu 40 Mil­li­me­ter Nie­der­schlag pro St­un­de, wie wir sie in der ver­gan­ge­nen Wo­che hat­ten, nut­zen den Pflan­zen gar nichts. Das Was­ser läuft ober­fläch­lich weg oder ver­si­ckert in den Rissen des aus­ge­trock­ne­ten Bo­dens“, sagt der stell­ver­tre­ten­de Orts­land­wirt, Jo­han­nes Küp­pers. Die Kaars­ter Land­wir­te war­ten

„Pflan­zen mö­gen es nicht, mit dem Dusch­kopf be­sprüht zu wer­den“

Hei­ner Go­e­tsch­kes

Gar­ten­bau­er

schon lan­ge auf den Re­gen. „We­gen der Tro­cken­heit wird es in die­sem Jahr auf je­den Fall Min­der­erträ­ge ge­ben“, pro­gnos­ti­ziert Küp­pers. Die Gers­te re­du­zie­re die Kör­ner pro Äh­re, bei wei­te­rem Was­ser­man­gel blie­ben die Kör­ner klei­ner. Um auf den Ge­mü­se­äckern ei­ne gu­te Ern­te zu er­zie­len, müss­ten die Land­wir­te lau­fend be­reg­nen. „Wenn die Pflan­zen aus­rei­chend mit Was­ser ver­sorgt wer­den, wach­sen sie gut. Aber das kos­tet ko­los­sal und treibt auch die Prei­se für die Ver­brau­cher in die Hö­he“, sagt der stell­ver­tre­ten­de Orts­land­wirt. So sei da­mit zu rech­nen, dass die Kar­tof­feln in die­sem Jahr teu­rer wer­den.

Auch am Sport­zen­trum Kaars­ter See lau­fen die Spren­ger. „Da­mit der Ra­sen­platz be­spiel­bar bleibt, schal­te ich je­de Nacht die 15 Reg­ner an. Sonst ist der Platz hart wie Be­ton“, be­rich­tet Hau­meis­ter Ste­phan Eck­hardt. Das Was­ser kom­me al­ler­dings nicht aus der Lei­tung son­dern aus Brun­nen. „Das ist güns­ti­ger“, er­läu­tert Eck­hart. Die Stadt hat für ihr Kü­bel-Grün ei­ne ex­ter­ne Fir­ma be­auf­tragt. „Un­se­re 131 Pflanz­kü­bel wer­den in den kom­men­den Ta­gen zu­sätz­lich we­gen der Hit­ze ge­gos­sen“, sagt Stadt-Spre­cher Pe­ter Bött­ner. Das Per­so­nal des Bau­hofs sei durch die Tour de Fran­ce ge­bun­den. Die Kos­ten fürs Fremd-Gie­ßen be­zif­fert er auf rund 1000 Eu­ro.

Bäu­me, Sträu­cher und Blu­men in Parks und am Stra­ßen­rand blie­ben sich selbst über­las­sen. „Die Er­fah­rung zeigt, dass sie das ganz gut schaf­fen“, so Stadt­spre­cher Bött­ner. Er ap­pel­liert aber an die Bür­ger, beim Gie­ßen des ei­ge­nen Gar­tens auch das öf­fent­li­che Grün zu be­den­ken.

Hob­by-Gärt­ner soll­ten es üb­ri­gens mit dem Wäs­sern nicht über­trei­ben. „Pflan­zen mö­gen es nicht, mit dem Dusch­kopf be­sprüht zu wer­den. Das er­höht das Ri­si­ko von Mehl­tau“, er­klärt Gar­ten­bau­er Hei­ner Go­e­tsch­kes. Bes­ser sei es, den Schlauch dicht an der Pflan­ze auf den Bo­den zu le­gen. Dann spie­le es auch kei­ne Rol­le, zu wel­cher Ta­ges­zeit ge­gos­sen wer­de. „Denn auf die­se Wei­se ge­langt das Was­ser an die Wur­zeln und die Pflan­ze pro­fi­tiert auf je­den Fall da­von“, so Hei­ner Go­e­tsch­kes. Op­ti­mal sei es, ei­ne Art Gra­ben um die Pflan­ze aus­zu­he­ben, um das Weg­lau­fen des Was­sers zu ver­hin­dern.

Sei­nen rund ei­nen Hekt­ar gro­ßen Gar­ten­bau­be­trieb wäs­sert er eben­so wie sei­ne sechs Hekt­ar Erd­beer­fel­der täg­lich . „Aber für die Früch­te ist es schon zu heiß. Um op­ti­mal zu rei­fen, brau­chen sie Tem­pe­ra­tu­ren um 25 Grad. Sonst wer­den sie zu schnell reif. Dann kön­nen sie kei­nen Zu­cker auf­bau­en. Der ist aber wich­tig für den ty­pi­schen Erd­beer­ge­schmack.“

FO­TO: DPA

Die Tro­cken­heit macht auch den Pflan­zen auf den Fel­dern zu schaf­fen. Land­wir­te müs­sen ihr Ge­mü­se – wie in die­sem Fall Kar­tof­feln – künst­lich be­reg­nen.

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