Stadt will wie­der die Grund­steu­er B er­hö­hen

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - GREVENBROICH - VON WILJO PIEL

GRE­VEN­BROICH Die Stadt­ver­wal­tung will den Bür­gern er­neut ins Porte­mon­naie grei­fen, um den Haus­halt zu sa­nie­ren. Denn für 2019 droht wie­der­holt ei­ne Er­hö­hung der Grund­steu­er B – das wä­re dann die vier­te in­ner­halb kür­zes­ter Zeit. Dies ist ei­nem Pa­pier zu ent­neh­men, das heu­te dem Haupt-, Fi­nanz- und De­mo­gra­fie­aus­schuss vor­ge­legt wird.

Das Gre­mi­um be­fasst sich ganz­tä­gig mit dem Etat-Ent­wurf für 2018, des­sen De­fi­zit seit Mit­te Mai von 17,8 auf rund 20 Mil­lio­nen Eu­ro ge­stie­gen ist. Als Grün­de nennt Käm­me­rin Mo­ni­ka Stirken-Hoh­mann un­ter an­de­rem den Bau von drin­gend be­nö­tig­ten Kin­der­gar­ten­grup­pen und die Phe­nol-Sa­nie­rung in der Ge­samt­schu­le. Die­se zu­sätz­li­chen Be­las­tun­gen wür­den den ho­hen Kon­so­li­die­rungs­druck aber­mals ver­schär­fen, ver­merkt Stir­kenHoh­mann. Ge­eig­ne­te Ge­gen­maß­nah­men, die kurz­fris­tig Ent­las­tung schaf­fen wür­den, lä­gen ihr nicht vor. „Bei­spiels­wei­se kön­nen Um­struk­tu­rie­run­gen im Per­so­nal­be­reich (...) erst auf Sicht zu den not­wen­di­gen Haus­halts­ent­las­tun­gen füh­ren“, so die Käm­me­rin.

We­gen der an­hal­tend de­so­la­ten Fi­nanz­la­ge müs­se die Stadt nicht nur nach Ein­spar­po­ten­zia­len su­chen, no­tiert Stirken-Hoh­mann. Auch Ein­nah­me­quel­len müss­ten aus­ge­schöpft wer­den.

Und da­mit meint sie die Grund­steu­er B, die ab dem Haus­halts­jahr 2019 er­neut er­höht wer­den soll – und zwar um 50 auf 550 Pro­zent- punk­te. Das er­schei­ne ihr un­aus­weich­lich, so die Käm­me­rin – es sei denn, bis zum Rats­ent­scheid über den Haus­halt 2018 am 13. Ju­li kön­ne „ei­ne Kom­pen­sa­ti­on an­der­wei­tig ver­läss­lich si­cher­ge­stellt wer­den“. Dann, meint Mo­ni­ka Stir­kenHoh­mann, wer­de ei­ne Er­hö­hung ob­so­let.

Nach­dem der He­be­satz für die Grund­steu­er B gut 14 Jah­re lang un­ver­än­dert 425 Pro­zent­punk­te be­trug, ka­men 2014, 2016 und 2017 je­weils 25 Pro­zent­punk­te oben­drauf.

Mit dem Vor­schlag zu ei­ner wei­te­ren Er­hö­hung um 50 Pro­zent­punk­te ab 2019 folgt die Käm­me­rin of­fen­sicht­lich ei­ner Emp­feh­lung der Ge­mein­de­prü­fungs­an­stalt (GPA), die im Vor­jahr ei­ne Prü­fung des Grevenbroicher Rat­hau­ses vor­ge­nom­men hat­te. Wi­der­stand ge- gen die­se Plä­ne kün­digt die CDU an. „Wir wer­den kei­nes­falls mit­zie­hen“, sagt Frak­ti­ons­chef Wolf­gang Kai­ser. „Das stän­di­ge Schröp­fen der Bür­ger muss ein En­de ha­ben.“Sein Ap­pell an die Stadt: „End­lich ein­mal Ein­spa­run­gen am Rat­hausPer­so­nal vor­neh­men.“

Kei­nen Grund zur Auf­re­gung sieht in­des SPD-Frak­ti­ons­vi­ze Holger Holz­grä­ber. Soll­te der Aus­schuss heu­te den von den So­zi­al­de­mo­kra­ten for­mu­lier­ten Ge­ne­ral­an­trag zum Sa­nie­rungs­plan fol­gen, wer­de ei­ne Grund­steu­er­er­hö­hung nicht er­for­der­lich. „Mit un­se­ren Vor­schlä­gen lässt sich die von der Käm­me­rin ge­for­der­te Kom­pen­sa­ti­on gut er­rei­chen“, sagt Holz­grä­ber. Wie be­rich­tet, er­hofft sich die SPD von dem Pro­gramm jähr­li­che Ein­spa­run­gen von vier Mil­lio­nen Eu­ro.

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