Bür­ger­stif­tung zeich­net die bes­ten Azu­bis aus

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - DORMAGEN - VON AN­NE­LI GOEBELS

ROMMERSKIRCHEN Es war ein biss­chen wie bei der Vox-Sen­dung „Shop­ping Queen“. Denn Eck­art Ros­zink­sy, Vor­sit­zen­der der Rom­mers­kir­che­ner Bür­ger­stif­tung, über­gab den bei­den Azu­bis im An­schluss an sei­ne Re­de nicht nur ei­ne Ur­kun­de, son­dern auch ei­nen Um­schlag. Und in dem war das Preis­geld – 500 Eu­ro. Er er­mahn­te sie, vor­sich­tig mit dem Geld zu sein, es nicht zu ver­lie­ren und es sich vor al­lem nicht ab­neh­men zu las­sen.

Zum sechs­ten Mal hat­te die Bür­ger­stif­tung zu dem Wett­be­werb „Rom­mers­kir­chens bes­te Azu­bis“auf­ge­ru­fen. Be­wor­ben hat­ten sich in die­sem Jahr nur fünf jun­ge Leu­te. „Das ist scha­de“, sagt El­mar Gas­ten, Ge­mein­de­spre­cher und Vor­stands­mit­glied der Stif­tung. „Wir hat­ten auch schon mal acht Be­wer­bun­gen. Wahr­schein­lich müs­sen wir den Wett­be­werb noch be­kann­ter ma­chen“, ist sei­ne Mei­nung. Und auf eins le­gen die Mit­glie­der viel Wert, näm­lich dar­auf, dass die Rom­mers­kir­che­ner Bür­ger­stif­tung die ein­zi­ge im Rhein-Kreis ist, die ei­nen Azu­biWett­be­werb im An­ge­bot hat. „Abitu­ri­en­ten wer­den je­des Jahr nicht nur von ih­rer Schu­le, son­dern auch von Un­ter­neh­men, Ver­bän­den oder an­de­ren Stif­tun­gen aus­ge­zeich­net. Aus­zu­bil­den­de lei­der nicht“, sagt Ros­zins­ky. Er lob­te die „her­vor­ra­gen­den Zeug­nis­se“der bei­den Aus­ge­zeich­ne­ten. Auch Bür­ger­meis­ter Mar­tin Mer­tens be­ton­te, wie hoch­wer­tig die Aus­bil­dung ge­ra­de in Deutsch­land sei und sag­te: „Ich wür­de mich freu­en, wenn Sie wei­ter­hin in Rommerskirchen ar­bei­ten wür­den.“

Ob das in Er­fül­lung geht, wird sich noch her­aus­stel­len. Denn Plä­ne ha­ben die bei­den Aus­ge­zeich­ne­ten längst. So möch­te Na­di­ne Rei­che, die bei Rewe zu­nächst ei­ne zwei­jäh­ri­ge Aus­bil­dung zur Ver­käu­fe­rin ge­macht und ges­tern nach ei­nem wei­te­ren Aus­bil­dungs­jahr ih­re Prü­fung zur Ein­zel­han­dels­kauf­frau ab­ge­legt hat, noch ih­ren Wirt­schafts­fach­wirt „drauf­set­zen“. „Da­nach möch­te ich ger­ne im Bü­ro ar­bei­ten oder ir­gend­wann ein­mal Fi­li­al­lei­te­rin wer­den“, sagt die 21 Jah­re al­te Frix­hei­me­rin, die beim Zei­tungs­le­sen auf den Wett­be­werb auf­merk­sam wur­de. Und sie ver­rät: „Ei­gent­lich woll­te ich nie in den Ein­zel­han­del. Doch dann ha­be ich dort als Aus­hil­fe ge­ar­bei­tet und fest­ge­stellt, wie viel Spaß mir der Kun­den­kon­takt macht.“

Auch Ma­xim­li­an Ha­mann wur­de am Di­ens­tag Abend für den Ab- schuss in ei­nem Be­ruf ge­ehrt, den er ei­gent­lich so gar nicht auf dem Schirm hat­te: Dach­de­cker. „Ich woll­te nach mei­nem Re­al­schul­ab­schluss Elek­tro­ni­ker wer­den. Doch dann bin ich über ei­ne Klas­sen­ka­me­ra­din zum Un­ter­neh­men Ka­plan ge­kom­men, ha­be dort erst ein Prak­ti­kum ge­macht und schließ­lich die Aus­bil­dung“, er­zählt der 19-Jäh­ri­ge, der sei­ne Lehr­zeit so­gar um ein hal­bes Jahr ver­kür­zen konn­te. Und was ge­fällt ihm an dem Be­ruf? „Es ist toll, im­mer an der fri­schen Luft zu sein und die Welt von oben se­hen zu kön­nen“, sagt der Sin­ste­de­ner, der ein gro­ßes Hob­by hat, das Tam­bour­korps All­rath, in dem er seit fünf Jah­ren trom­melt. Als nächs­tes wird er die Meis­ter­schu­le in Mo­ers be­su­chen, vor­her aber noch von den 500 Eu­ro Preis­geld sei­nen Kol­le­gen ei­nen aus­ge­ben.

NGZ-FO­TO: SALZBURG

Na­di­ne Rei­che, Eck­art Ros­zins­ky, Vor­sit­zen­der der Bür­ger­stif­tung, und Ma­xi­mi­li­an Ha­mann vor dem Rat­haus.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.