Staf­felein­tei­lung sorgt für Un­mut und Un­ver­ständ­nis

Die Fuß­ball-Lan­des­li­gis­ten spie­len gleich dop­pelt ge­gen den TSV Meer­busch. Die acht Be­zirks­li­gis­ten wer­den auf­ge­teilt.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - SPORT IM RHEIN-KREIS - VON CHRISTOS PASVANTIS

RHEIN-KREIS In den ver­gan­ge­nen sechs Jah­ren ha­ben die hei­mi­schen Be­zirks­li­gis­ten Glück ge­habt. Von den Un­muts­äu­ße­run­gen und Pro­test­stür­men, wenn Wolf­gang Ja­des und sein Ko­mi­tee vom Fuß­ball­ver­band Nie­der­rhein die Grup­pen­ein­tei­lung zur kom­men­den Fuß­bal­lsai­son ver­kün­den, blieb der Fuß­ball- kreis 5 ver­schont. Das än­dert sich in Gre­ven­broich und Neuss nun wie­der: Erst­mals seit der Sai­son 2010/ 2011 tre­ten die acht Be­zirks­li­gis­ten wie­der in zwei Grup­pen an.

Für Dis­kus­sio­nen sorgt die Ein­tei­lung in der Lan­des­li­ga, wo der SC Ka­pel­len, VdS Nie­ven­heim und VfL Jüchen/Garz­wei­ler in Staf­fel 1 an­tre­ten. Dort stößt die Tat­sa­che, dass der TSV Meer­busch mit Erst- und Zweit­ver­tre­tung in der glei­chen Grup­pe spielt, auf we­nig Ver­ständ­nis. „Das kam sehr über­ra­schend. Das fin­de ich, ehr­lich ge­sagt, nicht sehr glück­lich, wenn man in ei­ner Leis­tungs­li­ga im Se­nio­ren­be­reich ei­ne fai­re Durch­füh­rung ge­währ­leis­ten will“, sagt Oli­ver Sei­bert, Trai­ner des Ab­stei­gers Ka­pel­len. Zu­mal die von Sei­berts Vor­gän­ger To­ni Mo­li­na ge­coach­te Meer­bu­scher Erst­ver­tre­tung als Ober­li­ga-Ab­stei­ger durch­aus um den Auf­stieg mit­spie­len könn­te. Auch VdS-Coach Tho­mas Bahr for­dert ei­ne kla­re Tren­nung: „Die soll­ten vor der Sai­son ganz klar zwei fes­te Ka­der be­nen­nen und dann nicht wäh­rend der Sai­son hin- und her­schie­ben.“Um ei­ne Ver­zer­rung so weit wie mög­lich aus­zu­schlie­ßen, sol­len bei­de Teams dem Ver­neh­men nach schon am ers­ten Spiel­tag auf­ein­an­der­tref­fen.

Da­von ab­ge­se­hen sei die Ein­tei­lung gut. Die Geg­ner aus Düs­sel­dorf, Mett­mann, Mön­chen­glad­bach und Meer­busch wa­ren so zu er­war­ten, wie Bahr meint: „Die­se Ein­tei­lung fin­de ich sehr ver­nünf­tig. Da­mit konn­te man rech­nen.“

Ja­des, Vor­sit­zen­der des Fuß­ball­aus­schus­ses des Fuß­ball­ver­ban­des, er­klärt: „Man muss im­mer Kom­pro­mis­se schlie­ßen und kann lei­der nie al­le zu­frie­den­stel­len.“Ge­trof­fen hat es in die­sem Jahr in der Be­zirks­li­ga vor al­lem den SV Ue­des­heim, der in der Auf­stiegs­re­le­ga­ti­on knapp am VfL Ben­rath ge­schei­tert war. Ge­mein­sam mit den bei­den Dor­ma­ge­ner Ver­tre­tern FC Zons (Auf­stei­ger) und TSV Bay­er Dor­ma­gen (Ab­stei­ger) muss der SVÜ in Grup­pe 1 ran. „Das ist für uns na­tür­lich sehr un­glück­lich. Auch wenn ich ver­ste­hen kann, dass es im­mer ir­gend­je­man­den tref­fen muss“, sagt der Vor­sit­zen­de Klaus Haas.

Denn nicht nur in­ner­halb des Krei­ses, auch in­ner­halb der ei­ge­nen Stadt wird er ge­trennt. „Bis Gna­den­tal sind es von uns aus sechs Ki­lo­me­ter, bis Holz­heim zwölf“, rech­net er vor. „Das ist schon scha­de, wenn man nicht ge­gen­ein­an­der spielt.“Statt­des­sen geht es künf­tig ge­gen Kon­kur­renz aus Düs­sel­dorf und So­lin­gen. „Da kommt ei­ni­ges mehr an Un­kos­ten auf uns zu“, sagt Haas. Zu­mal er auch mit we­ni­ger Zu­schau­ern rech­net: „Wenn es bei uns mal voll wird, dann nur bei Lo­kal­du­el­len. Die hast du jetzt na­tür­lich gar nicht mehr. Selbst wenn Dor­ma­gen kommt, brin­gen die ja kei­ne zehn Mann mit.“Sport­lich ist die Grup­pe, in der sich im TSV El­ler, SSV Berg­hau­sen und FC Büderich auch hoch­ka­rä­ti­ge Kon­kur­renz des Vor­jah­res tum­melt, recht stark ein­zu­schät­zen.

Et­was bes­ser könn­te es den Rest des Rhein-Krei­ses er­wischt ha­ben – auch wenn sich Pro­gno­sen zu die­sem Zeit­punkt noch ver­bie­ten. „Ich bin da im­mer sehr vor­sich­tig. Wir wa­ren na­tür­lich im letz­ten Jahr in ei­ner sehr gu­ten Düs­sel­dor­fer Grup­pe. Trotz­dem wer­de ich mich jetzt nicht hin­stel­len und sa­gen, dass es ein­fa­cher wird“, er­klärt Trai­ner Her­mann-Jo­sef Ot­ten vom TuS Gre­ven­broich. Er muss ge­nau wie der SV Bed­bur­dyck/Gier­ath, die SG Kaarst, die Holz­hei­mer SG und die DJK Gna­den­tal in Grup­pe 4 in Rich­tung Mön­chen­glad­bach und Grenz­land rei­sen. „Da sind ein paar be­kann­te Tra­di­ti­ons­ver­ei­ne da­bei, die ich auch al­le stark ein­schät­ze“, sagt Ot­ten, der es zum Bei­spiel mit dem Rhe­ydter SV, SV Lür­rip oder der DJK/VfL Gie­sen­kir­chen zu tun be­kommt. Mit dem TSV Kaldenkirchen, Teu­to­nia St. Tö­nis oder Fortu­na Dil­krath kann er hin­ge­gen we­ni­ger an­fan­gen: „Die kön­nen wir al­le noch nicht wirk­lich ein­ord­nen.“

FO­TO: HU­BERT WILSCHREY

Sho­ta Arai (l.) muss mit dem SC Ka­pel­len in der Lan­des­li­ga gleich vier­mal ge­gen den TSV Meer­busch ran.

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