Wild­park ist raus aus dem Spar­kon­zept

Der Haupt-, Fi­nanz- und De­mo­gra­fie­aus­schuss hat sich ges­tern da­für ent­schie­den, kei­ne Ein­spa­run­gen an dem be­lieb­ten Frei­zeit­ziel vor­zu­neh­men. Das ge­sam­te Gre­mi­um folg­te da­mit ei­nem An­trag von CDU und Grü­nen.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - GREVENBROICH - VON WIL­JO PIEL

GREVENBROICH Ab 2018 woll­te Mo­ni­ka Stirken-Hoh­mann rund 50.000 Eu­ro jähr­lich am Tier­park ein­spa­ren. Das hat­te die Käm­me­rin so im Haus­halts­sa­nie­rungs­kon­zept der Stadt ver­an­kert. „Die­ser Pos­ten muss raus aus dem Spar-Pro­gramm“, for­der­ten CDU und Grü­ne – und hat­ten da­mit bei den gest­ri­gen Etat-Be­ra­tun­gen gro­ßen Er­folg, denn der kom­plet­te Aus­schuss folg­te die­sem Be­geh­ren. „Gott sei Dank“, sag­te Wolf­gang Kai­ser (CDU). „Denn die Ein­spa­rung hät­te das si­che­re ,Aus’ für den Park be­deu­tet, und das wä­re fa­tal für vie­le Fa­mi­li­en in un­se­rer Stadt ge­we­sen.“Die Po­li­ti­ker ha­ben sich auf die Fah­nen ge­schrie­ben, die 50.000 Eu­ro an­der­wei­tig ein­zu­spa­ren.

Ums Spa­ren ging es aus­schließ­lich bei der ganz­tä­gi­gen Sit­zung im Ber­nar­dus­saal. Gro­ßes Po­ten­zi­al sieht das Gre­mi­um bei den Per­so­nal­kos­ten im Rat­haus, die 2018 mit 34,7 Mil­lio­nen Eu­ro zu Bu­che schla­gen. „Das ver­langt nach ei­ner Ver­bes­se­rung von Or­ga­ni­sa­ti­on und Struk­tur der Ge­samt­ver­wal­tung“, sag­te Kai­ser. Ge­eig­ne­te We­ge soll nun ei­ne Un­ter­su­chung der Ge­mein­de­prü­fungs­an­stalt (GPA) auf­zei­gen. Er­hält die Stadt aus Düs­sel­dorf den Zu­schlag für die­sen Check, könn­te er im Au­gust be­gin­nen. „Ers­te Er­geb­nis­se wer­den dann in der De­zem­ber­sit­zung des Ra­tes vor­ge- legt“, sag­te Bür­ger­meis­ter Klaus Krüt­zen. Von der Un­ter­su­chung ver­spricht er sich zum ei­nen ein ver­bes­ser­tes Per­so­nal­kon­zept, zum an­de­ren wert­vol­le Hin­wei­se für ei­ne Zu­sam­men­ar­beit mit be­nach­bar­ten Städ­ten und Ge­mein­den.

Der von SPD-Frak­ti­ons­chef Horst Ger­brand ein­ge­reich­te Ge­ne­ral­an­trag zum Haus­halts­sa­nie­rungs­kon­zept – der Ein­spa­run­gen von jähr­lich vier Mil­lio­nen Eu­ro vor­sieht – wur­de nicht in Gän­ze ver­ab­schie­det, son­dern ge­split­tet. So soll et­wa die De­bat­te über den Ver­zicht auf „über­flüs­si­ge“Turn­hal­len im Stadt­ge­biet erst im Sport­aus­schuss ge­führt wer­den. Und: Die von der SPD ge­for­der­te An­pas­sung des St­un­den­lohns der Wirt­schafts­be­trie­be auf markt­üb­li­che Kon­di­tio­nen (Ein­spar­ef­fekt: 2,4 Mil­lio­nen) wur­de nicht be­schlos­sen. „Wir er­war­ten aber, dass es bei den neu­en ,Stadt­be­trie­ben Grevenbroich’, die 2018 als AöR an den Start ge­hen, zu deut­li­chen Ein­spa­run­gen kom­men wird“, be­ton­te Horst Ger­brand.

Nicht ent­schlie­ßen konn­te sich der Aus­schuss zu der von „Mein Grevenbroich“ge­for­der­ten Ver­klei­ne­rung des Ra­tes, dar­über wol­len die Frak­tio­nen noch in­tern be­ra­ten. Eben­so wur­de das von der Wäh­ler­ge­mein­schaft ver­lang­te Sport­stät­ten-Zu­kunfts­kon­zept (Kos­ten: rund 30.000 Eu­ro) ab­ge­lehnt.

Geld aus­ge­ge­ben wur­de auch: Näm­lich 33.000 Eu­ro für das von der FDP ge­for­der­te Leit­bild „Grevenbroich 2030“– das soll nun die KoPart NRW er­stel­len, und nicht die vier hei­mi­schen Wer­be­agen­tu­ren, die sich un­ter dem Ti­tel „Vier­von­hier“be­wor­ben hat­ten. „Scha­de“, sag­te FDP-Chef Mar­kus Schu­ma­cher. Von den Agen­tu­ren hät­te er mehr lo­ka­len In­put er­war­tet.

Auf An­trag der CDU gab es zu­dem 35.000 Eu­ro, da­mit die im neu­en Kin­der- und Ju­gend­för­der­plan be­schrie­be­nen Pro­jek­te zum Teil um­ge­setzt wer­den kön­nen. Oben­drauf ka­men 10.000 Eu­ro für neue Ju­gend­räu­me. „Das ist gut an­ge­leg­tes Geld“, sag­te Wolf­gang Kai­ser.

ARCHIVFOTO: A. TINTER

Am Tier­park im Bend wol­len die Po­li­ti­ker nicht spa­ren. Sie nah­men das Ge­he­ge ges­tern aus dem Sa­nie­rungs­kon­zept der Stadt her­aus.

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