Wim Wen­ders ins­ze­niert Oper

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KULTUR -

In jun­gen Jah­ren hat­te er die Arie des Per­len­fi­schers Na­dir ge­hört, sie ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. Nun sag­te Film­re­gis­seur Wim Wen­ders dem Ber­li­ner Di­ri­gen­ten Da­ni­el Ba­ren­boim zu und schlug Bi­zets „Per­len­fi­scher“als Stoff sei­ner ers­ten Opern­in­sze­nie­rung vor.

In­des be­schäf­tigt er sich in der Staats­oper vor al­lem mit der Bild­ge­stal­tung und schafft in­ti­me Stim­mun­gen. Auch greift er in die Filmtrick­kis­te und lässt Vi­deo­sze­nen in Schwarz-Weiß pro­ji­zie­ren: Er­in­ne­run­gen, Pal­men­strän­de, Mond­näch­te; die Büh­ne ist leer, um den Sand­bo­den hängt ein dun­kel­grü­ner Vor­hang, der sich je nach Wet­ter­und Ge­müts­la­ge be­wegt. Die Män­ner im Schlab­ber-Look und die leicht ge­wan­de­te Lei­la er­in­nern an ein Hip­pie-Tref­fen. Meis­tens wird fron­tal zum Pu­bli­kum ge­sun­gen.

Die Ins­ze­nie­rung hat auch be­rüh­ren­de Mo­men­te, et­wa in der Arie der Lei­la mit der atem­be­rau­ben­den Ol­ga Pe­re­tyat­ko-Ma­riot­ti. Über­for­dert wirkt Na­dir (Fran­ce­so De­mu­ro), Ge­gen­spie­ler Zur­ga (Gyu­la Orendt) ent­fal­tet ei­nen kräf­ti­gen Ba­ri­ton. Ba­ren­boim geht das Werk be­schwingt an, die Staats­ka­pel­le hält er deut­lich im Zaum. Es­te­ban En­gel

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