Um­welt­aus­schuss ver­tagt Dis­kus­si­on um Ur­nen­wän­de

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - PANORAMA - VON CHRIS­TOPH KLEINA U

NEUSS (ja­si) Ei­ne Prü­fung von Ur­nen­wän­den auf Neus­ser Bo­den wird es erst ge­ben, wenn das di­gi­ta­le Fried­hofs­ka­tas­ter er­stellt ist. Das hat der Um­welt­aus­schuss in sei­ner jüngs­ten Sit­zung be­schlos­sen.

Die SPD hat­te ei­nen ent­spre­chen­den Prüf­auf­trag für die Ein­rich­tung von Ko­lum­ba­ri­en auf den Neus­ser Fried­hö­fen ein­ge­bracht. Mit ih­rem An­trag will die SPD nach ei­ge­nen An­ga­ben ei­ne auf Neus­ser Fried­hö­fen neue Art der Be­stat­tung er­mög- NEUSS li­chen. In­grid Schä­fer mach­te wäh­rend der Dis­kus­si­on je­doch deut­lich: „Ich plä­die­re da­für, die­sen Prüf­auf­trag an­zu­neh­men. Je­doch erst, wenn das Ka­tas­ter vor­liegt. Dann ha­ben wir ei­ne ge­naue Über­sicht über die vor­han­de­nen Ka­pa­zi­tä­ten“, sag­te die Stadt­ver­ord­ne­te, für die Ur­nen­wän­de nur auf dem Haupt­fried­hof in Fra­ge kom­men.

Bei ei­nem di­gi­ta­len Fried­hofs­ka­tas­ter han­delt es sich um Fried­hofs­plä­ne mit den Gr­ab­stät­ten, die im Rah­men der Fried­hofs­ver­wal­tung in ei­nem Geo­in­for­ma­ti­ons­sys­tem hin­ter­legt wer­den. Durch die Zu­sam­men­le­gung al­ler räum­lich re­le­van­ten In­for­ma­tio­nen kön­nen al­le Da­ten zen­tral in ei­nem Pro­gramm auf­ge­baut und ver­wal­tet wer­den.

Der Aus­schuss­vor­sit­zen­de Micha­el Klin­kicht (Die Grü­nen) mach­te in der jüngs­ten Sit­zung je­doch deut­lich, dass das di­gi­ta­le Fried­hofs­ka­tas­ter nicht di­rekt nach der Som­mer­pau­se vor­lie­gen wird: „Da- durch wird sich das gan­ze um ein hal­bes Jahr ver­zö­gern.“

In den spe­zi­el­len Wän­den sind ver­schließ­ba­re Fä­cher ein­ge­las­sen, in die Ur­nen ein­ge­stellt wer­den kön­nen. „Im­mer mehr Men­schen wün­schen ei­ne Feu­er­be­stat­tung und wol­len ih­ren An­ge­hö­ri­gen mög­lichst we­nig zur Last fal­len“, er­klär­te Micha­el Zie­ge, der um­welt­po­li­ti­sche Spre­cher der SPD. „Ob ei­nem die­se ver­än­der­te Trau­er­kul­tur ge­fällt oder nicht, ist im Grun­de egal: Der Fried­hof soll für die Men­schen da sein“, meint Zie­ge.

Ko­lum­ba­ri­en sol­len das An­ge­bot an Gr­ab­stät­ten oh­ne Pfle­ge­auf­wand er­wei­tern. In vie­len Städ­ten er­fah­ren sie wach­sen­den Zu­spruch. Nach ei­nem SPD-An­trag im Jahr 2006 hat die Ver­wal­tung noch kei­ne Not­wen­dig­keit zur Ein­füh­rung von Ko­lum­ba­ri­en ge­se­hen. „Seit­dem ha­ben vie­le Fried­hö­fe in der Um­ge­bung die­se Be­stat­tungs­form neu in ihr An­ge­bot auf­ge­nom­men“, be­tont Zie­ge. Auch die Stadt Düs­sel­dorf ha­be jüngst die Ein­rich­tung von bis zu zwei Ur­nen­wän­den be­schlos­sen, nach­dem es in Gre­ven­broich-Gustorf seit En­de des ver­gan­ge­nen Jah­res ei­nes gibt.

Was in die Ent­schei­dung mit ein­flie­ßen könn­te – durch das ge­plan­te „Köl­ner Mo­dell“, auf das sich der Um­welt­aus­schuss in der ver­gan­ge­nen Sit­zung grund­sätz­lich ei­nig­te, könn­ten Ur­nen­be­stat­tun­gen deut­lich teu­rer wer­den.

FO­TO: DPA

Wech­sel im Rat­haus. Für zwei Füh­rungs­spie­ler, die Team Breu­er ver­las­sen, hat er kei­nen Er­satz­mann auf der Bank.

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