Schlech­tes Prä­di­kat für Nord­ka­nal

Im Bau- und Um­welt­aus­schuss wur­de Gut­ach­ten vom Fach­mann vor­ge­stellt.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KAARST -

KAARST (bar­ni) Uwe Ko­en­zen aus Hil­den ist Fach­mann für die Um­set­zung der gel­ten­den Was­ser­rah­men­richt­li­ni­en. Aus die­sem Grund war er mit ei­nem Gut­ach­ten über die öko­lo­gi­sche Ent­wick­lung des Nord­ka­nals be­auf­tragt wor­den – ei­nem Gut­ach­ten, das vie­le Men­schen, die in der Nä­he des Nord­ka­nals woh­nen und Pro­ble­me mit ei­nem zu ho­hen Grund­was­ser­stand ha­ben, sehn­süch­tig er­war­tet ha­ben.

Der Gut­ach­ter stell­te jetzt im Bau­und Um­welt­aus­schuss klar: „Das The­ma des Gut­ach­tens für das Lan­des­um­welt­mi­nis­te­ri­ums lau­te­te nicht ,Wie sen­ke ich den Grund­was­ser­stand?’“. Es be­inhal­te auch kei­ne De­tail­pla­nung für die Ver­bes­se­rung der Ge­wäs­ser­qua­li­tät. Der zen­tra­le Be­griff in die­sem Zu­sam­men­hang sei „gu­tes öko­lo­gi­sches Po­ten­zi­al“. Dar­aus wer­de die Fra­ge ab­ge­lei­tet, ob Ver­bes­se­rungs­maß­nah­men er­for­der­lich sei­en. „Die Um­set­zung ob­liegt den Maß­nah­me­trä­gern, al­so den Kom­mu­nen oder dem Nord­ka­nal­ver­band.“

Das Prä­di­kat „gu­tes öko­lo­gi­sches Po­ten­zi­al“wer­de der­zeit nicht er­reicht. In wei­ten Tei­len flie­ße das Was­ser im Nord­ka­nal kaum. „Im We­sent­li­chen sind die Sohl­schwel­len auf Neus­ser Ge­biet da­für ver­ant­wort­lich“, er­klär­te der Ex­per­te. Dort wir­ke der Nord­ka­nal wie ein gro­ßer Teich, die Faul­ga­se rö­chen übel und scha­de­ten auch der Fau­na. Die Sohl­la­ge zu ver­tie­fen, wür­de am Grund­was­ser­stand nichts än­dern. Durch die emp­foh­le­nen Maß­nah­me wer­de der Grund­was­ser­spie­gel aber eher sin­ken als stei­gen, wenn auch nur im Mil­li­me­ter- oder Zen­ti­me­ter­be­reich. In Kaarst müs­se nicht viel am Nord­ka­nal ge­tan wer­den.

In der nächs­ten Sit­zung des Nord­ka­nal­ver­ban­des soll das The­ma auf die Ta­ges­ord­nung. Der Bau- und Um­welt­aus­schuss wird über die Maß­nah­men le­dig­lich auf dem Lau­fen­den ge­hal­ten. Es be­steht die Mög­lich­keit, für Maß­nah­men bis zu 80 Pro­zent der Kos­ten vom Land ge­för­dert zu be­kom­men. Jetzt muss ent­schie­den wer­den, was un­ter­nom­men wer­den soll, um die Öko­lo­gie im Nord­ka­nal zu ver­bes­sern. Dann gilt es, Kos­ten zu er­mit­teln und För­der­an­trä­ge zu stel­len.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.