Am Kaars­ter See gilt: „Mia san vier!“

Die SG Kaarst IV kam un­ge­schla­gen durch die Sai­son und da­mit zum Auf­stieg.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - SPORT IM RHEIN-KREIS - VON SO­PHIE RHINE

KAARST „Das soll uns mal ei­ner nach­ma­chen“, sagt Trai­ner Do­mi­nik Pat­zel la­chend mit Blick auf die Sai­son. Oh­ne ei­ne ein­zi­ge Nie­der­la­ge mar­schier­te die SG Kaarst durch die Sai­son und si­cher­te sich da­mit die Meis­ter­schaft in der zwei­ten Grup­pe der Kreis­li­ga C – und na­tür­lich auch den Auf­stieg in die B-Li­ga.

Im vor­an­ge­gan­ge­nen Jahr spiel­te die vier­te Mann­schaft der Kaars­ter schon oben mit, am En­de lan­de­te sie auf dem vier­ten Platz. „Wir ha­ben die di­rek­ten Du­el­le ge­gen die star­ken Mann­schaf­ten im­mer ver­lo­ren, aber ge­se­hen, dass wir mit­hal­ten kön­nen“, blickt der Coach zu­rück. Und ge­nau die­ser Er­fah­rung­vor­sprung war für ihn der ent­schei­den­de Fak­tor, dass es die­ses Mal ge­klappt hat: „Die Mann­schaft hat da­von un­glaub­lich viel ge­lernt. Die Jungs ha­ben ge­se­hen, wo die Feh­ler la­gen. In die­ser Sai­son wa­ren wir dann kon­se­quen­ter und hat­ten von Be­ginn an mehr Ehr­geiz, so dass wir es bes­ser ge­macht und uns be­lohnt ha­ben.“An die Qua­li­tät sei­ner Mann­schaft hat­te Pat­zel vom ers­ten Spiel­tag an ge­glaubt: „Mein Ziel war von An­fang an der Auf­stieg – aber das muss­ten die Spie­ler ja nicht di­rekt wis­sen“, sagt er schmun­zelnd. „Wir hat­ten den An­spruch, oben mit­zu­spie­len und mir war klar, dass wir auch das Zeug für ganz oben ha­ben. Aber als ei­ne vier­te Mann­schaft, sich den Auf­stieg als fes­tes Ziel zu set­zen, wä­re dann doch et­was ver­mes­sen und über­heb­lich.“

Doch die Er­geb­nis­se zei­gen klar, dass Pat­zel mit sei­ner Ein­schät­zung recht hat­te: Nur vier Un­ent­schie­den und kei­ne ein­zi­ge Nie­der­la­ge muss­te sei­ne Mann­schaft hin­neh­men, nur 17 Ge­gen­to­re gab es in 30 Be­geg­nun­gen. Fünf Spiel­tag vor Sai­son­en­de woll­te die SG den Auf­stieg dann per­fekt ma­chen, schaff­te in Gier­ath aber nur ein 1:1. „Da wa­ren wir plötz­lich ver­un­si­chert, wir muss­ten in den letz­ten drei Par­ti­en näm­lich ge­gen die di­rek­te Kon­kur­renz ran“, be­schreibt der Coach. „Mit dem Sieg in Frim­mers­dorf wa­ren wir dann aber si­cher, dann konn­te end­lich ge­fei­ert wer­den.“

Do­mi­nik Pat­zel sitzt auch in der kom­men­den Sai­son auf der Trai­ner­bank, sein Kol­le­ge Mar­kus Bal­zer hin­ge­gen hat sich da­für ent­schie­den, auf­zu­hö­ren, wenn es am schöns­ten ist. An­sons­ten bleibt der Auf­stiegs­ka­der fast kom­plett zu­sam­men, le­dig­lich Re­né Pau­lus­sen (Um­zug nach Po­len) und Ni­ki Sch­leu­ter­mann ver­las­sen den Ver­ein. Mit vie­len Neu­zu­gän­gen rech- net Pat­zel nicht: „Ei­ne vier­te Mann­schaft ist nicht so at­trak­tiv, un­se­re ers­ten Drei sind halt bes­ser. Aber wer nach ei­ner Sai­son oh­ne Nie­der­la­ge meint, er bräuch­te drin­gend neue Spie­ler, macht was falsch.“

Für die Kreis­li­ga B ist das Ziel ein­deu­tig: Klas­sen­er­halt. „Wir ha­ben ei­ne re­la­tiv al­te Trup­pe und wol­len es nächs­te Sai­son auch ins­ge­samt et­was lo­cke­rer an­ge­hen“, so der Trai­ner. „Die­ses Jahr war schon echt an­stren­gend für al­le, jetzt gu­cken wir ein­fach, was pas­siert. Und wenn wir in der Li­ga blei­ben, ist das gut.“Ganz nach dem neu­en Mot­to, es lo­cker an­zu­ge­hen, be­gin­nen die Kaars­ter auch erst am 13. Ju­li mit der Vor­be­rei­tung: „Ein Mo­nat soll­te uns rei­chen, die Jungs ha­ben sich ei­ne Pau­se wirk­lich ver­dient“, sagt Pat­zel. Test­spie­le sind auch schon ge­plant, erst in Del­rath und am 6. Au­gust soll es ein Heim­spiel ge­ben – ein Geg­ner wird noch ge­sucht.

FO­TO: KAARST IV

„Mia san vier“: Ob­wohl sie „nur“ei­ne vier­te Mann­schaft sind, stie­gen die Kaars­ter un­ge­schla­gen auf.

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