Ge­rech­te Goog­le-Stra­fe

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - STIMME DES WESTENS - VON ANTJE HÖNING

Die Re­kord­stra­fe für Goog­le dürf­te Was­ser auf die Müh­len des US-Prä­si­den­ten sein: Ver­sucht hier nicht Eu­ro­pa, sei­ne di­gi­tal rück­stän­di­ge In­dus­trie zu schüt­zen? Und war­um soll er, Do­nald Trump, dann nicht glei­ches mit Zöl­len zum Schutz der ame­ri­ka­ni­schen Stahl­in­dus­trie tun? Falsch. Die EU-Kom­mis­si­on ver­letzt nicht die Spiel­re­geln des frei­en Wett­be­werbs, sie sorgt im Ge­gen­teil da­für, dass auch Internetkonzerne sich an sie hal­ten.

Goog­le ist zu ei­ner je­ner Su­per­star-Fir­men her­an­ge­wach­sen, die dank Netz­werk-Ef­fek­ten ge­wal­ti­ge Markt­macht auf­ge­baut ha­ben. Je mehr Ver­brau­cher bei Goog­le sind, des­to at­trak­ti­ver wird es für an­de­re, bei Goog­le zu sein. Al­lein in Deutsch­land ge­hö­ren Goog­le bei Such­ma­schi­nen 95 Pro­zent des Mark­tes. Das ist kein Grund, Goog­le zu zer­schla­gen, wie es Sig­mar Ga­b­ri­el einst er­wog. Das ist aber ein Grund, um ge­gen Miss­brauch vor­zu­ge­hen. Und der Kon­zern miss­braucht sei­ne Markt­macht, wenn er die Er­geb­nis­se sei­ner Preis­ver­gleichs­diens­te bei An­fra­gen oben an­zeigt. Die EU hat ei­ne gu­te Ent­schei­dung für Ver­brau­cher und Wett­be­werb ge­trof­fen. BE­RICHT: EU VER­HÄNGT STRA­FE GE­GEN GOOG­LE, TI­TEL­SEI­TE

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