Neue Fried­hof­sat­zung be­schlos­sen

Ur­nen­wän­de und -ste­len eben­so wie Ab­de­ckun­gen er­laubt, Tie­re wei­ter nicht.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KAARST -

KAARST (bar­ni) Die Be­stat­tungs­kul­tur ist im Wan­del: Feu­er­be­stat­tun­gen neh­men zu, die Zahl der Erd­be­stat­tun­gen geht ent­spre­chend zu­rück. Dies war der Haupt­grund, die Fried­hofs­sat­zung, die zu­letzt im Jah­re 2009 ge­än­dert wor­den war, an­zu­fas­sen. Da­zu war ei­gens die Ar­beits­grup­pe „Kaars­ter Fried­hofs­sat­zung – Eck­punk­te für ei­ne No­vel­lie­rung“ge­bil­det wor­den. Im Bau- und Um­welt­aus­schuss wur­de nun die Neu­fas­sung be­schlos­sen.

Da Ur­nen­be­stat­tun­gen im­mer be­lieb­ter wer­den, liegt es na­he, neue For­men zu­zu­las­sen. Ei­gent­lich hat­te die Mög­lich­keit, die Asche von Ver­stor­be­nen in Ur­nen­wän­den oder Ur­nen­s­te­len auf­zu­be­wah­ren, zu­nächst nur für den Kaars­ter Fried­hof gel­ten sol­len. Die CDUFrak­ti­on schlug vor, die­se Mög­lich­keit auch auf den Fried­hö­fen in den an­de­ren Orts­tei­len ein­zu­räu­men; das Fün­fer­bünd­nis stimm­te dem zu. „Ich bin von die­sem Vor­schlag be­geis­tert“, sag­te Hein­rich Han­nen (Grü­ne). Wo­von die über­wie­gen­de Mehr­zahl der Hun­de­be­sit­zer nicht be­geis­tert sein dürf­te: Die CDU stell­te noch ein­mal klar, dass es beim ge­ne­rel­len Ver­bot des Mit­füh­rens von Tie­ren auf den Fried­hö­fen blei­ben müs­se. Auch da­für gab es ei­ne Mehr­heit. Le­dig­lich Blin­den­hun­de sind er­laubt. Die Tech­ni­sche Bei­ge­ord­ne­te Si­grid Burk­hart kann die­se Ent­schei­dung nach­voll­zie­hen: „Tret­mi­nen“sind ge­ne­rell un­schön – auf ei­nem Fried­hof sind sie ein ab- so­lu­tes No-Go.“In lan­gen und in­ten­si­ven Be­ra­tun­gen wur­de ent­schie­den, an Sams­ta­gen wei­ter­hin kei­ne Be­stat­tun­gen zu­zu­las­sen. Vor al­lem Ver­tre­ter der evan­ge­li­schen und ka­tho­li­schen Kir­chen hat­ten sich da­für ein­ge­setzt. Die Be­grün­dung: Man schaf­fe es aus Zeit­grün­den nicht, an Sams­ta­gen kirch­li­che Be­stat­tun­gen vor­zu­neh­men. Kirch­li­che Be­stat­tun­gen sind al­ler­dings eben­so wie Erd­be­stat­tun­gen rück­läu­fig. Vie­le Men­schen schaf­fen es nicht mehr, die Grä­ber ih­rer An­ge­hö­ri­gen 30 Jah­re lang zu pfle­gen.

Auf Ur­nen­grä­bern wer­den künf­tig lie­gen­de Gr­ab­ma­le als Teil- und Ganz­ab­de­ckun­gen er­laubt sein. So hat das Un­kraut kei­ne Chan­ce, das Gr­ab sieht im­mer ge­pflegt aus, nie­mand muss Blu­men gie­ßen kom­men. Si­grid Burk­hart geht da­von aus, dass zeit­nah die Fried­hofs­ge­büh­ren­sat­zung ge­än­dert wer­den muss, nicht nur we­gen der neu­en Be­stat­tungs­for­men: „Da die Ge­mein­kos­ten in et­wa gleich blei­ben, wird der Ge­büh­ren­un­ter­schied zwi­schen Feu­er- und Erd­be­stat­tung künf­tig ge­rin­ger aus­fal­len“, sagt sie.

ARCHIVFOTO: LBER

Die Zahl der Erd­be­stat­tun­gen geht in Kaarst zu­rück.

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