Politik wirft Ver­wal­tung Sorg­lo­sig­keit vor

Im­mer mehr Bür­ger är­gern sich über die Si­tua­ti­on am Bahn­hof. Die Stadt kann nicht dau­er­haft Prä­senz von Si­cher­heits­kräf­ten ga­ran­tie­ren.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - GREVENBROICH - VON MAR­KUS PLÜM

GREVENBROICH Dre­ckig, laut, un­si­cher – das sind die At­tri­bu­te, die dem Gre­ven­broi­cher Bahn­hof und sei­nem Um­feld der­zeit zu­ge­spro­chen wer­den. Die Si­tua­ti­on vor Ort er­regt im­mer mehr die Ge­mü­ter von An­woh­nern, an­lie­gen­den Ge­schäfts­leu­ten und be­sorg­ten Bür­gern (NGZ be­rich­te­te). Die im Ja­nu­ar er­öff­ne­te Au­ßen­stel­le des Ord­nungs- und Ser­vice­diens­tes (OSD) zei­ge kei­ne Wir­kung, das Bahn­hofs­ge­bäu­de selbst sei ein rechts­frei­er Raum, Kin­der und Ju­gend­li­che müss­ten auf ih­rem Schul­weg sprich­wört­lich ei­nen Spa­lier von Sucht­kran­ken pas­sie­ren.

Laut Stadt­ver­wal­tung stellt sich die Si­tua­ti­on so dar, dass sich – auch be­dingt durch die bei­den Metha­don-Aus­ga­be­stel­len – häu­fig auch Pa­ti­en­ten am Bahn­hof und im Bahn­hofs­um­feld auf­hal­ten. Da­her ste­he man im re­gel­mä­ßi­gen Aus­tausch mit der Po­li­zei. „Von dort wur­den bis­lang kei­ne er­höh­ten Zah­len po­li­zei­lich re­le­van­ter Vor­komm­nis­se ge­mel­det“, sagt Bei­ge­ord­ne­ter Flo­ri­an Her­pel.

Den­noch be­schäf­tigt der neu­er­li­che Är­ger mit der Bahn­hofs-Si­tua­ti­on nun auch die Gre­ven­broi­cher Politik. „Seit lan­ger Zeit wei­sen wir auf die Miss­stän­de rund um den Bahn­hof hin. Der OSD hat die Pro­ble­me bis heu­te nicht in den Griff be­kom­men. Der den Bür­gern von Bür­ger­meis­ter und Ver­wal­tung zu­ge­sag­te Ab­bau des Fahr­rad­stän­ders, ein bei Dro­gen­ab­hän­gi­gen be­lieb­ter Auf­ent­halts­ort am Bahn­hofs­vor­platz, hat bis­her nicht statt­ge­fun­den“, kri­ti­siert die „Mein Grevenbroich“-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Mar­ti­na Su­er­mann.

Sie ha­be bei der Stadt nach­ge- Mar­ti­na Su­er­mann hakt, wann der Fahr­rad­stän­der denn nun ab­ge­baut wer­de. Ei­ne De­mon­ta­ge sei nicht ge­plant, schließ­lich sol­le Grevenbroich wei­ter­hin als fahr­rad­freund­li­che Stadt gel­ten, ha­be die Ant­wort ge­lau­tet. Statt­des­sen wer­de nun ei­ne Ein­hau­sung fa­vo­ri­siert. „Die­ses Ar­gu­ment kön­nen wir nicht gel­ten las­sen. Wir hal­ten die be­rech­tig­ten An­sprü­che der Bür­ger nach Ru­he, Si­cher­heit und Ord­nung in ih­rem Le­bens­um­feld für schwer­wie­gen­der“, er­klärt Mar­ti­na Su­er­mann. Der Fahr­rad­stän­der kön­ne schließ­lich je­der­zeit an ei­ner an­de­ren Stel­le wie­der auf­ge­baut wer­den.

Su­er­mann wirft der Stadt da­her vor, die Pro­ble­me rund um den Bahn­hof nicht ernst zu neh­men: „Ich bin es ein­fach leid. Die Prä­senz des OSD im Quar­tier ist nicht wahr­zu­neh­men. Es braucht jetzt ei­ne kla­re Li­nie.“Flo­ri­an Her­pel ent­geg­net, dass die OSD-Mit­ar­bei­ter am Bahn­hof re­gel­mä­ßig Strei­fe lau­fen wür­den – und ih­re Prä­senz auch wei­ter­hin an­ge­zeigt sei. Al­ler­dings kön­ne sie nicht dau­er­haft ge­währ­leis­tet wer­den: „Dies ist auch auf­grund der An­zahl der Mit­ar­bei­ter nicht um­setz­bar. Da sie Auf­ga­ben im ge­sam­ten Stadt­ge­biet wahr­neh­men müs­sen, ist es durch­aus mög­lich, dass zu den an­ge­ge­be­nen Zei­ten in der Au­ßen­stel­le kein Mit­ar­bei­ter an­zu­tref­fen ist.“

Da­her for­dert „Mein Grevenbroich“, dass die Stadt nun Druck auf die Deut­sche Bahn aus­übt, um ei­ne Ver­bes­se­rung der Si­tua­ti­on vor Ort zu er­rei­chen. Wenn die Bahn da­mit wer­be, kun­den­freund­lich und ser­vice­ori­en­tiert zu sein, dann ste­he die Si­tua­ti­on im Bahn­hof Grevenbroich in kras­sem Wi­der­spruch da­zu. „Das ist al­les kein Zu­stand. Die Bür­ger wer­den hin­ge­hal­ten, die Un­ter­neh­mer ge­stört, das ist ein Schul­weg. Wir er­war­ten, dass end­lich ge­han­delt wird“, so Su­er­mann.

„Bür­ger wer­den hin­ge­hal­ten, Un­ter­neh­mer ge­stört. Wir er­war­ten, dass ge­han­delt wird“ Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de „Mein Grevenbroich“

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