Pick­nick und Par­ty – da stö­ren die Rad­sport­ler nicht

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - DORMAGEN - VON LUDGER BATEN

RHEIN-KREIS Ja, die Ge­fahr ist groß. Wer sich als Zu­schau­er auf den Weg zur Tour macht, der läuft – wie als Be­su­cher al­ler Rad­fern­fahr­ten – Ge­fahr, ent­täuscht zu wer­den. Ins­be­son­de­re im fla­chen Ge­län­de. Ein Wind­zug, ein Wusssch, ein Far­ben­meer und nach we­ni­gen Mi­nu­ten ist al­les vor­bei, oh­ne dass selbst Ex­per­ten auch nur ei­nen der Stars im Feld aus­ma­chen konn­ten. Und da­für den gan­zen Auf­wand be­trei­ben? Müh­sa­mer Weg an die (ab­ge­sperr­te) Stre­cke. St­un­den­lan­ges War­ten. Heim­rei­se. Lohnt es sich da über­haupt, sich die Tour live an­zu­se­hen, wenn sie am Sonn­tag durch Meer­busch, Neuss, Bütt­gen und Kor­schen­broich rollt? Ja, es lohnt!

Die Rich­tung gibt der frü­he­re Ge­schäfts­füh­rer von Neuss-Mar­ke­ting, Peter Re­big, vor: „Die Tour ist, was du dar­aus machst.“Re­big, der vor sei­ner Zeit bei Neuss-Mar­ke­ting als Chef des Sport-In­for­ma­ti­ons­Di­ens­tes auch die Tour aus dem Eff­eff kennt, weiß, dass der Be­such ei­nes Rad­ren­nens nur für den zum blei­ben­den Er­leb­nis wird, der sich nicht pas­siv an den Stra­ßen­rand stellt und harrt, was da kommt.

Der Tour-Fan ze­le­briert die Vor­bei­fahrt selbst. Er ver­ab­re­det sich mit Freun­den, am bes­ten zu ei­nem Pick­nick oder zu ei­ner Par­ty im Frei­en, die schon für sich ge­nom­men, ein Er­leb­nis wä­ren. Als Zu­ta­ten nimmt man dann mög­lichst noch ei­nen Fern­se­her hin­zu, da­mit der Zu­schau­er auch das Ge­sche­hen vom Start weg ver­fol­gen kann, so dass er „im Ren­nen“ist, wenn die Hub­schrau­ber ver­kün­den, dass es Zeit ist, sich an den Stra­ßen­rand zu be­ge­ben. Hat die Fah­rer-Meu­te dann den Stand­ort pas­siert, geht die Par­ty wei­ter. Das Fi­na­le – am Sonn­tag in Lüt­tich – sieht er sich dann wie­der im Fern­se­hen an.

Vor dem Feld kommt die Wer­be­ka­ra­wa­ne. Sie bringt Mu­sik, Prä­sen­te und Un­ter­hal­tung – die Vor­bo­ten sind Teil schon des Spek­ta­kels. Fa­zit: Die Tour ist ein gro­ßes Fest, bei dem der Rad­sport nicht stört... Er ist aber der un­ver­zicht­ba­re An­lass.

AR­CHIV-FO­TO: H. A. ROTH

Erst mit Es­sen und Trin­ken wird die Tour-Vor­bei­fahrt zum Er­leb­nis.

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