Feu­er im Sha­ke­speare Glo­be Thea­t­re

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - UNTERHALTUNG -

Ei­nen Pen­ny muss­ten die Lon­do­ner zah­len, um ei­ner Auf­füh­rung des be­kann­tes­ten eng­li­schen Dich­ters bei­zu­woh­nen. Die meis­ten Stü­cke Wil­li­am Sha­ke­speares wur­den im Glo­be Thea­t­re ge­zeigt. Das Glo­be Thea­t­re am rech­ten Them­se-Ufer war 1599 von der Schau­spiel­er­grup­pe „Lord Cham­ber­lain’s Men“er­rich­tet wor­den, der Sha­ke­speare als Dich­ter, Schau­spie­ler und An­teils­eig­ner an­ge­hör­te. Wer ei­nen der güns­ti­gen Plät­ze er­gat­ter­te, stand im nicht über­dach­ten In­nen­hof vor der Büh­ne. Wer ei­nen Sitz­platz in ei­ner der Lo­gen woll­te, muss­te hö­he­re Ein­tritts­prei­se zah­len. Die be­lieb­tes­ten Plät­ze wa­ren hin­ter der Büh­ne – hier war die Lon­do­ner Eli­te nicht nur zum Grei­fen nah am Büh­nen­ge­sche­hen, son­dern konn­te auch vom ein­fa­chen Volk ge­se­hen wer­den. Am 29. Ju­ni 1613 brann­te das ers­te Glo­be Thea­t­re nie­der. Wäh­rend ei­ner Auf­füh­rung von „Hein­rich VIII.“feu­er­te ei­ne Ka­no­ne in die Luft, traf das Stroh­dach und steck­te es in Brand. Ein Jahr spä­ter wur­de ein Nach­fol­ge­bau – die­ses Mal mit ei­nem Dach aus Zie­geln – er­öff­net. Auch die­ser hielt sich nicht lan­ge, er wur­de 1642 un­ter den herr­schen­den Pu­ri­ta­nern um Oli­ver Crom­well ab­ge­ris­sen. Der ge­naue Stand­ort ge­riet in Ver­ges­sen­heit, bis 1989 bei Aus­gra­bun­gen die Fun­da­men­te des tra­di­ti­ons­rei­chen Hau­ses ge­fun­den wur­den. 1997 wur­de in der Nä­he ein Nach­bau als „Sha­ke­speares Glo­be“(Fo­to) er­öff­net, in dem seit­dem die Stü­cke des eng­li­schen Dich­ters auf­ge­führt wer­den.

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