Er­do­gan un­er­wünscht

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - STIMME DES WESTENS - VON JAN DREBES

Re­cep Tay­yip Er­do­gan lässt Op­po­si­tio­nel­le und Jour­na­lis­ten – auch deut­sche Staats­bür­ger – ein­sper­ren, zog als tür­ki­scher Prä­si­dent Na­ziVer­glei­che ge­gen An­ge­la Mer­kel her­an und ließ kei­nen Be­such bei der Bun­des­wehr in In­cir­lik zu. Es ist po­li­tisch nur fol­ge­rich­tig, dass ihm die Bun­des­re­gie­rung ei­nen Auf­tritt am Ran­de des G20-Gip­fels ver­bie­tet. Auch die Art der Ab­sa­ge stimmt, da sie auf di­plo­ma­ti­schem Weg er­folg­te und an­ge­frag­ten Hal­len­be­trei­bern in den Kom­mu­nen so den Druck nahm.

Doch die Bun­des­re­gie­rung tapp­te se­hen­den Au­ges in ei­ne Zwick­müh­le. Er­do­gan kann sich nun ei­ne Wo­che vor dem sen­si­blen Gip­fel in Ham­burg als Op­fer deut­scher Po­li­tik in­sze­nie­ren und die Ab­sa­ge ge­nüss­lich für sei­ne Pro­pa­gan­da aus­schlach­ten. Für die deutsch-tür­ki­schen Be­zie­hun­gen und die G20Ge­sprä­che ist das Gift. Hin­zu kommt, dass sich die Bun­des­re­gie­rung auf ju­ris­tisch dün­nes Eis be­gibt. Sie hat das Recht, aus­län­di­schen Staats­gäs­ten Auf­trit­te zu un­ter­sa­gen. So ein ge­ne­rel­les Ver­bot drei Mo­na­te vor der Wahl aus­zu­spre­chen, EU-Po­li­ti­kern Auf­trit­te aber zu er­lau­ben, wirkt wack­lig kon­stru­iert. BERICHT ER­DO­GAN DARF NICHT VOR LANDS­LEU­TEN . . ., TITELSEITE

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