Das Fünfer-Bünd­nis ist Ge­schich­te

Die FDP-Frak­ti­on hat sich nach rund zwei­ein­halb Jah­ren aus dem Zu­sam­men­schluss mit SPD, Grü­nen, FWG und UWG zu­rück­ge­zo­gen. Die Grund­la­ge da­für sei nicht mehr ge­ge­ben, heißt es zur Er­klä­rung.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KAARST - VON DAG­MAR FISCH­BACH

KAARST Schluss. Aus. Vor­bei. Das Fünfer-Bünd­nis ist Ge­schich­te. Die FDP hat sich aus dem Zu­sam­men­schluss mit SPD, Grü­nen, FWG und UWG ver­ab­schie­det. „Mit dem Weg­fall der Gestal­tungs­mehr­heit ist die Ge­schäfts­grund­la­ge da­für nicht mehr ge­ge­ben“, sagt der FDP-Stadt­ver­bands­vor­sit­zen­de und stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de, Hein­rich Thy­wis­sen. Er be­zieht sich da­bei auf das Aus­schei­den Wil­bert Schrö­ders aus der Rats­frak­ti­on der Grü­nen im ver­gan­ge­nen De­zem­ber. Schröder ge­hört zwar im­mer noch dem Stadt­rat an, al­ler­dings als Ein­zel­rats­mit­glied. Die Zahl der Grü­nen-Rats­mit­glie­der schrumpf­te da­mit von sie­ben auf sechs und das Fünfer-Bünd­nis ver­lor sei­ne Mehr­heit: Mit 23 Sit­zen (vier da­von FDP) hat­te es nach dem Aus­tritt von Wil­bert Schröder eben­so­vie­le Stim­men wie die CDU (22) plus Bür­ger­meis­te­rin. „Für ein Op­po­si­ti­ons­bünd­nis steht die FDP nicht zur Ver­fü­gung“, so Thy­wis­sen.

„Das hal­te ich für ein vor­ge­scho­be­nes Ar­gu­ment“, sagt die Vor­sit­zen­de der SPD, An­ne­li Pal­men. „Die FDP-Frak­ti­on hat sich vor ei­nem knap­pen hal­ben Jahr noch zum Fünfer-Bünd­nis be­kannt – da war Wil­bert Schröder be­reits aus­ge­schie­den.“Das Fünfer-Bünd­nis ha­be stets ver­trau­ens­voll zu­sam­men­ge­ar­bei­tet. „Wir wer­den das mit den ver­blie­be­nen vier Par­tei­en wei­ter­hin tun. Für die FDP schlie­ße ich das aus“, so Pal­men. Öf­fent­lich ge­macht hat­te den Ab­schied üb­ri­gens nicht die FDP-Frak­ti­on, son­dern die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den der üb­ri­gen vier Par­tei­en in ei­ner ge­mein­sa­men Stel­lung­nah­me. Dar­in be­dau­ern sie den Ent­schluss der FDP. „Nach Auf­fas­sung der vier Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den hät­te das Bünd­nis mit 23 Rats­mit­glie­dern im­mer wie­der po­li­ti­sche Ak­zen­te set­zen und In­hal­te durch­brin­gen kön­nen. Da­durch, dass nun der Aus­tausch und die Zu­sam­men­ar­beit ent­fal­len, und die FDP kein „Bünd­nis in der Op­po­si­ti­on“sieht wird es zu­künf­tig auf wech­seln­de Mehr­hei­ten an­kom­men“, heißt es. Grü­nen-Chef Chris­ti­an Gaumitz äu­ßer­te sich über­rascht vom FDP-Ab­schied. „Wir ha­ben als Fünfer-Bünd­nis in­ten­siv zu­sam­men­ge­ar­bei­tet, den Haus­halt ge­mein­sam ein­ge­bracht.“Es ha­be im Vor­feld kei­nen Zwist ge­ge­ben. Die po­li­ti­sche Ar­beit wer­de durch das Aus­schei­den der FDP aus dem Bünd­nis nicht ein­fa­cher. Die UWGVor­sit­zen­de Anja Rüdiger bleibt ge- las­sen: „Es ist scha­de, aber nicht zu än­dern. Die ver­blie­be­nen vier Par­tei­en wer­den sich wei­ter­hin ab­stim­men“, sagt sie. FWG-Chef Jo­sef Ka­ris kann die Ent­schei­dung der FDP nicht nach­voll­zie­hen: „Durch den Aus­tritt aus dem Fünfer-Bünd­nis kann sie doch auch nichts ge­stal­ten.“Ei­nen Zu­sam­men­schluss mit der CDU ha­be die FDP zu­min­dest nicht be­stä­tigt. „Viel­leicht braucht sie ei­nen Ta­schen­rech­ner Wenn sie

Nach rund zwei Jah­ren ist das, was einst an­ge­tre­ten war, um der CDU Pa­ro­li zu bie­ten, zer­bro­chen: Das Fünfer-Bünd­nis exis­tiert nicht mehr. Die FDP hat sich ge­trennt, zu ge­ring wa­ren ihr die ge­stal­te­ri­schen Mög­lich­kei­ten in ei­nem Zu­sam­men­schluss, der eben­so vie­le Stim­men auf­zu­bie­ten hat, wie der, den in die Schran­ken zu wei­sen das ge­mein­sa­me Ziel war. Doch wie geht es nun wei­ter? Ei­ne Part­ner­schaft nach Lan­des­vor­bild? Die schließt FDP-Chef Hein­rich Thy­wis­sen aus. Man wol­le nicht mit der CDU. Doch wie lan­ge wird die FDP-Frak­ti­on den Ver­lo­ckun­gen der Macht stand hal­ten, be­vor sie sich doch zu ei­ner An­nä­he­rung an die „gro­ße“Part­ne­rin CDU ent­schließt? Mit ihr wür­den die Li­be­ra­len im­mer­hin die ab­so­lu­te Mehr­heit im Kaars­ter Stadt­rat er­rei­chen. dag­mar.fisch­bach@ngz-onl­ne.de den hät­te, wä­re die Ent­schei­dung even­tu­ell an­ders aus­ge­fal­len.“FDPChef Thy­wis­sen be­ton­te ge­gen­über der NGZ, dass ei­ne Part­ner­schaft mit der CDU nicht in der Ab­sicht der Frak­ti­on lie­ge. „Wir wer­den mit al­len zu­sam­men­ar­bei­ten und ei­ge­ne An­trä­ge ein­brin­gen. Da­mit oder mit Un­ter­stüt­zung gu­ter An­trä­ge von an­de­ren Frak­tio­nen wol­len wir Fort­schrit­te für die Men­schen in Kaarst er­rei­chen“stellt er klar

ARCHIVFOTO: ANJA TINTER

Vor rund zwei Jah­ren wa­ren SPD – da­mals noch un­ter dem Vor­sitz von Elke Bey­er (vor­ne rechts) – Grü­ne, FDP, FWG und UWG ge­mein­sam als Fünfer-Bünd­nis an­ge­tre­ten.

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