Tour de Chan­ce

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - STIMME DES WESTENS - VON MICHA­EL BRÖ­CKER

Es ist ein teu­rer Spaß, na­tür­lich. Die Stadt Düs­sel­dorf lässt sich das Tour-Spek­ta­kel Mil­lio­nen Steu­er­zah­ler-Eu­ro kos­ten, und al­le fra­gen sich: Lohnt sich das? Nun ja. Fi­nan­zi­ell wird es wohl nie ei­ne Schluss­ab­rech­nung ge­ben kön­nen.

Es bleibt ei­ne Tat­sa­che, dass gro­ße Düs­sel­dor­fer Un­ter­neh­men sich nicht wirk­lich am Spon­so­ring be­tei­li­gen woll­ten (Vo­da­fo­ne, Er­go, Apobank, Arag) oder nur mit ver­gleichs­wei­se ge­rin­gen Mit­teln en­ga­gier­ten (Hen­kel). Da­für muss­ten die Stadt­töch­ter ran: Mes­se, Stadt­wer­ke, Rhein­bahn, Air­port.

Doch OB Tho­mas Gei­sel, der wohl noch für kein Pro­jekt in sei­ner Amts­zeit so viel Herz­blut ent­wi­ckelt hat, hat auch ein gu­tes Ar­gu­ment. Ei­ne Groß­stadt muss auch Gro­ßevents kön­nen. Und wenn sich die Düs­sel­dor­fer bei der Tour de Fran­ce als welt­of­fe­ne, sym­pa­thi­sche und fröh­li­che Gast­ge­ber prä­sen­tie­ren, wie sie das an an­de­ren Wo­che­n­en­den ja auch tun, dann sen­det dies ei­ne Bot­schaft in die Welt, die po­si­tiv in Er­in­ne­rung bleibt. Düs­sel­dorf ist ei­ne in­ter­na­tio­na­le Stadt, je­der zwei­te Neu­bür­ger hat ei­nen aus­län­di­schen Hin­ter­grund. War­um soll­te die Stadt die­ses Flair nicht auch beim welt­größ­ten Rad­fest zei­gen? Auch wenn der Ge­gen­wert nicht in Hel­ler und Pfen­nig er­rech­net wer­den kann.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.