Ge­nug Ehe für al­le da

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - STIMME DES WESTENS - VON HEN­NING RA­SCHE

Das Brief­ge­heim­nis aus Ar­ti­kel 10 des Grund­ge­set­zes ist seit 1949 nicht ver­än­dert wor­den. Noch im­mer ist dort in den glei­chen alt­ba­cke­nen Wor­ten das Brief-, Post- und Fern­mel­de­ge­heim­nis ge­schützt. Heu­te in­des ver­steht man dar­un­ter wie selbst­ver­ständ­lich et­was ganz an­de­res als noch vor knapp 70 Jah­ren. Heu­te ist ein Brief im Sin­ne des Grund­ge­set­zes auch ei­ne E-Mail.

Und so soll­te das mit der Ehe glei­cher­ma­ßen funk­tio­nie­ren. Na­tür­lich hat der Par­la­men­ta­ri­sche Rat nicht dar­an ge­dacht, dass sich zwei Män­ner oder Frau­en ehe­li­chen könn­ten. Aber er hat eben­so we­nig dar­an ge­dacht, dass er mit sei­nem Ar­ti­kel 10 ein­mal ei­ne E-Mail oder ei­nen Chat schüt­zen wür­de. Da­her muss gel­ten: Ehe im Sin­ne des Grund­ge­set­zes ist heu­te ei­ne Ver­bin­dung zwei­er Men­schen – un­ab­hän­gig von ih­rem Ge­schlecht. Da­zu be­darf es kei­ner­lei Klar­stel­lung in der Ver­fas­sung. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt soll­te sich bei der Beur­tei­lung der „Ehe für al­le“vor al­lem an ei­nem ori­en­tie­ren: dem kla­ren Wil­len des Ge­setz­ge­bers. Der hat ges­tern be­ru­higt fest­ge­stellt: Es ist ge­nug Ehe für al­le da. BE­RICHT DER BUN­DES­TAG GIBT SEIN JA-WORT, TI­TEL­SEI­TE

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