Und sie rollt doch durch Neuss

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - HOCHSCHULE -

Noch ein Mal schla­fen, dann ist sie end­lich da: Mor­gen mit­tag rollt die Tour de Fran­ce durch den Rhein-Kreis, zum ers­ten Mal in ih­rer 114-jäh­ri­gen Ge­schich­te. Ein Jahr­hun­dert­er­eig­nis, sa­gen die ei­nen, ein flüch­ti­ger Mo­ment, für den ein un­ge­heu­rer lo­gis­ti­scher (und fi­nan­zi­el­ler) Auf­wand ge­trie­ben wird, die an­de­ren – die Mei­nun­gen ge­hen weit aus­ein­an­der. Nur ei­ne Hand­voll Neus­ser wuss­te be­reits vor ei­nem Jahr ge­nau, was vom Grand Dé­part zu hal­ten ist, näm­lich nichts. Es wa­ren die Mit­glie­der der schwarz-grü­nen Mehr­heits­ko­ali­ti­on im Rat, die ei­ne städ­ti­sche Be­tei­li­gung rund­weg ab­lehn­ten. Wä­ren nicht ei­ni­ge Bür­ger mit Herz für Sport und Hei­mat in die Bre­sche ge­sprun­gen und hät­ten die Tour-Be­wer­bung vor­fi­nan­ziert, wür­de mor­gen Fried­hofs­ru­he herr­schen rund um Sankt Qui­rin. Denn die Rad­sport­fans – und der gibt es nicht we­ni­ge hier­zu­lan­de – stän­den al­le in Bü­de­rich und Bütt­gen an der Stre­cke. Ih­ren Weg von Düs­sel­dorf nach Lüt­tich hät­te die zwei­te Etap­pe näm­lich auch un­ter Um­ge­hung von Neus­ser Stra­ßen ge­fun­den. In Ab­wand­lung ei­nes al­ten Köln-Düs­sel­dor­fer Wit­zes hät­te es dann ge­hei­ßen: „Über Ka­arst lacht die Son­ne, über Neuss die gan­ze Welt.“Jetzt dür­fen wir uns al­le auf die 198 Fah­rer, die Wer­be­ka­ra­wa­ne und ein bun­tes Rah­men­pro­gramm freu­en. Vor­erst un­ge­klärt bleibt die Fra­ge, wo die schwarz-grü­nen Stadt­ver­ord­ne­ten den mor­gi­gen Tag ver­brin­gen: Vor dem Fern­se­her beim Stu­di­um der „schöns­ten Bahn­stre­cken Deutsch­lands“– oder doch heim­lich ir­gend­wo am Tour-Kurs? -vk

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