Teu­re Um­bau­ten im Further Hof nö­tig

In den Rä­um­lich­kei­ten wird un­ter an­de­rem die Eta­b­lie­rung ei­ner „ge­mein­we­sen­ori­en­tier­ten Kin­der- und Ju­gend­ar­beit“an­ge­strebt. Doch bei ei­ner Be­ge­hung wur­de jetzt die feh­len­de Bar­rie­re­frei­heit mo­niert. Ei­ne wei­te­re Prü­fung steht aus.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - NEUSS - VON SI­MON JANS­SEN

NORDSTADT Ralf Hör­sken drück­te es me­ta­pho­risch aus. „Ich ha­be noch di­cke Bret­ter zu boh­ren“, sag­te der De­zer­nent für Ord­nung, Ju­gend und So­zia­les in der Sit­zung des ver­gan­ge­nen Ju­gend­hil­fe­aus­schus­ses. Mit den „di­cken Bret­tern“mein­te Hör­sken die jüngs­ten Pro­ble­me im Further Hof, die die Ver­wal­tung vor ei­ne Her­aus­for­de­rung stel­len. 100.000 Eu­ro wur­den für die Er­schaf­fung ei­nes Stadt­teil­zen­trums in der frü­he­ren Kult-Kn­ei­pe ein­ge­stellt. Doch bei ei­ner Be­ge­hung im Ja­nu­ar die­ses Jah­res wur­den er­heb­li­che Män­gel in Sa­chen Bar­rie­re­frei­heit deut­lich. Das teil­te die Ver­wal­tung jetzt mit. Schon der Zu­gang zum Further Hof sei für Men­schen mit kör­per­li­chen Be­ein­träch­ti­gun­gen nicht mög­lich. Und auch die WC-An­la­gen sei­en nicht bar­rie­re­frei, und der Um­bau sei „nur mit gro­ßem Kos­ten­aus­wand“mög­lich.

Ge­si­ne Eschen­burg, Ge­schäfts­füh­re­rin der Le­bens­hil­fe, zeig­te sich ir­ri­tiert, dass in der Vor­la­ge der Ver­wal­tung zwar an­ge­ge­ben wird, dass die Rä­um­lich­kei­ten nicht bar­rie­re­frei sind, aber den­noch die Aus­sa­ge ge­macht wird, dass die ge­mein­de­ori­en­tier­te Kin­der- und Ju­gend­ar­beit dort um­ge­setzt wer­den kann. „Das hal­te ich für ein Un­ding“, sag­te die sach­kun­di­ge Bür­ge­rin der CDU.

Marc Van­der­fuhr füg­te hin­zu: „Ich war bis­lang der Auf­fas­sung, dass die un­te­re Eta­ge bar­rie­re­frei ist. Das ist of­fen­bar nicht der Fall.“Hör­sken mach­te deut­lich, dass es trotz der nö­ti­gen Um­bau­maß­nah­men das kla­re Ziel der Ver­wal­tung ist, Ge­mein­we­sen­ar­beit im Further Hof zu schaf­fen. „Aber wenn so ein Stand­punkt ein­ge­rich­tet wird in der heu­ti­gen Zeit, dann muss er bar­rie- re­frei sein. Das ist er im Mo­ment de­fi­ni­tiv nicht.“Am 5. Ju­li soll ei­ne Be­ge­hung mit ei­nem Fach­mann statt­fin­den. Da­bei soll er­fasst wer­den, wel­che ge­nau­en Ve­rän­de­run­gen in dem an­ge­mie­te­ten Ge­bäu­de nö­tig sind, was sie kos­ten und ob sie über­haupt vor­ge­nom­men wer­den dür- fen. Auch ein Trä­ger muss noch ge­fun­den wer­den. Ge­gen ei­ne Kom­pro­miss-Lö­sung sprach sich Hör­sken klar aus. „Wenn wir es ma­chen, dann rich­tig.“Das heißt, dass für den Further Hof un­ter an­de­rem auch ein Lot­sen­punkt ge­plant ist, der Se­nio­ren hel­fen soll, mög­lichst lan­ge un­ab­hän­gig und ge­sell­schaft­lich ein­ge­bun­den in ih­rer ver­trau­ten Um­ge­bung zu le­ben.

Tho­mas Kau­manns (CDU) brach­te so­gar die Su­che nach ei­nem neu­en Stand­ort ins Ge­spräch: „ Ich er­in­ne­re mich dar­an, dass wir in der ver­gan­ge­nen Sit­zung die Stand­ort­fra­ge of­fen ge­las­sen ha­ben, um zu prü­fen, wo die Um­set­zung des Kon­zep­tes am bes­ten mög­lich ist. Wenn es jetzt sol­che Pro­ble­me gibt, dann muss man viel­leicht schau­en, ob es in der Nä­he Al­ter­na­ti­ven gibt.“Van­der­fuhr da­zu: „Ich bin er­schro­cken dar­über, dass wir auf die Stand­ort­fra­ge zu­rück­kom­men. Ich dach­te, wir sind ei­nen Schritt wei­ter.“

Im nächs­ten Ju­gend­hil­fe­aus­schuss möch­te die Ver­wal­tung über die an­ste­hen­de Prü­fung be­rich­ten.

NGZ-FOTO: WOITSCHÜTZKE

In der ehe­ma­li­gen Kult-Kn­ei­pe Further Hof soll ein Stadt­teil­zen­trum ent­ste­hen. Doch um die Pla­nun­gen von Po­li­tik und Stadt­ver­wal­tung um­zu­set­zen, sind ei­ni­ge Um­bau­maß­nah­men not­wen­dig.

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