Kon­ver­ter: Ka­arst bleibt ers­te Wahl

Das ak­tua­li­sier­te Stand­ort­gut­ach­ten des Netz­be­trei­bers Am­pri­on sieht wei­ter­hin die Kaars­ter Drei­ecks­flä­che als bes­ten Stand­ort, da­nach nun aber Flä­chen in Meer­busch-Os­terath, Ka­arst und Neuss. Gohr stellt kei­ne Al­ter­na­ti­ve mehr dar.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KAARST - VON CA­RI­NA WERNIG UND DAG­MAR FISCH­BACH

RHEIN-KREIS Die Nach­richt sorg­te für Freu­de in Gohr und Rom­mers­kir­chen: Mit der Ak­tua­li­sie­rung des Stand­ort­gut­ach­tens stellt „der Be­reich Gohr kei­ne gleich­wer­ti­ge Al­ter­na­ti­ve mehr für den Kon­ver­ter­stand­ort dar“, sag­te Tho­mas Wie­de, Spre­cher des Netz­be­trei­bers Am­pri­on, der den Strom­kon­ver­ter bau­en will. Da­bei ging es auch um Sicht­bar­keit der An­la­ge und An­bin­dung an die Strom­tras­se. Bis­her galt Gohr als gleich­wer­ti­ge Al­ter­na­ti­ve zum wei­ter­hin fa­vo­ri­sier­ten Stand­ort auf der Kaars­ter „Drei­ecks­flä­che“.

Noch ver­hin­dert die Kies­ab­bauBin­dung die­ser Flä­che im Re­gio­nal­plan den Kon­ver­ter, ob­wohl Am­pri­on die Flä­che ge­kauft hat. Da­her ap­pel­liert Wie­de an den Re­gio­nal­rat, in sei­ner Sit­zung am 6. Ju­li in Gre­ven­broich „ein po­li­ti­sches Zei­chen mit ei­ner Emp­feh­lung für den Kon­ver­ter auf der bes­ten Flä­che, näm­lich der Drei­ecks­flä­che, ab­zu­ge­ben“. Denn die Zeit drän­ge, so Wie­de: „Wir müs­sen in die­sem Herbst un­se­re Kon­ver­ter­pla­nung kon­kre­ti­sie­ren.“Auch wenn die Bun­des­netz­agen­tur erst En­de 2018 die Ent­schei­dung über den Stand­ort fäl­le, müs­se es ei­ne Vor-Ent­schei­dung ge­ben. Es kön­ne sein, dass Ka­arst raus­fal­le, wenn kei­ne Si­gna­le auf ei­ne Um­wid­mung kä­men. Land­rat Hans-Jür­gen Pe­t­rausch­ke, Vor­sit­zen­der des Re­gio­nal­ra­tes, sieht kei­nen Grund, we­gen des Gut­ach­tens an­ders zu ent­schei­den: „Wir wer­den über die Re­gio­nal­pla­nung spre­chen, über den Kon­ver­ter ent­schei­det die Bun­des­netz­agen­tur.“

Am­pri­on prä­sen­tier­te ges­tern vier wei­te­re Al­ter­na­ti­ven, die we­ni­ger als Ka­arst ge­eig­net sei­en: Der zweit­bes­te Stand­ort liegt an der Um­sp­an­n­an­la­ge Os­terath, ein drit­ter süd­lich da­von in ei­nem Grün­zug, Num­mer vier nord­öst­lich von Ka­arst und der letz­te in Neuss an der Bau­er­bahn. Am­pri­on-Pro­jekt­lei­ter Oliver Cro­nau wies auf ge­än­der­te Be­din­gun­gen hin: „Die An­bin­dung der Gleich­strom­ver­bin­dung A-Nord er­folgt nun über Erd­ka­bel, da­her ist ei­ne räum­li­che Nä­he zum Ver­knüp­fungs­punkt Os­terath sinn­voll.“Zu­dem sei der Min­dest­ab­stand zur Be­bau­ung von 200 auf 400 Me­ter ge­än­dert wor­den. In Ka­arst ist die Em­pö­rung groß. „Be­mer­kens­wert, dass zu ei­nem sol­chen Ge­spräch mit ei­nem Vor­lauf von ge­ra­de drei Ta­gen ein­ge­la­den wird und das Gut­ach­ten erst am Frei­tag ab 14 Uhr im In­ter­net ver­füg­bar ist“, sagt die Tech­ni­sche Bei­ge­ord­ne­te, Si­grid Burk­hart. Die Stadt Ka­arst wer­de nun be­an­tra­gen, dass der Ta­ges­ord­nungs­punkt in der Sit­zung des Re­gio­nal­ra­tes kom­men­den Don­ners­tag ver­tagt wird. Auch für die Mit­glie­der des Re­gio­nal­ra­tes sei die Vor­lauf­zeit zu kurz, um sich in­ten­siv mit dem rund 300 Sei­ten um­fas­sen­den Gut­ach­ten zu be­schäf­ti­gen. Über­dies be­ste­he der Ver­dacht, dass das Er­geb­nis die Prü­fung be­stimmt ha­be. Die Ein­schät­zung teilt Gui­do Ot­ter­bein von der Bür­ger­initia­ti­ve „Kein Dop­pel­kon­ver­ter in Ka­arst und Neuss“. „Es wur­de plötz­lich da­mit ar­gu­men­tiert, dass die Ver­le­gung der Lei­tung über die wei­ter süd­lich lie­gen­den Or­te zu weit sei. Zwölf Ki­lo­me­ter Erd­ka­bel zu ver­le­gen, ist of­fen­bar zu kom­pli­ziert.“

GRA­FIK: AM­PRI­ON

So soll es nach den Plä­nen von Am­pri­on: Der Dop­pel­kon­ver­ter auf der Drei­ecks­flä­che in Ka­arst. Ak­tu­ell ist das Ge­län­de noch als Kies­ab­bau­ge­biet aus­ge­wie­sen.

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