Rie­sen­tru­bel und bes­te Stim­mung für le Tour

NGZ-Mit­ar­bei­te­rin So­phie Rhi­ne wag­te sich un­ter die Rad­sport­fans auf Kai­ser-Fried­rich- und Rhe­ydter Stra­ße.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - GREVENBROICH & DORMAGEN - VON SO­PHIE RHI­NE

NEUSS Drei St­un­den war an der Stre­cke or­dent­lich was los: Auf Pick­nick­de­cken oder vor gro­ßer Lein­wand wur­de die zwei­te Etap­pe der Tour de Fran­ce ge­spannt ver­folgt. Aus der er­staun­lich kur­zen Durch­fahrt wur­de ein Event für Groß und Klein.

Schon ge­gen halb zwölf er­reich­te ich – na­tür­lich mit dem Rad – die Kai­ser-Fried­rich-Stra­ße. Wie er­war­tet war schon al­les ab­ge­sperrt, noch sa­hen die Ord­ner ziem­lich ein­sam aus. Ganz ent­spannt konn­te ich mir ei­nen Über­blick ver­schaf­fen, die TG Neuss leg­te die ers­ten Würst­chen auf den Grill, auch beim Neus­ser Rad­fah­rer­ver­ein sa­ßen schon die Ers­ten und ver­folg­ten die Live­über­tra­gung auf der Lein­wand. „Wir wol­len al­len Mit­glie­dern und Spon­so­ren ein be­son­de­res Er­leb­nis be­sche­ren“, sag­te Ste­phan Hil­gers, der Vor­sit­zen­de des NRV. Schnell füll­ten sich die Stre­cken­rän­der, die Kin­der, die noch mit Krei­de Gruß­wor­te für die Fah­rer auf die Stra­ße mal­ten wur­den zur Sei­te ge­zo­gen, dann folg­te ein Ro­sen­mon­tags­zug im Schnell­durch­gang: Mit bun­ten Wa­gen und lau­ter Mu­sik bahn­te sich die Wer­be­ka­ra­wa­ne ih­ren Weg – in Höchst­ge­schwin­dig­keit, so dass man sich vor den Prä­sen­ten in Si­cher­heit brin­gen muss­te.

An­schlie­ßend schlen­der­te ich ein­mal die Stre­cke ent­lang hoch bis zur Rhe­ydter­stra­ße und war er­staunt, wie viel hier mitt­ler­wei­le los war: Al­le paar Me­ter wa­ren Bän­ke oder Pa­vil­lons auf­ge­baut, Fa­mi­li­en pick­nick­ten, vor den Häu­sern wa­ren gan­ze Buf­fets er­rich­tet, die Sekt­glä­ser klirr­ten und es roch nach Grill. „Wir ha­ben die Nach­barn und Freun­de ein­ge­la­den zum fei­ern, je­der hat ’was mit­ge­bracht“, er­zähl­te Ju­lia Mei­en­dresch-Tol­les. Ein paar Me­ter wei­ter war der Fern­se­her zur Stra­ße ge­dreht: „So krie­gen wir al­les mit“, sag­te Karl-Heinz Ti­ves, sel­ber be­geis­ter­ter Rad­fah­rer. „Ich hof­fe, es geht gleich nicht zu schnell.“

Doch, ging es. Kurz be­vor die Fah­rer uns er­reich­ten, fing es dann doch noch an zu reg­nen. Tour­teu­fel Di­di Senft sorg­te für Stim­mung, da war die Aus­rei­ßer­grup­pe schon vor­bei. Kur­ze Pau­se, dann kam auch das Haupt­feld – 30 Se­kun­den, dann ka­men noch die hu­pen­den Au­tos und das war’s. In­ner­halb von we­ni­gen Mi­nu­ten war die Stra­ße leer ge- fegt, nur die Ord­ner muss­ten noch auf ih­rem Pos­ten blei­ben. Nur die Neus­ser Fahr­rad­freun­de stan­den noch län­ger zu­sam­men: „Drei Ta­ge ha­ben wir uns vor­be­rei­tet, Pro­vi­ant be­sorgt. Es war lei­der schnell vor­bei, aber es hat sich ge­lohnt.“

NGZ-FO­TOS (2): LOTHAR BERNS

Hier schlägt das Herz des Rad­sports: Zwi­schen Rhe­ydter Stra­ße und Kai­ser-Fried­rich-Stra­ße war kein Platz hin­ter den Ab­sperr­git­tern mehr frei. Und kei­nen stör­te es, dass das Spek­ta­kel so schnell vor­über war.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.