Kai­ser Kon­stan­tin be­grün­det die Sonn­tags­ru­he

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - UNTERHALTUNG -

Schon in der An­ti­ke gab es das Be­stre­ben, den Men­schen nach ta­ge­lan­ger Ar­beit auch ein­mal Ru­he zu gön­nen. Im al­ten Rom dien­ten da­zu die un­re­gel­mä­ßi­gen Fei­er­ta­ge, ei­nen wie­der­keh­ren­den frei­en Tag gab es nicht. An­ders hiel­ten es zur glei­chen Zeit die Ju­den, die den Sab­bat ehr­ten. Für die frü­hen Chris­ten, in den ers­ten Jahr­hun­der­ten noch ei­ne ver­folg­te Min­der­heit, war der Sonn­tag der höchs­te Tag. Schließ­lich war an ei­nem Sonn­tag Je­sus Chris­tus auf­er­stan­den. Kon­stan­tin der Gro­ße, der sich selbst zum Chris­ten­tum be­kann­te, mach­te aus dem Sonn­tag ei­nen Ru­he­tag. Am 3. Ju­li 316 ver­füg­te der Kai­ser, dass „am Tag der Son­ne al­le Rich­ter, eben­so das Volk in den Städ­ten, so­wie die Aus­übung der Küns­te und Hand­wer­ke ru­hen“sol­len. Es war der Be­ginn ei­ner Son­der­stel­lung, die bis in die heu­ti­ge Zeit Aus­wir­kun­gen hat. Im Mit­tel­al­ter war der Sonn­tag al­ler­dings kaum ein Ru­he­tag. Es galt viel­mehr, die üb­li­chen Ver­pflich­tun­gen so weit zu re­du­zie­ren, dass man in der La­ge war, an der sonn­täg­li­chen Mes­se teil­zu­neh­men. Erst ge­gen En­de des 19. Jahr­hun­derts be­schränk­te die Po­li­tik die Sonn­tags­ar­beit durch So­zi­al­ge­set­ze. Die Sonn­tags­ru­he, die heu­te im Grund­ge­setz ver­an­kert ist, be­ruht auf Ar­ti­kel 139 der Wei­ma­rer Ver­fas­sung von 1919: „Der Sonn­tag und die staat­lich an­er­kann­ten Fei­er­ta­ge blei­ben als Ta­ge der Ar­beits­ru­he und der see­li­schen Er­he­bung ge­setz­lich ge­schützt.“

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