Denk­mal­schutz wird für Kin­der­bau­ern­hof ge­prüft

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KULTUR -

SELIKUM (-nau) Der Kin­der­bau­ern­hof hat das In­ter­es­se der Denk­mal­schüt­zer ge­weckt. Schon in den 1980er Jah­ren hat­ten sich Ex­per­ten des Lan­des­am­tes für Denk­mal­pfle­ge den rhei­ni­schen Vier­kant­hof aus dem Jahr 1856 an­ge­schaut, da­mals aber die Fra­ge sei­ner Denk­mal­wür­dig­keit zu­rück­ge­stellt. Bis jetzt.

Ak­tu­ell wird von der obe­ren Denk­mal­be­hör­de ei­ne Un­ter­schutz­stel­lung des Ho­fes un­ter­sucht, be­stä­tig­te ein Spre­cher der Stadt­ver­wal­tung. Die Ex­per­ten beim Land­schafts­ver­band, dem das Lan­des­amt an­ge­schlos­sen ist, wa­ren von den Plä­nen auf­ge­schreckt wor­den, vor al­lem das seit En­de ver­gan­ge­nen Jah­res leer ste­hen­de Wohn­haus an­ders nut­zen zu wol­len. So sol­len im Erd­ge­schoss ein Ca­fé ein­ge­rich­tet wer­den, das die Ge­mein­nüt­zi­gen Werk­stät­ten Neuss (GWN) be­trei­ben wol­len, und dar­über Woh­nun­gen ent­ste­hen.

Das Er­geb­nis der denk­mal­pfle­ge­ri­schen Prü­fung steht noch aus, doch die Stadt als Un­te­re Denk­mal­be­hör­de gibt schon ein­mal ei­ne Teil­ent­war­nung. Nach ei­nem Orts­ter­min kommt sie zu dem Er­geb­nis, dass, so fasst es To­bi­as Span­ge vom Pres­se­amt zu­sam­men, „die Nach­nut­zungs­plä­ne auch un­ter den Be­din­gun­gen des Denk­mal­schut­zes um­setz­bar wä­ren.“

Chris­toph Schnitz­ler, Ge­schäfts­füh­rer der GWN, un­ter­strich das wei­ter be­ste­hen­de In­ter­es­se, am Kin­der­bau­ern­hof ein Ca­fé zu be­trei­ben, noch in der ver­gan­ge­nen Wo­che ge­gen­über Auf­sichts­rat und Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung. Die si­gna­li­sier­ten vol­le Rü­cken­de­ckung da­für. Schon jetzt sind drei GWN-Mit­ar­bei­ter auf dem Bau­ern­hof tä­tig und ha­ben dort ei­nen teil­in­te­grier­ten Ar­beits­platz. So­zi­al­de­zer­nent Ralf Hör­sken ist sei­ner­seits ein Ver­fech­ter des Ca­fés. „Das wird den Kin­der­bau­ern­hof noch at­trak­ti­ver ma­chen und vor al­lem El­tern ent­ge­gen­kom­men.“

Über Plä­ne und Kos­ten aber kann bei den GWN, die das Ver­fah­ren be­trei­ben, erst nach Ab­schluss der Denk­mal­schutz­un­ter­su­chung im De­tail ge­spro­chen wer­den.

Der Hof wur­de 1856 ge­baut, 1912 von der Stadt ge­kauft, aber bis 1978 be­wirt­schaf­tet. Dann wur­de aus dem Be­trieb ein Lern­ort- und Er­leb­nis­ort für Groß­stadt­kin­der, der bis heu­te oh­ne Gas­tro­no­mie blieb.

„Das Ca­fé wird den Kin­der­bau­ern­hof noch at­trak­ti­ver ma­chen“

Ralf Hör­sken

So­zi­al­de­zer­nent

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