Aus Dor­ma­gen in die gan­ze Welt

Die Coate­ma Coa­ting Ma­chine­ry Gm­bH kon­stru­iert und fer­tigt An­la­gen für die Be­rei­che Be­schich­ten, Dru­cken und La­mi­nie­ren. Das Un­ter­neh­men ist welt­weit in ver­schie­de­nen Märk­ten ak­tiv. Ei­ne zen­tra­le Rol­le spielt das Tech­ni­kum.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - WIRTSCHAFT IM RHEIN-KREIS - VON ANDRE­AS BUCHBAUER

DOR­MA­GEN Hin­ter dem Bü­ro­ge­bäu­de wird an der Zu­kunft ge­ar­bei­tet. Andre­as Giess­mann geht vor und öff­net die Tür, da­hin­ter wird ge­tüf­telt, ge­tes­tet und ent­wi­ckelt. „Un­ser Tech­ni­kum“, sagt der Ge­schäfts­füh­rer der Coate­ma Coa­ting Ma­chine­ry Gm­bH mit Sitz im Ge­wer­be­ge­biet Ro­sel­ler Stra­ße in Dor­ma­gen. Das Un­ter­neh­men kon­stru­iert und fer­tigt An­la­gen für die Be­rei­che Be­schich­ten, Dru­cken und La­mi­nie­ren – und zwar in­di­vi­du­ell auf die Kun­den-Be­dürf­nis­se zu­ge­schnit­ten. „Kun­den, die ei­ne Stan­dard-Be­schich­tungs­an­la­ge an­schaf­fen möch­ten, kom­men eher nicht zu uns“, er­klärt Giess­mann. „Wir sind der Part­ner für die pass­ge­nau auf die An­for­de­run­gen des Kun­den zu­ge­schnit­te­nen Lö­sun­gen.“

Das Un­ter­neh­men ist welt­weit in Märk­ten wie Tex­til-, Fo­li­en- und Pa­pier­be­schich­tung ak­tiv und bie­tet Pro­duk­ti­ons- und Pi­lot­an­la­gen an. Ei­ne zen­tra­le Rol­le spielt das Tech­ni­kum, das von au­ßen gar nicht so groß wirkt wie von in­nen. Auf 1200 Qua­drat­me­ter Flä­che wer­den An­la­gen ent­wi­ckelt, in en­ger Ab­stim­mung mit den Kun­den. Manch­mal geht es da­bei zu wie bei ei­nem um­ge­kehr­ten Black-Box-Prin­zip: Der Kun­de weiß, wel­ches Pro­dukt er mit der neu­en An­la­ge schaf­fen möch­te – aber die pas­sen­de An­la­ge da­für muss erst noch ent­wi­ckelt wer­den. Coate­ma be­schäf­tigt da­bei nicht nur In­ge­nieu­re, Ma­schi­nen­bau­er und Ver­fah­rens­tech­ni­ker, son­dern auch Che­mi­ker. „Es kommt auf drei Din­ge an: die rich­ti­ge Che­mie, die pas­sen­de Tech­nik und ei­ne gu­te Be­dien­bar­keit“, sagt Giess­mann. Der Kun­de wer­de mit sei­ner Pro­dukt­idee ab­ge­holt, im Tech­ni- kum wer­de ihm die ers­te Idee an die Hand ge­ge­ben, ei­ne Pi­lot­an­la­ge ent­wi­ckelt – bis die Pro­duk­ti­ons­li­nie steht. „Wir ge­hö­ren vi­el­leicht nicht zu den Größ­ten der Bran­che, aber wir ha­ben das um­fang­reichs­te Tech­ni­kum welt­weit“, be­tont Giess­mann.

Ei­ne al­te Fir­men­weis­heit gilt schließ­lich auch für Coate­ma: In­no­va­ti­on ist der Schlüs­sel zum Er­folg. Das 1974 von Andre­as Giess­manns Va­ter noch als In­ge­nieur­bü­ro an der Erft­stra­ße in Neuss ge­grün­de­te Un­ter­neh­men („Der Dru­sus­hof war un­se­re Kan­ti­ne“) ar­bei­tet da­her stets an Ide­en für die Zu­kunft und hat sich nach ei­ge­nen An­ga­ben zu ei­nem Markt­füh­rer in be­stimm­ten in­no­va­ti­ven Tech­no­lo­gi­en im Be­reich von Bat­te­ri­en, So­lar- und Brenn­stoff­zel­len, aber auch im Be­reich der Me­di­zin und auf dem Wachs­tums­markt ge­druck­ter Elek­tro­nik ent­wi­ckelt. Im Ja­nu­ar schau­te Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Her­mann Grö­he (CDU) vor­bei, um sich ein Bild von dem Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men zu ma­chen. Dor­ma­gen ge­hört zu Grö­hes Wahl­kreis.

Aber nicht nur im Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um ist das mit­tel­stän­di­sche Un­ter­neh­men be­kannt. Kürz­lich gab es Post aus dem Bun­des- wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um. Coate­ma wird über den Zei­t­raum vom 1. Ju­ni 2017 bis zum 31. Mai 2020 im Zu­ge ei­ner Pro­jekt­för­de­rung mit ins­ge­samt rund 370.000 Eu­ro ge­för­dert. Das Mi­nis­te­ri­um will Coate­ma da­mit bei der Ent­wick­lung neu­er, so­ge­nann­ter elek­tro­chro­mer Bau­ele­men­te un­ter­stüt­zen. Die­se wer­den durch ein Rol­le-zu-Rol­le-Be­schich­tungs­ver­fah­ren di­rekt auf be­son­ders licht­durch­läs­si­gen Fo­li­en ein­ge­baut, die vor al­lem beim Bau so­ge­nann­ter Mem­bran­dä­cher für Sport­sta­di­en, Flug­hä­fen oder Bahn­hö­fe ver­wen­det wer­den. Da­mit kommt Coate­ma in die­sem Jahr be- reits zum zwei­ten Mal ei­ne För­der­maß­nah­me der Bun­des­re­gie­rung zu­gu­te. Auch bei der Ent­wick­lung neu­er, so­ge­nann­ter Sol-Ge­le zur Stei­ge­rung des Wir­kungs­gra­des und zur Sen­kung der Her­stel­lungs­kos­ten von So­lar­zel­len wird das Un­ter­neh­men seit dem 1. April 2017 bis zum 31. März 2020 mit bis zu 350.000 Eu­ro vom Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um ge­för­dert. „Ge­för­dert wird je­doch nur, wer auch in­ves­tiert“, sagt Giess­mann. Über die Jah­re ist der Um­gang im Un­ter­neh­men fa­mi­li­är ge­blie­ben: Mit­ge­sell­schaf­ter Det­lev Die­ke ist mit Giess­mann ver­wandt, wei­te­re Fa­mi­li­en­mit­glie­der ar­bei­ten im Un­ter­neh­men mit.

Ein Pro­dukt, das oh­ne die Tech­nik der 55 Mit­ar­bei­ter zäh­len­den Coate­ma Gm­bH so nicht denk­bar wä­re, kennt je­der aus sei­nem All­tag – wenn auch eher aus un­ge­lieb­ten Si­tua­tio­nen. „Die blau­en Fo­li­en beim Zahn­arzt“, sagt Giess­mann.

NGZ-FOTO: LOTHAR BERNS

Andre­as Giess­mann, Ge­schäfts­füh­rer der Coate­ma Coa­ting Ma­chine­ry Gm­bH, im Tech­ni­kum des Un­ter­neh­mens. Dort wird auf 1200 Qua­drat­me­ter Flä­che ge­tüf­telt, ge­tes­tet und ent­wi­ckelt.

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