Der Haupt­bahn­hof soll si­che­rer wer­den

In Zu­kunft wer­den mehr Über­wa­chungs­ka­me­ras ein­ge­setzt. Ein Al­ko­hol­ver­bot rund um das Ge­län­de soll ge­prüft wer­den.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - REISE&ERHOLUNG - VON SI­MON JANS­SEN

NEUSS Am Neus­ser Haupt­bahn­hof wird mit­tel­fris­tig ei­ne Mo­der­ni­sie­rung der Vi­deo­über­wa­chung vor­ge­nom­men. Das teil­te die Deut­sche Bahn (DB) auf Nach­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on mit. Auch die Bun­des­po­li­zei, die in die Pla­nun­gen in­vol­viert, ist, be­stä­tig­te die Maß­nah­me. Wann und in wel­chem Um­fang dies ge­schieht, sei aber noch un­klar.

Ins­ge­samt 85 Mil­lio­nen Eu­ro wol­len die Deut­sche Bahn und der Bund in­ves­tie­ren, um mehr Bahn­hö­fe mit mo­der­ner Vi­deo­tech­nik aus­zu­stat­ten. Die Aus­wahl der Bahn­hö­fe des Vi­deo­pro­gramms tref­fen die DB, das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des In­nern und die Bun­des­po­li­zei nach bahn­be­trieb­li­chen und po­li­zei­fach­li­chen Kri­te­ri­en. Aus­schlag­ge­bend sei ins­be­son­de­re die Be­wer­tung der Bun­des­po­li­zei, die sich un­ter an­de­rem an der Zahl von Fahr­gäs­ten und der Kri­mi­na­li­täts­sta­tis­tik ori­en­tiert. Ei­ne flä­chen­de­cken­de Vi­deo­über­wa­chung sei aus Da­ten­schutz-Grün­den je­doch nicht mög­lich. Nach den gel­ten­den Re­geln ist die Über­wa­chung nur dann zu­läs­sig, wenn sie „er­for­der­lich, an­ge­mes­sen und ver­hält­nis­mä­ßig“ist.

In Neuss ist ei­ne Er­wei­te­rung aber of­fen­bar von Nö­ten. Das fin­det auch Andre­as Al­berts von der An­woh­ner­initia­ti­ve, die sich ge­gen den of­fe­nen Dro­gen­han­del und -kon­sum auf und rund um den Ma­ri­en­kirch­platz – der sich in un­mit­tel­ba­rer Nä­he zum Haupt­bahn­hof be­fin­det – ein­setzt. Die­se hat­te be­reits vor Wo­chen ei­ne ver­stärk­te Vi­deo­über- wa­chung in dem Be­reich ge­for­dert. „Die­se Maß­nah­me auf dem Bahn­hofs­ge­län­de ist ein ers­ter rich­ti­ger Schritt“, sagt Al­berts, der sich je­doch auch für ein tem­po­rä­res Al­ko­hol­ver­bot im Bahn­hofs­um­feld ein­setzt. „Das soll kei­ne Gast­stät­ten be­tref­fen und auch zum Bei­spiel wäh­rend des Bür­ger­schüt­zen­fes­tes nicht gel­ten. Uns geht es um die Ver­hin­de­rung von öf­fent­li­chen Trink­ge­la­gen. Wir möch­ten nie­man­dem den Spaß ver­der­ben.“

Un­ter­stüt­zung er­hält die An­woh­ner­initia­ti­ve von Jörg Geer­lings. Für die Rats­sit­zung am kom­men­den Jörg Geer­lings Frei­tag hat der CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten ei­ne An­fra­ge plat­ziert, in der die Ver­wal­tung auf­ge­for­dert wird, ei­ni­ge The­men zu be­ar­bei­ten. Un­ter an­de­rem soll er­klärt wer­den, ob die Ver­wal­tung ei­ne tem­po­rä­re oder dau­er­haf­te Vi­deo­über­wa­chung des Bahn­hofs­um­fel­des be­reits ge­prüft oder mit der Kreis­po­li­zei­be­hör­de dis­ku­tiert hat. Auch um ei­ne Be­wer­tung des Al­ko­hol­ver­bots wird ge­be­ten. „Das Pro­blem im Ma­ri­en­vier­tel ist nach wie vor nicht ge­löst. Es gibt vie­le of­fe­ne Fra­gen“, sagt der CDU-Chef, der sich für ei­ne Ka­me­ra­über­wa­chung des Bahn­hofs­vor­plat­zes aus­spricht.

Bür­ger­meis­ter Rei­ner Breu­er gibt zwar an, ein Al­ko­hol­ver­bot prü­fen zu wol­len. „Ich hal­te das in der Um­set­zung aber für schwie­rig“, sagt der Ver­wal­tungs­chef und fügt hin­zu: „Die Sinn­haf­tig­keit müss­te man tie­fer prü­fen.“

Land­rat Hans-Jür­gen Pe­t­rausch­ke be­ton­te auf Nach­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on er­neut, dass es sich bei dem Bahn­hofs­um­feld nicht um ei­nen Kri­mi­na­li­täts­schwer­punkt han­de­le. Auf dem Ma­ri­en­kirch­platz – al­so auch au­ßer­halb des Bahn-Ge­län­des – das Ge­sche­hen di­gi­tal zu über­wa­chen, sei nach den ak­tu­el­len ge­setz­li­chen Vor­ga­ben in Nord­rhein-West­fa­len nicht mög­lich. „Man kann im öf­fent­li­chen Raum nicht oh­ne Wei­te­res Ka­me­ras auf­stel­len.“Der Land­rat hält je­doch ei­ne Hin­ter­tür of­fen: „Wo­mög­lich wer­den die Mög­lich­kei­ten für Vi­deo­über­wa­chung er­wei­tert. Dann müss­te man sich die Si­tua­ti­on dort noch­mal an­schau­en.“

„Das Pro­blem im Ma­ri­en­vier­tel ist nach wie vor nicht ge­löst. Es gibt vie­le of­fe­ne Fra­gen“ Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter der CDU

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