Schüt­zen: Mit Alt­klei­dern Gu­tes tun

In zwei grü­ne Con­tai­ner auf dem Mat­thi­as-Hoe­ren-Platz kön­nen Bür­ger ih­re Tex­ti­li­en ein­wer­fen. Der Er­lös aus der Ver­wer­tung kommt den Mal­te­sern zu­gu­te. Sie un­ter­stüt­zen mit dem ge­sam­mel­ten Geld lo­ka­le Pal­lia­tiv­ein­rich­tun­gen.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KORSCHENBROICH - VON CHRIS­TI­AN LIN­GEN

KORSCHENBROICH Ei­nen Alt­klei­der­con­tai­ner hat si­cher je­der schon ein­mal ge­se­hen. Oft sind sie nicht be­son­ders an­sehn­lich oder mit Graf­fi­ti be­schmiert. Für die bei­den Alt­klei­der­con­tai­ner auf dem Mat­thi­as-Hoe­ren-Platz gilt das nicht. Sie ma­chen durch­aus et­was her, fal­len durch ih­re grü­ne Far­be auf und er­fül­len oben­drein auch noch ei­nen gu­ten Zweck. Die Con­tai­ner auf dem Grün­strei­fen wur­den ge­mein­sam von den Mal­te­sern und dem Bund der His­to­ri­schen Deut­schen Schüt­zen­bru­der­schaf­ten auf­ge­stellt. In Korschenbroich sind frei­lich die bei­den Bru­der­schaf­ten da­für zu­stän­dig. Sie küm­mern sich um die Con­tai­ner und die Wei­ter­ga­be der ge­sam­mel­ten Alt­klei­der. Der Sinn da­hin­ter ist ganz ein­fach: Das Le­ben des Mot­tos „Bru­der sein ist mehr“. Und das be­deu­tet, an­de­ren zu hel­fen.

„Die ge­sam­mel­ten Alt­klei­der wer­den ver­wer­tet. Der Er­lös geht an die Mal­te­ser“, sagt Jo­sef Cre­mer, der Kas­sie­rer der St. Se­bas­tia­nus-Bruderschaft. Da die Ak­ti­on nicht auf Korschenbroich be­schränkt ist, son­dern sich al­le Bru­der­schaf­ten im Schüt­zen­bund dar­an be­tei­li­gen kön­nen, sind die Or­ga­ni­sa­to­ren auf die Hil­fe von Kom­mu­nen oder Pri­vat­leu­ten an­ge­wie­sen, die Plät­ze zur Ver­fü­gung stel­len. „Der Strei­fen, auf dem die Con­tai­ner in Korschenbroich ste­hen, ist Pri­vat­grund“, er­zählt Jo­sef Cre­mer. Des­halb war das Auf­stel­len an dem für Kor­schen- broich so zen­tra­len Platz ganz ein­fach. Gut ge­füllt wer­den die Con­tai­ner eben­falls be­reits. „Wir wür­den es na­tür­lich be­grü­ßen, wenn sich noch wei­te­re Bru­der­schaf­ten an der Ak­ti­on be­tei­li­gen. Im Stadt­ge­biet gibt es si­cher noch den ein oder an­de­ren Platz, der da­für ge­eig­net ist“, sagt Cre­mer.

Den Bru­der­schaf­ten im Bund des His­to­ri­schen Deut­schen Schüt­zen­bru­der­schaf­ten, ste­hen ins­ge­samt 12.000 Alt­klei­der­sä­cke für die Samm­lun­gen zur Ver­fü­gung. Über die Ge­schäfts­stel­le kön­nen sie be­stellt wer­den. Die Sä­cke sind für Bru­der­schaf­ten ge­dacht, die kei­ne Mög­lich­keit ha­ben, ei­nen Con­tai­ner auf­zu­stel­len. Um al­le bü­ro­kra­ti­schen Auf­la­gen zu er­fül­len, be­kom­men die Bru­der­schaf­ten Un­ter­stüt­zung vom Schüt- zen­bund. Ein Form­blatt auf der In­ter­net­sei­te des Ver­bands in­for­miert über al­les, was bei der Auf­stel­lung zu be­ach­ten ist. Mit dem Er­lös der Klei­dungs­stü­cke, die über die Con­tai­ner ge­sam­melt wer­den, sol­len lo­ka­le Pal­lia­tiv­sta­tio­nen und Ho­s­pi­ze der Mal­te­ser un­ter­stützt wer­den. In Zei­ten, in de­nen über Ster­be­hil­fe dis­ku­tiert wird, möch­ten die Bru­der­schaf­ten zu ih­ren christ­li­chen Wer­ten ste­hen und Men­schen hel­fen, die dem En­de ih­res Le­bens na­he sind. Dass Pal­lia­tiv­ein­rich­tun­gen pro­fi­tie­ren, ist al­so kein Zu­fall. Sie er­mög­li­chen es den Pa­ti­en­ten, mit ei­ner um­fas­sen­den Be­treu­ung und oh­ne gro­ße Schmer­zen die Welt zu ver­las­sen. Die ers­ten Con­tai­ner stell­te der Bund der His­to­ri­schen Deut­schen Schüt­zen­bru­der­schaf­ten in Rhein­berg bei der dor­ti­gen St. Ever­ma­rus Schüt­zen­bru­der­schaft auf. Auch dort ste­hen sie auf ei­nem Pri­vat­grund­stück. Wer sich für die­se Va­ri­an­te ent­schei­det, braucht der Stadt nur die Auf­stel­lung und die ord­nungs­ge­mä­ße Be­hand­lung der Tex­ti­li­en von den Mal­te­sern an­zei­gen. Ist das er­folgt, kann der Con­tai­ner auf­ge­stellt wer­den.

Da die Kor­schen­broi­cher Con­tai­ner öf­fent­lich zu er­rei­chen sind, kön­nen al­le Bür­ger sie nut­zen.

FO­TO: HORST THO­REN

Auf dem Mat­thi­as-Hoe­ren-Platz ha­ben die Kor­schen­broi­cher Bru­der­schaf­ten zwei Alt­klei­der­con­tai­ner auf­ge­stellt. Sie un­ter­stüt­zen da­mit die Mal­te­ser.

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