Neue Mu­sik auf der Ra­ke­ten­sta­ti­on ist Ge­nuss auf ei­ne an­de­re Art

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KULTUR IN NEUSS -

NEUSS (Kl­nie) Die Ver­an­stal­tungs­hal­le auf der Ra­ke­ten­sta­ti­on hat schon vie­le Kon­zer­te mit zeit­ge­nös­si­scher Mu­sik er­lebt – es gibt sie sie ganz ge­nau seit 20 Jah­ren, was mit ei­nem Kon­zert ge­fei­ert wur­de.

Mit Vor­trä­gen, Dis­kus­sio­nen, öf­fent­li­chen Pro­ben und Kon­zer­ten hat Chris­toph Stau­de 1997 die „Neue Mu­sik“-Rei­he als La­bor für jun­ge Kom­po­nis­ten aus der Tau­fe ge­ho­ben. Dem Ku­ra­tor er­scheint das selbst als ei­ne lan­ge Zeit: „Es ist ein merk­wür­di­ges Ge­fühl, sei­ne 33 Jah­re al­te Kom­po­si­ti­on ,Ele­gie’ vor­ge­tra­gen zu er­le­ben“. Was hat er da­mals ge­dacht, was ge­fühlt? Was hat ihn zum Kom­po­nie­ren ge­ra­de die­ses Stü­ckes be­wegt?

Ähn­lich emp­fin­den die auf der Ra­ke­ten­sta­ti­on zahl­reich er­schie­ne­nen Zu­hö­rer, nur mit dem Un­ter­schied, dass sie den zeit­li­chen Ab­stand nicht in die­ser Wei­se wahr­neh­men. Auf der Ra­ke­ten­sta­ti­on kommt ei­ne auf zeit­ge­nös­si­sche Mu­sik ein­ge­schwo­re­ne Ge­mein­de zu­sam­men. Sie be­kun­det Ken­ner­schaft, ist of­fen für al­les Neue, auch dank­bar für mu­si­ka­li­sche Weg­wei­sung. Und Stau­de gab ei­ne kur­ze Ori­en­tie­rung zu sei­nen Wer­ken und der Mu­sik von Ben Leo Meer­wein, ver­wies das Au­di­to­ri­um auf das in­di­vi­du­el­le in­ten­si­ve Zu­hö­ren.

Ly­risch mu­te­te die Vio­lin-„Ele­gie“(Vla­dis­lav Pe­sin) an, fa­cet­ten­reich die „drei De­li­ri­en“für Kon­tra­bass (Mat­thi­as Bauer). „Epi­ke­dei­on“, ein Trau­er­ge­dicht, tru­gen Vio­li­ne und Stau­de am Kla­vier vor.

Die bei neu­er Mu­sik stets prä­sen­te Ver­wun­de­rung hielt auch bei den Lie­dern von Meer­wein an und schloss mit dem Kla­vier­trio ab. Nur wer sich vor­be­halt­los dar­auf ein­ließ, hat­te et­was zu ge­win­nen. Nicht et­wa aus­ge­dehn­te mu­si­ka­li­sche Klang­ge­bäu­de, son­dern das Ver­kürz­te, Abrup­te, Abs­trak­te, der Denk­an­stoß wur­den als Auf­ga­be ge­stellt. Für die meis­ten ist das längst kei­ne Her­aus­for­de­rung mehr. Sie kön­nen da­mit um­ge­hen, sind zum ad­äqua­ten Ge­gen­über der In­ter­pre­ten mu­tiert – und ge­nie­ßen die Mu­sik. Aber eben auf ei­ne an­de­re Art.

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