Drei Mi­nis­ter­prä­si­den­ten für Grö­he

CDU-Stadt­ver­band stimmt sich auf die Bun­des­tags­wahl ein.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - NEUSS - VON CHRIS­TOPH KLEINAU

NEUSS Mit Ar­min La­schet (NRW), Da­ni­el Gün­ther (Schles­wig-Hol­stein) und An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er (Saar­land) ha­ben gleich drei CDU-Mi­nis­ter­prä­si­den­ten zu­ge­sagt, Her­mann Grö­he beim Bun­des­tags­wahl­kampf in sei­ner Hei­mat Neuss zu un­ter­stüt­zen. Doch der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter setzt bei der an­ge­streb­ten Ver­tei­di­gung sei­nes Di­rekt­man­da­tes we­ni­ger auf Po­lit­pro­mi­nenz als auf den Schwung und die – nach der er­folg­rei­chen Land­tags­wahl – Eu­pho­rie der Mit­glie­der vor Ort. „Hel­fen Sie uns mit Rat und mit Tat“, warb er am Di­ens­tag­abend bei der CDUMit­glie­der­ver­samm­lung im Ma­ri­en­haus und schob mit ei­nem Au­gen­zwin­kern nach: „Und mit Über­wei­sungs­trä­gern.“

Die Ver­samm­lung be­gann mit Al­tBun­des­kanz­ler Hel­mut Kohl und sie en­de­te mit ihm. Ei­ner kur­zen Wür­di­gung des ver­stor­be­nen Po­li­ti­kers zu Be­ginn der Sit­zung ließ der Par­tei­vor­sit­zen­de Jörg Geer­lings am En­de ei­nen An­trag fol­gen: Nach dem „Kanz­ler der Ein­heit“soll in Neuss ei­ne Stra­ße oder ein Platz be­nannt wer­den. Die­se Idee un­ter­stüt­zen die Mit­glie­der ein­stim­mig.

Die Stim­mung war gut bei die­ser Ver­samm­lung – aber das ist auch we­nig ver­wun­der­lich. Jörg Geer­lings hat das Neus­ser Land­tags­man­dat zu­rück­er­obert und ge­hört nun der Frak­ti­on im Land­tag an, die Po­li­tik ge­stal­ten kann. Dass die CDU­ge­führ­te Re­gie­rung kei­ne Zeit ver­lie­ren will, war sei­ne Bot­schaft an die Mit­glie­der, die er mit ei­ni­gen So­fort­maß­nah­men un­ter­mau­er­te.

Weil Geer­lings die Wahl ge­won­nen hat, war auch die CDU-Stra­te­gie, The­men in den Mit­tel­punkt zu stel­len, die rich­ti­ge. In der Rück­schau so­wie­so. Aber es gab auch an­de­re Fak­to­ren für den Er­folg. Als ei­nen be­zeich­ne­te Geer­lings sei­nen Wahl­kampf­ma­na­ger Jür­gen Braut­mei­er, „die ru­hi­ge Hand an mei­ner Sei­te“. Der hat­te sich erst­mals in die­ser Rol­le ver­sucht und auch par­tein­tern so über­zeugt, dass er nun auch Grö­hes Kam­pa­gne lei­ten wird. Weil, wie je­mand scherz­te, „er vom Sie­gen nicht ge­nug be­kommt“.

Braut­mei­er fiel am Mitt­woch selt­sa­mer­wei­se auch die Rol­le zu, in ei­ner Wahl­ana­ly­se die ei­ge­ne Kam­pa­gne zu re­flek­tie­ren. Er lös­te das ele­gant und sag­te ei­ne de­tail­lier­te Analyse erst für die Zeit nach der Bun­des­tags­wahl zu. Dann wol­le man aus dem Wäh­ler­ver­hal­ten Schlüs­se für die Kom­mu­nal- und Bür­ger­meis­ter­wahl 2020 zie­hen. Für den Er­folg im Mai re­du­zier­te sich sei­ne Analyse im Kern auf vier Schlag­wor­te: Ge­schlos­sen­heit, Kampf­be­reit­schaft, die rich­ti­gen The­men – und den rich­ti­gen Kan­di­da­ten. „Der ackert“, sag­te Braut­mei­er an­er­ken­nend in Rich­tung Geer­lings.

Be­vor Grö­he, ge­stützt auf das tags zu­vor ver­ab­schie­de­te Wahl­pro­gramm von CDU und CSU, den Blick auf die nächs­te Wahl rich­te­te, mach­te Ja­kob Bey­en, Schatz­meis­ter des 1400 Mit­glie­der zäh­len­den Stadt­ver­ban­des, Kas­sen­sturz. Die Kriegs­kas­se sei gut ge­füllt, die Kas­sen­la­ge ha­be sich seit 2016 um 40 Pro­zent ver­bes­sert. Kla­re Zah­len nann­te der obers­te Kas­sen­wart nicht. „Die könn­ten den Mit­be­wer­ber ja er­schre­cken“, sag­te Bey­en.

FO­TO: WOI

Geer­lings und Grö­he mit Vor­stands­mit­glied Ber­na­det­te Thie­len.

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