Er­do­gan pro­vo­ziert

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - STIMME DES WESTENS - VON MAT­THI­AS BEERMANN

Kurz vor Be­ginn des G20-Gip­fels in Ham­burg hat Re­cep Tay­yip Er­do­gan mit Wor­ten und Ta­ten noch ein­mal knall­hart klar­ge­macht, dass er auf Kon­fron­ta­ti­ons­kurs mit Deutsch­land bleibt. In In­ter­views wie­der­hol­te er sei­ne Na­zi-Vor­wür­fe und at­ta­ckier­te die Bun­des­re­gie­rung er­neut als Ter­rorHel­fe­rin. Zu­gleich wur­den in der Tür­kei er­neut Men­schen­rechts­ak­ti­vis­ten ver­haf­tet, dar­un­ter ei­ne deut­sche Staats­bür­ge­rin. Kurz: Er­do­gan reist mit ma­xi­ma­ler Pro­vo­ka­ti­on im Ge­päck nach Ham­burg.

Wer weiß, wie die Re­ak­ti­on auf den to­ben­den Tür­ken aus­fie­le, gä­be es nicht den Flücht­lings­pakt mit der Tür­kei. So aber bleibt es da­bei, dass sich Deutsch­land ge­fähr­lich ab­hän­gig ge­macht hat von den Lau­nen Er­do­gans. Na­tür­lich wä­re ein kom­plet­ter Bruch mit der Tür­kei tö­richt; wahr­schein­lich wä­re er in der Pra­xis nicht ein­mal um­setz­bar. Aber ei­ne Su­s­pen­die­rung der Bei­tritts­ge­sprä­che mit der Tür­kei, die das Eu­ro­pa-Par­la­ment jetzt er­neut ge­for­dert hat, ist über­fäl­lig. Schon aus Re­spekt vor den Op­fern der Re­pres­si­on in der Tür­kei. Und auch aus Grün­den der eu­ro­päi­schen Selbst­ach­tung. BE­RICHT TÜR­KEN MAR­SCHIE­REN FÜR GE­RECH­TIG­KEIT, SEI­TE A 6

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