Max Gie­sin­ger – Chart­brea­ker zum An­fas­sen

1000 Zu­schau­er fei­er­ten, san­gen und tanz­ten mit dem Sän­ger beim Kon­zert auf der Frei­licht­büh­ne.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - GREVENBROICH & DORMAGEN - VON CHRIS­TI­AN OS­CAR GAZSI LAKI

ZONS Ei­nes muss vor­weg gesagt wer­den: Max Gie­sin­ger weiß sein Pu­bli­kum zu be­geis­tern. Nicht nur durch Mu­sik, die den Nerv der Zu­hö­rer trifft, son­dern auch durch sei­ne un­prä­ten­tiö­se Art, die ihn sym­pa­thisch nah­bar macht.

Als Pit­sy-En­ter­tain­ment von Jor­gos Flam­boura­ris zu­sam­men mit Boo­ker Ste­fan Lohn­mann Gie­sin­ger ein­lud, auf der Frei­licht­büh­ne Zons auf­zu­tre­ten, war viel­leicht noch nicht ab­zu­se­hen, dass der viert­plat­zier­te von The Voice of Ger­ma­ny heu­te noch ei­ne Spur be­kann­ter und er­folg­rei­cher – in­des auch um­strit­te­ner – sein wür­de. Wer weiß, ob es Flam­boura­ris, der so be­flü­gelnd für die U-Mu­sik in Dor­ma­gen brennt, jetzt noch ge­lin­gen wür­de, ihn un­ter den Kon­di­tio­nen zu bu­chen?

Um­so er­freu­li­cher ist, dass für die Fans des Pop­sän­gers mit Song­wri­ter-Ver­gan­gen­heit, die im­mer noch hin und wie­der durch­scheint, es nun beim Open-Air in Zons die Mög­lich­keit gab, ihm so nah zu kom­men, wie es viel­leicht nur die Ge­ge­ben­hei­ten die­ser Ver­an­stal­tungs­stät­te zu­las­sen. Knap­pe zwei Me­ter ent­fernt stand er von den ers­ten Rei­hen. Es wur­de ku­sche­lig, nicht nur dank des war­men Som­mer­abends, der auch Hör­lus­ti­ge zu Pick­nick ab­seits im frei­en Ge­strüpp lock­te; son­dern auch dank der 1000 Men­schen, die Gie­sin­gers Auf­tritt im Thea­ter selbst er­le­ben konn­ten. Man­che Gäs­te im aus­ver­kauf­ten Haus muss­ten so­gar vor der ers­ten Rei­he auf dem Bo­den sit­zen. Mit dem Sit­zen war es je­doch spä­tes­tens mit Gie­sin­gers Auf­tritt aus dem Off vor­bei. Er­wäh­nens­wert ist auch Chris Bren­ner, der zu­vor so­lis­tisch auf den Abend ein­stimm­te.

Na­he­zu das ge­sam­te Kon­zert fei­er­ten, tanz­ten und ju­bel­ten die Men­schen ste­hend mit. Das Am­phi­thea­ter in der Zoll­fes­te pul­sier­te. Gie­sin­ger und sei­ne mu­si­ka­li­schen Weg­ge­fähr­ten – teil­wei­se ken­nen sie sich noch aus frü­he­ren, we­ni­ger er­folg­rei­chen Zei­ten – lie­fer­ten ei­ne per­fekt kom­po­nier­te Show ab. Ob nun Songs, die je­der kennt, oder auch Le­cker­bis­sen ab­seits der Chart­hits, die manch­mal au­then­ti­scher wirk­ten als „Wenn sie tanzt“oder „80 Mil­lio­nen“– Gie­sin­gers Mu­sik ist ge­macht, um Men­schen nie­der­schwel­lig aus dem All­tag zu rei­ßen. Wer nun und wie die­se Mu­sik ge­schrie­ben und pro­du­ziert hat, ist doch ei­gent­lich zweit­ran­gig an­ge­sichts des­sen, dass es in die­ser Art der Pop­mu­sik of­fen­kun­dig um per­fekt ge­plan­te Pro­duk­te geht. Doch, wie man die­se ver­kauft, wie der Mensch wirkt, der da oben auf der Büh­ne steht und singt, das ist hier ent­schei­dend.

Gie­sin­ger ge­lingt es, auch mit in­ti­me­ren Mo­men­ten un­plug­ged, ganz pu­bli­kums­nah und recht ge­schmack­voll, zu eu­pho­ri­sie­ren. Nicht mehr und nicht we­ni­ger!

FO­TO: SALZ­BURG

Kaum mehr als ei­ne Arm­län­ge trenn­ten Max Gie­sin­ger und sei­ne be­geis­ter­ten Fans in der mit 1000 Zu­hö­rern aus­ver­kauf­ten Frei­licht­büh­ne.

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