Nur ein Trost­pflas­ter nach den G20-Ex­zes­sen

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - STIMME DES WESTENS - VON BIR­GIT MAR­SCHALL

Die Op­fer der Ge­walt­ex­zes­se in Hamburg sol­len ent­schä­digt wer­den – schön und gut. Aber auch selbst­ver­ständ­lich. La­de­n­und Au­to­be­sit­zer, von de­nen vie­le oh­ne­hin ver­si­chert sind, be­kom­men vor­ab vom Staat ein Trost­pflas­ter. Die Ent­schä­di­gun­gen kön­nen aber nicht ver­de­cken, dass die Po­li­zei die Bür­ger vor dem ent­fes­sel­ten Mob nicht hat aus­rei­chend schüt­zen kön­nen. Im Schan­zen­vier­tel konn­ten kri­mi­nel­le Chao­ten stun­den­lang ihr Un­we­sen trei­ben, oh­ne dass die Po­li­zei ein­schritt. So et­was macht Angst. Der Rechts­staat war zeit­wei­se mit 21.000 Po­li­zis­ten sicht­bar über­for­dert, sein Ge­walt­mo­no­pol ge­gen 1000 gut or­ga­ni­sier­te Po­lit-Hoo­li­gans durch­zu­set­zen.

Des­halb muss der Staat nicht in ers­ter Li­nie ent­schä­di­gen, son­dern Stra­te­gi­en ent­wi­ckeln, wie er die Wie­der­ho­lung sol­cher Sze­nen ver­hin­dert. Ein­fach noch mehr Po­li­zei wird kaum hel­fen. Mehr Prä­ven­ti­on, bes­se­re Kon­trol­len, schnel­le­re Straf­ver­fah­ren schon eher. Ra­scher Scha­den­er­satz lin­dert si­cher die Exis­tenz­sor­gen der Op­fer. Zu hof­fen ist des­halb, dass er wie ver­spro­chen schon in we­ni­gen Ta­gen un­bü­ro­kra­tisch be­an­tragt wer­den kann. Doch die Furcht vor ex­tre­mis­ti­schen Aus­schrei­tun­gen und rechts­frei­en Räu­men be­ru­higt der Staat da­mit noch lan­ge nicht. BE­RICHT NEUE EX­TRE­MIS­TEN­DA­TEI FÜR EU­RO­PA, TITELSEITE

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