Schlecht, aber wirk­sam

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - STIMME DES WESTENS - VON ANT­JE HÖNING

Es gibt vie­le Grün­de, die ge­gen ei­ne Frau­en­quo­te spre­chen: Sie macht Frau­en, die es oh­ne Quo­te schaf­fen, klei­ner als sie sind. Sie schert al­le Branchen über ei­nen Kamm, ob­wohl es gro­ße Un­ter­schie­de gibt. Und sie führt zu man­cher Fehl­be­set­zung, wenn das Ge­schlecht wich­ti­ger wird als die Qua­li­fi­ka­ti­on. Doch lei­der zeigt die jüngs­te Stu­die, dass vie­le Kon­zer­ne nur die Spra­che des Zwangs ver­ste­hen. Seit es die ge­setz­li­che Frau­en­quo­te gibt, schaf­fen es die Dax-Kon­zer­ne plötz­lich, für je­den drit­ten Auf­sichts­rats­pos­ten ei­ne Frau zu fin­den, wie es das Ge­setz vor­schreibt. Ganz an­ders sieht es in den Vor­stands­eta­gen aus, für die es kei­ne sol­che Quo­te gibt. Man weiß nicht, was man kurz­sich­ti­ger fin­den soll: dass 75 Pro­zent der Un­ter­neh­men kei­ne ein­zi­ge Frau im Vor­stand ha­ben oder nur drei von 160 Bör­sen­un­ter­neh­men ei­ne Che­fin. Wie viel Po­ten­zi­al las­sen die Fir­men un­ge­nutzt! Auf ih­re Sonn­tags­re­den zum The­ma Di­ver­si­ty soll­te die Wirt­schaft ver­zich­ten, son­dern lie­ber rasch han­deln. Sonst könn­te es sein, dass die Quo­te – falsch, aber er­folg­reich – auch für Vor­stän­de kommt. BE­RICHT DREI VON 160 KON­ZER­NEN HA­BEN EI­NE CHE­FIN, SEI­TE B 3

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