Neus­ser set­zen The­ma im Bun­des­rat

Teil­er­folg der So­zi­al­ver­bän­de bei der An­pas­sung der Be­treu­ungs­ver­gü­tung.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - NEUSS - VON CHRIS­TOPH KLEINAU

NEUSS Die So­zi­al­ver­bän­de in Neuss spre­chen von ei­nem Ach­tungs­er­folg, auch wenn das ei­gent­li­che Ziel nicht er­reicht wur­de. Weil der Bun­des­rat den Be­schluss zur An­pas­sung der Be­treu­ungs­ver­gü­tun­gen in sei­ner letz­ten Sit­zung vor der Som­mer­pau­se von der Ta­ges­ord­nung ge­nom­men hat, blei­ben die in die­sem Punkt un­ter­fi­nan­zier­ten Ver­bän­de zwar un­ter Druck. Aber ih­nen bleibt die Hoff­nung auf ei­ne Ent­schei­dung in die­sem Jahr – und die Ge­wiss­heit, gro­ße Po­li­tik ge­macht zu ha­ben.

„Ins­ge­samt wird deut­lich, dass es The­men aus Neuss un­ter Zu­hil­fe­nah­me un­se­rer Netz­wer­ke bis nach Berlin schaf­fen kön­nen“, stellt der Rechts­an­walt Phi­lip Ben­ning zu­frie­den fest. Der zwei­te Vor­sit­zen­de des So­zi­al­diens­tes ka­tho­li­scher Män­ner (SKM) dankt da­bei be­son­ders dem Schwes­ter­ver­band SkF für die Initia­ti­ve, sich mit dem ge­mein­sa­men An­lie­gen an Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Her­mann Grö­he ge­wandt zu ha­ben. Das The­ma, über das sich die Ver­bän­de im ver­gan­ge­nen Sep­tem­ber mit dem Mi­nis­ter aus­tau­schen konn­ten, ha­be es „tat­säch­lich in den Bun­des­rat ge­schafft“, sagt Ben­ning. „Nun müs­sen wir noch ein we­nig län­ger aus­hal­ten.“

Das sieht auch Bar­ba­ra Dann­häu­ser so. Das Ge­setz blei­be wei­ter im Ver­fah­ren, fasst die Rechts­ex­per­tin vom „Ka­tho­li­schen Ver­band für so­zia­le Di­ens­te in Deutsch­land“in ei­ner Mut­ma­cher-Mit­tei­lung an die Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen zu­sam­men. Al­ler­dings zer­stört sie je­de Hoff­nung, dass die Län­der­kam­mer das The­ma im Sep­tem­ber zum Ab­schluss bringt, weil das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Jus­tiz und Ver­brau­cher­schutz noch ei­ne Stu­die zur Qua­li­tät der recht­li­chen Be­treu­ung vor­le­gen wird. Die­se, so hat­te der Bun­des­rat die Ver­ta­gung be­grün­det, müs­se bei der An­pas­sung der Be­zah­lung be­rück­sich­tigt wer­den. Ben­ning hofft da­her, dass dann „ei­ne Er­hö­hung gleich in an­ge­mes­se­ner Wei­se er­folgt und nicht nur in ei­ner Hö­he, die ein kurz­fris­ti­ges Über­le­ben der Be­treu­ungs­ver­ei­ne er­mög­li­chen soll.“

Die So­zi­al­ver­bän­de hat­ten sich an den Mi­nis­ter ge­wandt, weil die zu­letzt 2005 an­ge­pass­ten St­un­den­sät­ze bei der Be­treu­ung nicht mehr die Kos­ten de­cken. SKM-Ge­schäfts­füh­rer Franz Bee­ring-Kattha­gen hat­te ge­hofft, dass es noch in 2017 zu ei­ner Er­hö­hung von 44 auf min­des­tens 52 Eu­ro pro St­un­de kommt. Für 2016 ha­be man die schwar­ze Null noch hin­be­kom­men, sagt er. „Aber jetzt geht es ans Ein­ge­mach­te.“

AR­CHIV: SALZ

Bar­ba­ra Dann­häu­ser und Ste­fa­nie Sas­sen­rath vom So­zi­al­dienst ka­tho­li­scher Frau­en (SkF) mit Mi­nis­ter Her­mann Grö­he.

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