Schutz für Rad­fah­rer – we­ni­ger Park­plät­ze

Auf der Neus­ser Stra­ße soll ein Schutz­strei­fen mar­kiert wer­den. Das be­schloss der Pla­nungs- und Ver­kehrs­aus­schuss.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KAARST - VON RU­DOLF BARNHOLT

KAARST Der Ab­stim­mung ging ei­ne lan­ge lei­den­schaft­li­che De­bat­te vor­aus und das Er­geb­nis fiel denk­bar knapp aus: Ge­gen die Stim­men der CDU be­schloss der Pla­nungs- und Ver­kehrs­aus­schuss, dass der Schutz­strei­fen für Rad­fah­rer auf der L 44 von der Neus­ser Stadt­gren­ze über die Frie­dens­stra­ße bis zur Kreu­zung Mar­ti­nus­stra­ße ein­ge­rich­tet wer­den soll, und zwar beid­sei­tig. So hat­te es auch die Ver­wal­tung vor­ge­schla­gen.

In­go Kot­zi­an (CDU) sprach sich da­für aus, den An­ge­bots­strei­fen von der Neus­ser Stadt­gren­ze aus nur bis zur Ha­le­stra­ße zu füh­ren. „Bei ei­ner Wei­ter­füh­rung des Schutz­strei­fens

„In der Ab­wä­gung sind uns Park­plät­ze wich­ti­ger als der Schutz­strei­fen“

In­go Kot­zi­an

CDU

müss­ten auf der süd­li­chen Sei­te Stell­plät­ze ent­fal­len. In der Ab­wä­gung sind uns Park­plät­ze wich­ti­ger als der Schutz­strei­fen, zu­mal der Park­druck dort ex­trem hoch ist“, er­klär­te er. Of­fen blieb in der Dis­kus­si­on die Fra­ge, wie vie­le Park­plät­ze denn durch den durch­ge­hen­den Schutz­strei­fen für Rad­fah­rer ent­fal­len wür­den. Hein­rich Han­nen von den Grü­nen ging von sie­ben aus, Kot­zi­an von 20, die Ver­wal­tung sprach von ei­nem Weg­fall von ma­xi­mal zehn Stell­plät­zen.

Hein­rich Thy­wis­sen (FDP) hat­te an­ge­regt, den Schutz­strei­fen erst am En­de des Ki­osks be­gin­nen zu las­sen. Her­bert Pal­men von der SPD be­klag­te, dass vie­le An­woh­ner ihr Au­to an der Stra­ße ab­stel­len wür­den, statt es hin­ter dem Haus zu par­ken. „Das ist zwar är­ger­lich, aber nicht sank­ti­ons­fä­hig“, er­klär­te die Tech­ni­sche Bei­ge­ord­ne­te der Stadt, Si­grid Burk­hart. An­ja Rü­di­ger (UWG) sprach sich für Schutz­strei­fen auf bei­den Sei­ten der Stra­ße in vol­ler Län­ge aus.

Wie es nach die­sem Be­schluss jetzt wei­ter­geht: Ers­te Ab­stim­mungs­ge­sprä­che mit dem Stra­ßen­bau­trä­ger ha­ben be­reits statt­ge­fun­den. Im öst­li­chen Teil, von der Ade­nau­er­al­lee bis zur Au­to­bahn, soll im kom­men­den Jahr be­zie­hungs­wei­se im Jahr 2019 der Ka­nal er­neu­ert wer­den, die Mar­kie­rung des Schutz­strei­fens er­folgt dann im Rah­men der Er­neue­rung der Stra­ßen­de­cke. Die Mar­kie­run­gen der üb­ri­gen Be­rei­che könn­ten be­reits frü­her er­fol­gen. Die Kaars­ter Orts­grup­pe des ADFC ist bis­lang noch nicht ge­hört wor­den, wie As­trid Wer­le, Spre­che­rin des ADFC und für die FDP im Pla­nungs- und Ver­kehrs­aus­schuss jetzt mit­teil­te. An der Um­set­zung des jetzt ge­fass­ten Be­schlus­ses soll die In­ter­es­sens­ver­tre­tung der Fahr­rad­fah­rer je­doch be­tei­ligt wer­den.

In ei­ner schrift­li­chen Er­klä­rung be­grüß­ten die Grü­nen im An­schluss an die Sit­zung, dass der Aus­schuss sich mit neun zu acht Stim­men für ei­nen durch­ge­hen­den beid­sei­ti­gen Schutz­strei­fen für Rad­fah­rer ent­schie­den hat. Der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Chris­ti­an Gaumitz, zugleich Vor­sit­zen­der des Pla­nungs- und Ver­kehrs­aus­schus­ses, er­klärt da­zu: „Wir sind als Grü­ne froh und er­leich­tert, dass es ge­lun­gen ist, ei­nen kla­ren Be­schluss pro Rad­ver­kehr zu fäl­len. Da­mit wird der Rad­ver­kehr auf ei­ner wich­ti­gen Ach­se end­lich dem Au­to­ver­kehr gleich­ge­stellt.“Es sei ei­ne gu­te und weg­wei­sen­de Ent­schei­dung für den Rad­ver­kehr in Kaarst, die zei­ge, dass sich be­harr­li­ches Kämp­fen am En­de lohnt, so Gaumitz wei­ter.

ARCHIVFOTO: AN­JA TINTER

Die Neus­ser Stra­ße in Hö­he der Mau­bis­stra­ße: Auch an die­ser Stel­le wer­den die Rad­fah­rer zu­künf­tig auf bei­den Sei­ten je­weils ei­nen Schutz­strei­fen be­nut­zen kön­nen.

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