Ein Glücks­fall fürs Kreis­mu­se­um

Die neue wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin Ve­re­na Gö­bel ver­sprüht an­ste­cken­de Be­geis­te­rung.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - DORMAGEN - VON FRAN­ZIS­KA GRÄFE

ZONS An Plä­nen und Ide­en man­gelt es ihr nicht, eben­so we­nig an Be­geis­te­rung für ih­re neue Wir­kungs­stät­te: „Ich füh­le mich pu­del­wohl und auf­ge­ho­ben hier“, sagt Ve­re­na Gö­bel strah­lend. Seit Mai ist die 29jäh­ri­ge Kunst­his­to­ri­ke­rin beim Rhein-Kreis Neuss an­ge­stellt. Ihr Ar­beits­platz ist das Kreis­mu­se­um Zons. Als wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin will Gö­bel dort in ers­ter Li­nie die Mu­se­ums­päd­ago­gik über­neh­men. „Die Ar­beit mit Kin­dern ge­fällt mir, ehr­lich ge­sagt, am bes­ten“, sagt sie, „denn sie ist dank­bar – man be­kommt so­fort ei­ne Rück­mel­dung.“

Schon beim Dreh­or­gel­fes­ti­val war Gö­bel in ih­rem Ele­ment, als sie auf dem Mu­se­ums­vor­platz mit jun­gen Be­su­chern In­dia­ner-Kopf­schmuck bas­tel­te. Um die Ver- und Auf­wer- tung von an­ge­schwemm­tem Ab­fall wird es bei zwei von ihr ge­lei­te­ten Kin­der­ak­ti­ons­ta­gen in die­sem Som­mer ge­hen – pas­send zur Aus­stel­lung „Rhein-Rei­sen­de“, die am 14. Ju­li be­ginnt. Aber Gö­bel hat noch an­de­re The­men auf der Agen­da. „Die Zinn­be­stän­de auf­ar­bei­ten, fo- Ve­re­na Gö­bel to­gra­fie­ren, ei­ne Da­ten­bank an­le­gen und on­li­ne zu­gäng­lich ma­chen“, nennt sie eins ih­rer Pro­jek­te.

Gö­bel stu­dier­te Kunst­ge­schich­te in Köln, Wi­en und Se­vil­la. Für ih­re Mas­ter­ar­beit über das De­cken­fres­ko im Pa­la­cio Réal in Madrid re­cher- chier­te sie im Ar­chiv des Pra­do. Die 29-Jäh­ri­ge hat ein Fai­b­le für Spa­ni­en, sei­ne Künst­ler – ins­be­son­de­re von Ba­rock bis Ju­gend­stil – für Spra­che und Kul­tur des Lan­des. Kon­takt zur Kunst im Rhein­land be­kam sie im wis­sen­schaft­li­chen Re­fe­ren­da­ri­at bei der Mu­se­ums­be­ra­tung des Land­schafts­ver­ban­des Rhein­land (LVR), die den gro­ßen und klei­nen, öf­fent­li­chen und pri­vat ge­führ­ten Häu­sern in Be­zug auf Ar­chi­tek­tur, Mu­se­ums­ge­stal­tung und För­der­pro­gram­me be­ra­tend zur Sei­te steht. „Ich ha­be ei­nen gu­ten Ein­blick in die rhei­ni­sche Mu­se­ums­land­schaft be­kom­men.“Sie ha­be im­mer im Mu­se­um ar­bei­ten wol­len. Prak­ti­ka im Bel­ve­de­re und Mu­se­um Sch­nüt­gen be­stärk­ten sie, die Be­wer­bung beim Rhein-Kreis war er­folg­reich. Ein Glücks­fall, möch­te man sa­gen, so­wohl für die jun­ge Wis­sen­schaft­le­rin als auch für das Haus an der Schloß­stra­ße, das jetzt mit An­na-Ka­ri­na Hahn (33) und Ve­re­na Gö­bel ein jun­ges, weib­li­ches Duo an der Spit­ze hat.

Zons kennt die ge­bür­ti­ge Köl­ne­rin Gö­bel von Mär­chen­spiel-Be­su­chen aus ih­rer Kind­heit. Dem Zau­ber der Zoll­fes­te ist sie schnell er­le­gen, auch das Mu­se­um lag ihr auf An­hieb. „Es ist ein klei­nes Haus, so dass ich hier un­heim­lich viel­fäl­tig ar­bei­ten kann“, schwärmt Gö­bel. Sie will ih­re ei­ge­ne Be­geis­te­rung nach au­ßen tra­gen und „neue Ziel­grup­pen ge­win­nen“. In ei­nem ers­ten Schritt da­zu soll das Kreis­mu­se­um dem­nächst auch in den so­zia­len Me­di­en sicht­bar wer­den. An­ge­bo­te für El­tern mit Klein­kin­dern sind an­ge­dacht. Zu­dem ist Ve­re­na Gö­bel seit ih­rer Zeit beim LVR mit dem The­ma In­klu­si­on be­fasst. „Ei­ne Füh­rung für Blin­de, für die wir hap­ti­sche Ein­drü­cke an­bie­ten“, schwebt ihr vor.

„Es ist ein klei­nes Haus, so dass ich hier un­heim­lich viel­fäl­tig ar­bei­ten kann“ Kunst­his­to­ri­ke­rin

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