Bloß nicht an­wen­den

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - STIMME DES WESTENS - VON HEN­NING RA­SCHE

Ein schlech­tes Ge­setz bringt schnel­le Ei­ni­gun­gen. Das ist die Hoff­nung, die sich aus dem Ta­rif­ein­heits­ge­setz er­gibt. Die Re­geln da­rin sind so un­klar, dass sich Ver­hand­lungs­part­ner bei Ta­rif­ver­trä­gen an­ge­spornt füh­len soll­ten, es gar nicht erst an­zu­wen­den. Wenn sich Ge­werk­schaf­ten und Ar­beit­ge­ber ein­fach an ei­nen Tisch set­zen und ver­han­deln, wä­ren da­mit meh­re­re Pro­ble­me ge­löst.

Wenn bei Ta­rif­ver­hand­lun­gen kei­ne un­ter­schied­li­chen Ver­trä­ge für die­sel­be Be­rufs­grup­pe ab­ge­schlos­sen wer­den, dann ent­steht kei­ne Kon­kur­renz­si­tua­ti­on zwi­schen den Ge­werk­schaf­ten. Kei­ner der Ta­rif­ver­trä­ge müss­te ver­drängt wer­den, das Nah­les-Ge­setz kä­me nicht zum Ein­satz. Dem Ziel des Ge­set­zes ge­langt man al­so am nächs­ten, in­dem man es gar nicht an­wen­det. Wie das Ar­beits­mi­nis­te­ri­um auf we­ni­ger Streiks zu hof­fen, er­scheint gleich­wohl et­was kühn. Denn Lok­füh­rer, Pi­lo­ten, Flug­be­glei­ter und Ärz­te wer­den allesamt wei­ter­hin für sich strei­ken. Da­zu, das hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt klar­ge­stellt, ha­ben sie selbst­ver­ständ­lich das Recht. Das kann ih­nen auch Andrea Nah­les nicht neh­men. BE­RICHT TA­RIF­EIN­HEIT – DIE FOL­GEN DES URTEILS, SEI­TE B 3

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