Kir­che mit Schutz­kon­zept ge­gen Miss­brauch

Die vier In­nen­stadt­ge­mein­den wer­ben um das Ver­trau­en der El­tern in ih­re Ju­gend­ar­beit.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - PANORAMA - VON CHRIS­TOPH KLEINAU

NEUSS Die Stim­mung war et­was bier­se­lig, das The­ma bier­ernst: Aus­ge­rech­net beim „Dan­ke-Abend“des Ka­tho­li­schen Kir­chen­ge­mein­deVer­ban­des Neuss-Mit­te prä­sen­tier­te Kreis­de­chant Gui­do Ass­mann den rund 200 Hel­fern, haupt- und eh­ren­amt­li­chen Mit­ar­bei­tern ein „In­sti­tu­tio­nel­les Schutz­kon­zept“und da­mit ei­nen ver­pflich­ten­den Ver­hal­tens­ko­dex im Um­gang mit Kin­dern und Ju­gend­li­chen. „Je­des Kind soll sich bei uns si­cher füh­len“, for­mu­lier­te er das Ziel. In ei­ner auf­zu­bau­en­den „Kul­tur der Acht­sam­keit“soll (Ver­dachts)-Fäl­len von se­xu­el­len Über­grif­fen, wie sie zu­letzt die Mal­te­ser oder die DJK Rh­ein­kraft er­schüt­ter­ten, kein Raum ge­ge­ben wer­den. Die Ba­sis Das So­zi­al­ge­setz­buch schließt je­den ein­schlä­gig Vor­be­straf­ten von der Ar­beit mit Ju­gend­li­chen aus. Die­sen Stan­dard hat der Ju­gend­hil­fe­aus­schuss er­wei­tert und fest­ge­legt, dass Trä­ger der frei­en Ju­gend­pfle­ge Füh­rungs­zeug­nis­se von al­len Mit­ar­bei­tern ver­lan­gen und selbst ein Kon­zept zum Ju­gend­schutz vor­le­gen müs­sen. „Da­bei ist das Ju­gend­amt ger­ne be­hilf­lich“, be­tont So­zi­al­de­zer­nent Ralf Hör­sken. Kölns Erz­bi­schof Rai­ner Ma­ria Wo­el­ki for­dert das auch für je­de Kir­chen­ge­mein­de und je­de ka­tho­li­sche Ein­rich­tung. „Wir wol­len das Ver­trau­en der El­tern in un­se­re Ar­beit zu­rück­ge­win­nen und sel­ber noch sen­si­bler mit dem The­ma um­ge­hen“, sagt Ass­mann. Die Um­set­zung Mit Ka­trin Kreu­er stell­te Ass­mann ges­tern ei­ne ei­ge­ne Prä­ven­ti­ons­fach­kraft und mit Pas­to­ral­re­fe­rent Tho­mas Burg­mer ei­nen Ver­ant­wort­li­chen für die Um­set­zung des Schutz­kon­zep­tes vor. Das 16-sei­ti­ge Pa­pier soll re­gel­mä­ßig über­prüft und er­gänzt wer­den. Die Ri­si­ko­ana­ly­se Ein Ar­beits­kreis um Kreu­er und Burg­mer hat un­ter- sucht, un­ter wel­chen auch räum­li­chen Um­stän­den in den In­nen­stadt­pfar­rei­en Ju­gend­ar­beit ge­macht wird. Es ging aber auch um Si­tua­tio­nen, die bei Über­nach­tun­gen in Ju­gend­her­ber­gen ent­ste­hen kön­nen und ähn­li­che Fra­gen. Das Per­so­nal „Künf­tig wird noch mehr die Fra­ge nach der per­sön­li­chen Eig­nung ge­stellt“, sagt Ass­mann. Da­zu muss – bis hin zum Prak­ti­kan­ten – nicht zu­letzt re­gel­mä­ßig ein er­wei­ter­tes po­li­zei­li­ches Füh­rungs­zeug­nis vor­ge­legt wer­den. Die Be­schwer­den „Sich be­schwe­ren“soll zur Selbst­ver­ständ­lich­keit wer­den. Auch das soll Kin­der vor Über­grif­fen schüt­zen. Um mit­zu­be­kom­men, wenn et­was schief lau­fen könn­te, soll ein Rah­men ge­schaf­fen wer­den, der von Re­fle­xio­nen nach der Grup­pen­stun­de über ei­ne Kin­der­sprech­stun­de bis zur Be­nen­nung ei­nes Be­schwer­de­ma­na­gers bei Fahr­ten rei­chen kann. Die Ver­dachts­fäl­le Bei Be­schwer­den, die im Be­reich von Über­grif­fig­keit und Miss­brauch lie­gen, sind nicht mehr die Prä­ven­ti­ons­be­auf­trag­ten Kreu­er und Burg­mer An­sprech­part­ner, son­dern drei Ex­ter­ne (So­zi­al­päd­ago­gin, Rechts­an­walt, Psy­cho­lo­ge) ein­zu­bin­den, die das Bis­tum be­nennt. Der Ver­hal­tens­ko­dex Je­der Mit­ar­bei­ter muss un­ter an­de­rem an­er­ken­nen, das Recht auf kör­per­li­che Un­ver­sehrt­heit zu ach­ten und kei­nen Kon­takt über so­zia­le Netz­wer­ke zu Ju­gend­li­chen zu su­chen.

AR­CHIV: WOI

Gui­do Ass­mann: „Je­des Kind soll sich bei uns si­cher füh­len.“

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