Ur­laubs­ge­füh­le aus dem Cle­mens-Sels-Mu­se­um

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - NEUSS -

Ein biss­chen Sü­den kann nicht scha­den. Wer ihn nicht als Ur­laub eben dort ge­nießt, macht ei­nen Ab­ste­cher ins Neus­ser Cle­mens-Sels Mu­se­um. Mit der Aus­stel­lung „Ge­la­to! Ita­lie­ni­sche Eis­ma­cher am Nie­der­rhein“weckt das Haus nicht nur die Lust auf die kal­te Köst­lich­keit, son­dern auch die Il­lu­si­on von Son­ne und mil­den Tem­pe­ra­tu­ren. Zu­min­dest vor­der­grün­dig.

Denn die Schau ist mehr als nur ein (Ur­laubs-)Ge­fühl. Sie ver­mit­telt höchst an­schau­lich den Weg, den vor al­lem die männ­li­chen Ita­lie­ner aus den Do­lo­mi­ten in den Nor­den nah­men – in der Hoff­nung, der fast gren­zen­lo­sen Ar­mut in die­ser Berg­re­gi­on (die heute zu den an­ge­sag­ten Hot Spots des Tou­ris­mus ge­hört) zu ent­kom­men. An­fangs wa­ren sie fah­ren­de Ver­käu­fer, bo­ten vor al­lem Früch­te an, bis sich die Eis­ma­cher über Ös­ter­reich auch in Deutsch­land eta­blier­ten. „Den äl­tes­ten Be­leg von Eis­ma­chern in un­se­rer Re­gi­on gibt es aus Mön­chen­glad­bach“, sagt Ku­ra­tor Carl Pau­se, „er stammt von 1893.“In Neuss wur­de 1937 die ers­te Eis­die­le er­öff­net.

Ge­schich­te und Ge­schich­ten rund um die Eis­ma­cher aus Ita­li­en sind im Mu­se­um so an­spre­chend auf­be­rei­tet (mit Hil­fe der Künst­le­rin Char­lot­te Kons), dass der Be­such al­lein sich schon lohnt. Vom Hand­werks­zeug der Eis­ma­cher über Zu­ta­ten bis hin zu ei­ner nach­ge­bau­tem Eis­ca­fé – es ist al­les da.

Aber das Mu­se­um geht mit ei­nem um­fang­rei­chen Bei­pro­gramm auch die Sei­ten­we­ge ab. Aus­ge­hend vom ita­lie­ni­schen Epres­so, wird heute um 18 Uhr ein Kaf­fee­se­mi­nar an­ge­bo­ten, bei dem es ums „Se­hen, Schme­cken, Rie­chen“in der Caf­fédra­le von Baz­za­ri (Han­sa­stra­ße 14b) geht. Treff­punkt ist eben dort, aber die Kar­te (15 Eu­ro) da­für muss bis 17 Uhr im Mu­se­um am Ober­tor ab­ge­holt wer­den. Eben­falls heute, aber um 15.30 Uhr er­zählt Ku­ra­tor Carl Pau­se in ei­ner Füh­rung un­ter dem Mot­to „Noch Fra­gen?“vom Auf­bau der Aus­stel­lung, in­klu­si­ve Über­ra­schun­gen und Schwie­rig­kei­ten. Und am kom­men­den Sonn­tag gibt es ei­ne „nor­ma­le“Füh­rung durch die Schau (11.30 Uhr).

Wer was über Eis er­zählt, muss Kin­der im Blick ha­ben. Die wer­den ver­mut­lich schnur­stracks vom Mu­se­um aus die nächs­te Eis­die­le an­steu­ern – nach­dem sie in der Aus­stel­lung ei­ne „Bun­te Berg­welt in Ta­pe Art“ge­baut ha­ben. Stei­le Fels­wän­de und schnee­be­deck­te Gip­fel wa­ren schließ­lich einst die Hei­mat der Eis­ma­cher. Der Work­shop für Kin­der ab sechs Jah­ren dau­ert 90 Mi­nu­ten, be­ginnt um 11.30 Uhr und kos­tet pro Kind sie­ben Eu­ro in­klu­si­ve Ma­te­ri­al (In­fos www.cle­mens­sels-mu­se­um.de). Hel­ga Bittner

FO­TO: CSM

Der Graf­fi­ti-Künst­ler Old­haus hat das Ti­tel­bild für die Eis-Aus­stel­lung im Cle­mens-Sels-Mu­se­um ge­stal­tet. Für den Spray­er ist das auch ein klei­ne Hom­mage an die ei­ge­ne Her­kunft: Die ei­ne Hälf­te der El­tern von Ales­san­dro Alt­haus stammt aus Ita­li­en.

FO­TO: HBM

Auch Hand­werks­zeug der Eis­ma­cher ist zu se­hen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.