Stadt will ihr Sport­an­ge­bot op­ti­mie­ren

Um den Sport­stät­ten­ent­wick­lungs­plan mög­lichst dicht an den Be­dürf­nis­sen der Bür­ger zu ge­stal­ten, hat­te die Stadt ins­ge­samt 6000 Fra­ge­bö­gen ver­schickt. Im Sport­aus­schuss sind jetzt die ers­ten Er­geb­nis­se vor­ge­stellt wor­den.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KAARST - VON RU­DOLF BARNHOLT

KAARST Auf den Sport­stät­ten­ent­wick­lungs­plan ha­ben auch die Kaars­ter Bür­ger Ein­fluss. En­de April wa­ren 6000 Fra­ge­bo­gen ver­sandt wor­den, 1500 ka­men aus­ge­füllt zu­rück. Micha­el Bars­uhn, Pro­fes­sor am In­sti­tut für kom­mu­na­le Sport­ent­wick­lungs­pla­nung, stell­te jetzt im Sport­aus­schuss ers­te Er­geb­nis­se aus die­ser Be­fra­gung vor. Die liebs­te Sport­art der Män­ner in Kaarst ist nicht et­wa Fuß­ball – der kommt erst auf Rang sie­ben. Ganz oben in der Gunst ste­hen Sport­ar­ten, die die Men­schen fit hal­ten und ih­re Aus­dau­er ver­bes­sern. „Rad­fah­ren und Lau­fen sind lan­des­weit die be­lieb­tes­ten Be­we­gungs­for­men, das gilt auch für Kaarst“, er­klär­te der Pro­fes­sor. Es han­delt sich hier­bei um Sport­ar­ten, die eher au­ßer­halb von Ver­ei­nen be­trie­ben wer­den. Soll­ten al­so Sport­ver­ei­ne nicht mehr in dem bis­he­ri­gen Ma­ße ge­för­dert wer­den?

Bars­uhn stell­te die­se Fra­ge in den Raum und be­ant­wor­te­te sie zu­gleich – mit ei­nem Nein. Die Fra­ge­bo­gen­ak­ti­on hat näm­lich er­ge­ben, dass Mit­glie­der von Sport­ver­ei­nen sich in­ten­si­ver be­we­gen, stär­ker ins Schwit­zen ge­ra­ten. Und: Wer sich stär­ker aus­powert, fühlt sich ge­sün­der. „Wich­tig ist aber, die 70 Pro­zent der Men­schen, die kei­nem Sport­ver­ein an­ge­hö­ren, nicht zu ver­ges­sen“, gab der Sport­wis­sen­schaft­ler zu ver­ste­hen. Ne­ben Sport­hal­len und Sport­plät­zen müss­ten bei- spiels­wei­se auch die vie­len Rad­ler ei­ne ent­spre­chen­de In­fra­struk­tur vor­fin­den.

Wie die Men­schen mit den Sport­plät­zen zu­frie­den sind? „Ich ha­be den Ein­druck, dass Sie in punc­to Sport­stät­ten größ­ten­teils gut da­ste­hen“, er­klär­te Bars­uhn, der ei­gens aus Pots­dam an­ge­reist war. Und er füg­te hin­zu: „Un­se­re In­ge­nieu­re ha­ben sich die Sport­an­la­gen an­ge­schaut und sie hat­ten ei­nen sehr gu­ten Ein­druck.“Als die drei Haupt­mo­ti­ve für die Kaars­ter Bür­ger, Sport zu trei­ben, wur­den vor al­lem Ge­sund­heit, Wohl­be­fin­den und Spaß ge­nannt. „Wir sind jetzt mit der Sport­ent­wick­lungs­pla­nung auf hal­ber Stre­cke“, sag­te Bars­uhn.

Be­fragt wer­den auch die Schu­len, Kin­der­ta­ges­stät­ten und die Sport­ver­ei­ne. „Der Schul­sport“, er­fuh­ren die Aus­schuss­mit­glie­der, „ist ein wich­ti­ger He­bel für den Ver­eins­sport“. Vor­aus­sicht­lich im Ok­to­ber oder No­vem­ber wird die Mei­nung al­ler Sport­trei­ben­den und –in­ter­es­sier­ten noch ein­mal ge­fragt sein. Der Vor­sit­zen­de des Stadt­sport­ver­ban­des, Axel Vol­ker, frag­te, ob der Rück­gang sport­li­cher Ak­ti­vi­tä­ten bei den 27- bis 40-Jäh­ri­gen im Be­reich der Norm lie­ge, oder ob Kaarst dies­be­züg­lich ein Aus­rei­ßer sei. Bars­uhn ver­nein­te das und wies auf fol­gen­des hin: „Nach dem 40. Le­bens­jahr neh­men die sport­li­chen Ak­ti­vi­tä­ten wie­der zu und das in über­durch­schnitt­li­chem Ma­ße.“

Der Aus­schuss-Vor­sit­zen­de Gui­do Ot­ter­bein (CDU) lob­te die bis­he­ri­ge Zu­sam­men­ar­beit mit dem In­sti­tut für kom­mu­na­le Sport­stät­ten­pla­nung: „Wir ha­ben mit Ih­nen ei­nen gu­ten Part­ner ge­fun­den.“Bars­uhn re­van­chier­te sich mit ei­nem Kom­pli­ment: „Die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen uns und Ih­nen ist sehr eng, das ist längst nicht im­mer so. Auch die Schu­len und die Ki­tas zie­hen mit.“

AR­CHIV­FO­TO: DPA

Rad­fah­ren ge­hört – wie im gan­zen Land – auch in Kaarst zu den be­lieb­tes­ten Sport­ar­ten.

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